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Neuigkeiten

EHA 2026: Neue Impulse für die Behandlung des Multiplen Myeloms

Beim diesjährigen EHA-Kongress 2026 in Stockholm wurden mehrere spannende Entwicklungen zum Multiplen Myelom vorgestellt. In einer Kurzpräsentation des Kompetenznetzes Maligne Lymphome fasste Prof. Dr. med. Katja Weisel vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf wichtige Studiendaten zusammen. Im Mittelpunkt standen vor allem bispezifische Antikörper, neue Kombinationstherapien und erste Ansätze einer In-vivo-CAR-T-Zelltherapie. 

Ein besonders diskutiertes Thema war der frühere Einsatz bispezifischer Antikörper beim Hochrisiko-Smoldering Myeloma. Erste Ergebnisse der Phase-II-Studie ERASMM/EMN34 mit Elranatamab zeigten hohe Ansprechraten und viele MRD-negative Verläufe. Gleichzeitig betonte die Präsentation wichtige Einschränkungen: Die Studie war einarmig, die Patientenzahl klein und die Nachbeobachtungszeit noch kurz. Größere Phase-III-Studien sollen folgen, auch mit Rekrutierung in Deutschland. 

Auch für Patient:innen mit rezidiviertem oder refraktärem Multiplem Myelom wurden neue Daten vorgestellt. Teclistamab als Monotherapie zeigte eine hohe Wirksamkeit in frühen Rezidivsituationen und wird als mögliche neue Standardalternative eingeordnet, insbesondere wenn eine CAR-T-Zelltherapie nicht möglich ist. Zugleich bleibt die Frage der besten Reihenfolge von CAR-T-Zelltherapie und bispezifischen Antikörpern weiter offen. 

Weitere Daten betrafen Kombinationen mit Talquetamab sowie die neue Substanz Mezigdomid in Kombination mit Carfilzomib und Dexamethason. Die vorgestellten Ergebnisse deuten auf wirksame neue Behandlungsoptionen hin, allerdings müssen Nutzen, Nebenwirkungen, Lebensqualität und die optimale Einordnung in die Therapiesequenz weiter sorgfältig bewertet werden. 

Ein Ausblick galt der In-vivo-CAR-T-Zelltherapie. Hier wurde ein „Proof of Principle“ beschrieben – also ein erster Hinweis darauf, dass dieser Ansatz grundsätzlich funktionieren kann. Für die tatsächliche Bedeutung in der Versorgung sind jedoch weitere Phase-II- und Phase-III-Studien sowie längere Beobachtungszeiten notwendig. 

Fazit: Die beim EHA 2026 vorgestellten Daten zeigen, wie dynamisch sich die Myelomtherapie weiterentwickelt. Besonders Immuntherapien wie bispezifische Antikörper, CAR-T-Zelltherapien und neue Kombinationen könnten künftig noch früher und gezielter eingesetzt werden. Für Betroffene bedeutet dies Hoffnung auf weitere wirksame Therapieoptionen – zugleich bleibt entscheidend, neue Studiendaten sorgfältig einzuordnen und individuelle Entscheidungen gemeinsam mit dem behandelnden Myelom-Team zu treffen.

Aktuelles vom EHA 2026: EMN34/ERASMM-Studie zum Hochrisiko-Smouldering Myeloma

m Rahmen des EHA-Kongresses 2026 werden erste Ergebnisse der Phase-II-Studie EMN34/ERASMM vorgestellt. Im Mittelpunkt steht Elranatamab als möglicher früher Behandlungsansatz bei Patient:innen mit Hochrisiko-Smouldering Multiplem Myelom. Das Video gibt einen kompakten Einblick in die klinische Studie und ordnet ein, warum diese Forschung für die Myelom-Community von besonderem Interesse ist. Der EHA-Kongress findet vom 11. bis 14. Juni 2026 in Stockholm statt und zählt zu den wichtigsten europäischen Fachkongressen für hämatologische Erkrankungen.

In diesem Video erläutert Dr. Cyrille Touzeau vom Universitätsklinikum Nantes, Frankreich, gegenüber Myeloma Patients Europe (MPE) die Ergebnisse der Phase-2-Studie ERASMM (EMN34).

Das Video ist in englischer Sprache verfügbar. Untertitel und Audiotrack können bei YouTube auf Deutsch eingestellt werden.

Neuer Informationsflyer: Multiples Myelom verständlich erklärt

Der Informationsflyer „Multiples Myelom“ bietet Betroffenen, Angehörigen und Interessierten einen kompakten und gut verständlichen Überblick über die Erkrankung. Er erklärt, was ein Multiples Myelom ist, welche typischen Beschwerden auftreten können, wie die Diagnose gestellt wird und wann eine Behandlung notwendig sein kann. Außerdem informiert der Flyer über aktuelle Therapieansätze – darunter moderne zielgerichtete Therapien, Immuntherapien und die autologe Stammzelltransplantation – sowie über spezialisierte Behandlungs- und Studiengruppen in Deutschland. 

Herausgegeben wurde der Flyer vom Kompetenznetz Maligne Lymphome (KML). Die vorliegende Ausgabe ist die 5. aktualisierte Auflage 2026.

Sarclisa® (Isatuximab) künftig auch subkutan mit On-Body-Injektor verfügbar

Die Europäische Kommission hat Sarclisa® (Isatuximab) in subkutaner Form für Patientinnen und Patienten mit Multiplem Myelom zugelassen – und zwar für alle bereits bestehenden EU-Indikationen der intravenösen Anwendung. Neu ist dabei die Verabreichung über einen sogenannten On-Body-Injektor: Das Medikament kann unter die Haut gegeben werden und soll die Behandlung flexibler machen, zum Beispiel im ambulanten Bereich oder – sofern organisatorisch und medizinisch möglich – auch zu Hause. Laut Sanofi ist Sarclisa® damit die erste Krebstherapie in der EU, die über einen solchen tragbaren Injektor verabreicht werden kann. Die Zulassung basiert unter anderem auf der Phase-3-Studie IRAKLIA, in der die subkutane Anwendung im Vergleich zur intravenösen Gabe eine Nicht-Unterlegenheit zeigte.

Multiples Myelom: Teclistamab ist als Monotherapie Standardkombinationen deutlich überlegen

Neue Studiendaten zum Multiplen Myelom: Der bispezifische Antikörper Teclistamab hat in einer Phase-3-Studie bei Patient:innen mit rezidiviertem oder refraktärem Multiplem Myelom nach ein bis drei Vortherapien das progressionsfreie Überleben und das Gesamtüberleben im Vergleich zu etablierten Standardkombinationen deutlich verlängert. Gleichzeitig traten unter Teclistamab häufiger schwere Infektionen auf – ein wichtiger Aspekt für die ärztliche Nutzen-Risiko-Abwägung. Das Deutsche Ärzteblatt berichtet über die auf dem ASCO Annual Meeting vorgestellten und im New England Journal of Medicine veröffentlichten Ergebnisse.

 

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