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Neuigkeiten

Multiples Myelom: Welche Chemotherapie vor Stammzelltransplantation bei Älteren?

Offenbar reicht bei älteren und gebrechlicheren Personen eine niedriger dosierte Chemotherapie vor der autologen Stammzelltransplantation aus.

Wenn bei einer Erkrankung am multiplen Myelom eine Stammzelltransplantation in Frage kommt, ist eine hochdosierte Chemotherapie gefolgt von autologer Stammzelltransplantation die Standardbehandlung. Für ältere oder gebrechliche Personen ist dies offenbar auch mit einer reduzierten Chemotherapie möglich, wie jetzt in der Fachzeitschrift Clinical Lymphoma, Myeloma & Leukemia berichtet wurde.

Fortschritte in der Diagnostik des Multiplen Myelom - Prof. Hartmut Goldschmidt klärt auf

Im folgenden Video erklärt Prof. Hartmut Goldschmidt die verschiednenen Verfahren zur Diagnose des Multiplen Myelom, worauf man als Betroffener achten sollte und welche neueren Methoden es gibt.

Multiples Myelom im Jahr 2024: Rückblick - Prof. Hartmut Goldschmidt im Interview

Dr. Hartmut Goldschmidt spricht über die neuesten Entwicklungen in der Myelomforschung und -behandlung. Er gibt spannende Einblicke in aktuelle Studien, innovative Therapieansätze und zukünftige Perspektiven für Myelom-Patienten. Ein wichtiger Überblick über den aktuellen Stand der Wissenschaft und Medizin.

EMA empfiehlt Zulassung von Linvoseltamab (Lynozyfic®)

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat die Zulassung des bispezifischen Antikörpers Linvoseltamab (Lynozyfic®) für stark vorbehandelte Multiples-Myelom-Patienten empfohlen. Seine Targets sind das B-Zell-Reifungsantigen (BCMA) auf Myelomzellen und CD3 auf T-Zellen.

Bispezifische Antikörper wie Talquetamab, Teclistamab und Elranatamab sind für austherapierte Multiples-Myelom-Patienten eine effektive Therapieoption. Mit Linvoseltamab könnte nun bald ein weiterer hinzukommen. Der Neuling hat wie Teclistamab und Elranatamab einerseits das B-Zell-Reifungsantigen (BCMA) auf der Oberfläche von Myelomzellen als Target und bindet andererseits an den CD3-Rezeptor auf der Oberfläche von T-Zellen. So werden Myelom- und T-Zellen zusammengebracht, was letztlich zum Tod der Myelomzellen führt.

Hochrisikomerkmale beim Multiplen Myelom

Das Multiple Myelom ist nach der Leukämie die zweithäufigste Blutkrebserkrankung, bei der verschiedene bösartige Tumorherde im Knochenmark entstehen. In Deutschland erkranken jährlich etwa 7.000 Menschen an dieser Krebsform, die bislang nicht dauerhaft geheilt werden kann. Durch neue Therapiemöglichkeiten hat sich die Prognose für viele Patientinnen und Patienten verbessert. Bei einem Hochrisiko-MM (HR-MM) schreitet die Erkrankung jedoch schneller voran und die Überlebenschancen sind trotz moderner Behandlungsmethoden deutlich schlechter. Umso wichtiger ist eine frühe und genaue Risikoeinschätzung. Denn klinische Studien konnten zeigen, dass eine risikoadaptierte Therapie die Prognose verbessern kann.

Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Martin Kortüm, Inhaber des Lehrstuhls für Translationale Myelomforschung am Universitätsklinikum Würzburg (UKW), zeigt, dass eine Kombination von zwei diagnostischen Methoden (FISH und SKY92) hilft, Hochrisikopatientinnen und -patienten mit Multiplem Myelom zu identifizieren. Die in der Fachzeitschrift HemaSphere veröffentlichte Studie ebnet den Weg für gezieltere und wirksamere Behandlungspläne.

Es gibt klinische Hochrisikomerkmale wie die extramedulläre Erkrankung oder die Plasmazellleukämie, wenn sich die Myelomzellen außerhalb des Knochenmarks ausbreiten oder im Blut zirkulieren. Darüber hinaus gibt es genetische Faktoren, die auf ein hohes Risiko hinweisen. Um Veränderungen im Erbgut der Krebszelle zu erkennen, darunter die Chromosomenveränderungen del(17p), t(4;14) und +1q21, wird die zytogenetische Analyse mittels Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) eingesetzt. Zusätzlich kann eine Genexpressionsanalyse tiefere biologische Einblicke in die Erkrankung geben. Der SKY92-Biomarker besteht zum Beispiel aus 92 Genen, deren Aktivität in bösartigen Myelom-Plasmazellen die Aggressivität des Myeloms bestimmen.

 

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