
Patientenleitlinien erklären medizinisches Wissen in gut verständlicher Sprache. Sie helfen Patientinnen, Patienten und Angehörigen dabei, Erkrankungen, Untersuchungen und Behandlungsmöglichkeiten besser zu verstehen.
Grundlage sind wissenschaftlich erarbeitete medizinische Leitlinien. Die Inhalte werden für Betroffene verständlich aufbereitet und um Informationen ergänzt, die im Alltag und bei Gesprächen mit dem Behandlungsteam hilfreich sein können. Dazu gehören zum Beispiel Hinweise zu Nebenwirkungen, Unterstützungsmöglichkeiten, Selbsthilfe, Rehabilitation oder Fragen für das Arztgespräch.
Patientenleitlinien ersetzen keine ärztliche Beratung. Sie können jedoch dabei helfen, informierte Entscheidungen gemeinsam mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten zu treffen.
Patientenleitlinie zum Multiplen Myelom
Die Patientenleitlinie zum Multiplen Myelom erklärt wichtige medizinische Informationen in verständlicher Sprache. Sie richtet sich an Menschen, bei denen ein Multiples Myelom festgestellt wurde, sowie an Angehörige und nahestehende Personen.
Grundlage der Patientenleitlinie ist die ärztliche S3-Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Nachsorge für Patienten mit monoklonaler Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS) oder Multiplem Myelom“. Die Patientenleitlinie wurde im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie veröffentlicht und basiert auf dem Stand der S3-Leitlinie vom Februar 2022.
Die Broschüre informiert unter anderem über:
- Beschwerden und Diagnose des Multiplen Myeloms
- Behandlungsmöglichkeiten und Therapieverlauf
- unterstützende Maßnahmen bei Nebenwirkungen und Krankheitssymptomen
- komplementärmedizinische Ansätze
- Rehabilitation und Nachsorge
- Leben mit Multiplem Myelom
- Hinweise für Angehörige
- Beratungs- und Unterstützungsangebote
Die Patientenleitlinie kann dabei helfen, die eigene Erkrankung besser zu verstehen und sich auf Gespräche mit dem Behandlungsteam vorzubereiten. Sie ersetzt jedoch keine ärztliche Beratung. Die individuelle Behandlung sollte immer gemeinsam mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten besprochen werden.
Patientenleitlinie Supportive Therapie
Eine Krebsbehandlung kann körperlich und seelisch belastend sein. Neben der eigentlichen Behandlung der Krebserkrankung ist deshalb eine gute unterstützende Begleitung wichtig. Diese wird supportive Therapie genannt.
Supportive Maßnahmen sollen helfen, Beschwerden zu lindern, Nebenwirkungen vorzubeugen oder frühzeitig zu behandeln und die Lebensqualität möglichst gut zu erhalten. Sie können während der Therapie, nach der Behandlung oder auch im weiteren Krankheitsverlauf eine wichtige Rolle spielen.
Die Patientenleitlinie Supportive Therapie richtet sich an erwachsene Menschen mit einer Krebserkrankung sowie an Angehörige. Sie erklärt in verständlicher Sprache, welche Beschwerden und Nebenwirkungen auftreten können und welche Möglichkeiten es gibt, damit umzugehen. Grundlage ist die medizinische S3-Leitlinie zur supportiven Therapie. Die S3-Leitlinie wurde 2025 aktualisiert; neu berücksichtigt wurden unter anderem Nebenwirkungen moderner Immuntherapien sowie mögliche Auswirkungen auf Herz, Kreislauf und Nervensystem.
Die Patientenleitlinie informiert unter anderem über:
- Blutarmut und Veränderungen der Blutzellen
- Infektionen und Fieber
- Übelkeit, Erbrechen und Darmbeschwerden
- Beschwerden im Mund und an der Schleimhaut
- Hautprobleme und Haarausfall
- Nervenbeschwerden, zum Beispiel Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Schmerzen
- Knochen- und Gelenkbeschwerden
- Lungenbeschwerden
- Beschwerden im Zusammenhang mit Bestrahlung oder Medikamenten
Die Leitlinie kann helfen, Beschwerden besser einzuordnen und sich auf Gespräche mit dem Behandlungsteam vorzubereiten. Wichtig ist: Nebenwirkungen sollten frühzeitig angesprochen werden. Viele Beschwerden lassen sich besser behandeln, wenn sie rechtzeitig erkannt werden.
Die Patientenleitlinie ersetzt keine ärztliche Beratung. Welche unterstützenden Maßnahmen im Einzelfall sinnvoll sind, sollte immer gemeinsam mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten besprochen werden.
Patientenleitlinie Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen Patienten
Viele Menschen mit Krebs möchten selbst etwas dazu beitragen, ihre Behandlung zu unterstützen und ihr Wohlbefinden zu stärken. Dabei interessieren sich viele Patientinnen und Patienten für komplementärmedizinische Verfahren – zum Beispiel Bewegung, Entspannungsverfahren, Ernährung, pflanzliche Präparate oder andere ergänzende Angebote.
Die Patientenleitlinie „Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen Patientinnen und Patienten“richtet sich an erwachsene Menschen mit einer Krebserkrankung sowie an Angehörige. Sie erklärt in verständlicher Sprache, welche komplementärmedizinischen Methoden es gibt, wie sie bewertet werden und worauf Patientinnen und Patienten achten sollten.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen komplementärer und alternativer Medizin: Komplementäre Verfahren können eine Krebstherapie ergänzen. Sie ersetzen jedoch nicht die medizinisch notwendige Behandlung. Alternative Verfahren, die anstelle einer wirksamen Krebstherapie eingesetzt werden sollen, können gefährlich sein.
Die Patientenleitlinie basiert auf der S3-Leitlinie „Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen PatientInnen“. Die ärztliche Leitlinie wurde 2024 aktualisiert und ist bis 2029 gültig. Das Leitlinienprogramm Onkologie stellt dazu auch Informationen und Materialien für Patientinnen und Patienten bereit.
Die Patientenleitlinie informiert unter anderem über:
- Bewegung und körperliche Aktivität
- Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel
- Entspannungsverfahren und Mind-Body-Verfahren
- pflanzliche und sogenannte natürliche Mittel
- Akupunktur und weitere Verfahren
- mögliche Wechselwirkungen mit Krebstherapien
- den sicheren Umgang mit komplementärmedizinischen Angeboten
Gerade bei Nahrungsergänzungsmitteln, pflanzlichen Präparaten oder hochdosierten Vitaminen ist Vorsicht wichtig. Auch „natürliche“ Mittel können Nebenwirkungen haben oder die Wirkung von Krebsmedikamenten beeinflussen. Deshalb sollten ergänzende Maßnahmen immer mit dem behandelnden Ärzteteam besprochen werden.
Die Patientenleitlinie kann helfen, Informationen besser einzuordnen und sich auf Gespräche mit Ärztinnen, Ärzten oder anderen Fachkräften vorzubereiten. Sie ersetzt keine individuelle medizinische Beratung.
Patientenleitlinie Palliativmedizin
Palliativmedizin unterstützt Menschen mit einer fortgeschrittenen oder nicht heilbaren Krebserkrankung. Im Mittelpunkt stehen die bestmögliche Lebensqualität, die Linderung belastender Beschwerden und eine gute Begleitung von Patientinnen, Patienten und Angehörigen.
Palliativmedizin bedeutet nicht, dass keine Behandlung mehr möglich ist. Sie kann frühzeitig ergänzend zur Krebstherapie eingesetzt werden – zum Beispiel, wenn Schmerzen, Erschöpfung, Atemnot, Übelkeit, Angst oder andere belastende Beschwerden auftreten. Auch Fragen zu Therapiezielen, Unterstützung im Alltag, Vorsorgeplanung und Begleitung der Angehörigen können Teil der palliativmedizinischen Versorgung sein.
Die Patientenleitlinie Palliativmedizin richtet sich an erwachsene Menschen mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung und palliativmedizinischem Betreuungsbedarf sowie an deren Angehörige. Sie erklärt die Grundprinzipien der Palliativmedizin in verständlicher Sprache. Die Leitlinie geht nicht auf die spezielle Diagnostik oder Behandlung einzelner Krebsarten ein, sondern beschreibt allgemeine Unterstützungsmöglichkeiten.
Die zugrunde liegende S3-Leitlinie Palliativmedizin hat das Ziel, die Symptomkontrolle und die palliativmedizinische Versorgung von Patientinnen und Patienten mit nicht heilbarer Krebserkrankung zu verbessern. Die derzeit gültige Version ist laut Leitlinienprogramm Onkologie Version 2.2; eine Konsultationsfassung zur Aktualisierung wurde 2026 veröffentlicht, ist aber noch nicht die endgültig autorisierte Fassung.
Die Patientenleitlinie informiert unter anderem über:
- Beschwerden wie Schmerzen, Atemnot, Übelkeit, Verstopfung, Erschöpfung oder Angst
- Gespräche über Behandlungsziele und persönliche Wünsche
- Unterstützung durch Palliativteams, Hospizdienste und andere Versorgungsangebote
- Hilfe für Angehörige
- Vorsorgeplanung, Patientenverfügung und wichtige Entscheidungen
- Begleitung in der letzten Lebensphase
Die Patientenleitlinie kann helfen, palliativmedizinische Angebote besser zu verstehen und sich auf Gespräche mit dem Behandlungsteam vorzubereiten. Sie ersetzt keine ärztliche Beratung. Welche Unterstützung im Einzelfall sinnvoll ist, sollte gemeinsam mit den behandelnden Ärztinnen, Ärzten und dem Palliativteam besprochen werden.