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Das Team: Arzt - Patient

© iStock.com/Chinnapong

Gut vorbereitet ins Arztgespräch

Im Verlauf eines Multiplen Myeloms stehen viele Gespräche mit dem Behandlungsteam an: bei der Diagnose, vor Untersuchungen, bei der Auswahl einer Behandlung, während der Therapie und in der Nachsorge. Diese Gespräche sind ein wichtiger Teil Ihrer Versorgung.

Sie müssen dabei nicht alles sofort verstehen oder entscheiden. Es ist in Ordnung, nachzufragen, Bedenkzeit zu erbitten oder eine vertraute Person mitzunehmen.

Gemeinsam entscheiden: Shared Decision Making

Bei Entscheidungen zur Behandlung treffen zwei Formen von Wissen zusammen:

  • Ihr Behandlungsteam bringt medizinisches Fachwissen, Erfahrungen und Kenntnisse über mögliche Untersuchungen und Behandlungen ein.
  • Sie bringen Ihre persönlichen Ziele, Wünsche, Sorgen, Erfahrungen und Ihre Lebenssituation ein.

Diese gemeinsame Entscheidungsfindung wird auch Shared Decision Making genannt. Sie bedeutet: Ärzt:innen und Patient:innen beraten sich auf Augenhöhe und treffen Entscheidungen gemeinsam.

Ihr Behandlungsteam erklärt verständlich, welche Möglichkeiten es gibt, welchen möglichen Nutzen sie haben und welche Belastungen oder Nebenwirkungen auftreten können. Sie können sagen, was Ihnen wichtig ist, Fragen stellen, Bedenkzeit wünschen und eine vertraute Person einbeziehen.

Beim Multiplen Myelom können zum Beispiel Fragen zu Behandlungszielen, möglichen Nebenwirkungen, Alltag, Beruf, Familie oder persönlichen Prioritäten eine Rolle spielen. Shared Decision Making bedeutet nicht, dass Sie medizinische Entscheidungen allein treffen müssen. Es bedeutet, dass Ihre Perspektive ein wichtiger Teil der Behandlung ist.

Gemeinsame Entscheidungen können helfen, Informationen besser einzuordnen und einen Behandlungsweg zu finden, der medizinisch sinnvoll ist und zugleich möglichst gut zu Ihrem Leben passt.

So können Sie sich vorbereiten

Notieren Sie vor dem Termin Ihre Fragen und Beschwerden. Hilfreich kann auch sein, wichtige Veränderungen im Alltag, Sorgen oder Ziele aufzuschreiben. Nehmen Sie die Liste mit zum Gespräch.

Mögliche Fragen sind:

  • Was bedeutet der Befund für mich?
  • Welche Untersuchungen oder Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
  • Welchen möglichen Nutzen, welche Risiken und welche Belastungen haben die einzelnen Optionen?
  • Gibt es Alternativen, einschließlich Abwarten und Beobachten?
  • Was bedeutet die Behandlung voraussichtlich für meinen Alltag und meine Lebensqualität?
  • Wann muss eine Entscheidung getroffen werden? Kann ich darüber nachdenken?
  • Wo finde ich verständliche, verlässliche Informationen?

Eine einfache Orientierung bieten drei Fragen: Welche Möglichkeiten habe ich? Was sind die Vor- und Nachteile? Wie wahrscheinlich sind diese für mich?

Im Gespräch: Nachfragen ist erwünscht

Medizinische Begriffe und viele Informationen auf einmal können überfordern. Sagen Sie bitte, wenn etwas unklar bleibt. Sie können beispielsweise fragen: „Können Sie das bitte einfacher erklären?“ oder „Habe ich richtig verstanden, dass …?“

Es kann hilfreich sein, eine Angehörige, einen Angehörigen oder eine andere Vertrauensperson mitzunehmen. Diese Person kann zuhören, mitschreiben und Sie dabei unterstützen, Fragen zu stellen.

Entscheidungen dürfen Zeit brauchen

Nicht jede Entscheidung muss sofort getroffen werden. Fragen Sie, wie dringend eine Entscheidung ist und ob Sie Zeit zum Nachdenken benötigen. Bei wichtigen oder unklaren Fragen kann auch eine ärztliche Zweitmeinung hilfreich sein.

Gut verständliche Patienteninformationen können die Vorbereitung auf Gespräche unterstützen, ersetzen aber nicht die persönliche Beratung durch Ihr hämatologisch-onkologisches Team. Die Patientenleitlinie zum Multiplen Myelom wurde dafür entwickelt, Betroffene bei der Vorbereitung auf Gespräche und bei informierten Entscheidungen gemeinsam mit dem Behandlungsteam zu unterstützen.

Gemeinsam entscheiden beim Multiplen Myelom: Kommunikation, Entscheidungen, Therapie-Treue

Im Verlauf eines Multiplen Myeloms stehen viele Gespräche an: Diagnose, Therapieoptionen, Nebenwirkungen, Kontrolltermine und manchmal auch Therapieanpassungen. Dabei ist nicht nur „was“ medizinisch möglich ist wichtig, sondern auch was zur persönlichen Lebenssituation passt. Genau darum geht es in dieser Video-Aufzeichnung.

1) Arzt-Patienten-Gespräch: gut vorbereitet, klar und auf Augenhöhe

Ein gutes Gespräch hilft, Informationen besser zu verstehen und die eigenen Prioritäten einzubringen. Im Video wird gezeigt, wie man sich auf Termine vorbereiten kann – zum Beispiel mit einer Fragenliste, Notizen oder Begleitung – und wie man auch bei komplexen Themen den Überblick behält.

2) Shared Decision Making: gemeinsam entscheiden

Shared Decision Making bedeutet: Ärzt:innen bringen medizinisches Wissen und Erfahrung ein, Patient:innen ihre Werte, Ziele und Alltagssituation. Gemeinsam wird dann eine Entscheidung getroffen, die medizinisch sinnvoll und persönlich tragfähig ist. Das Video erklärt das Prinzip verständlich und macht Mut, aktiv nachzufragen.

3) Adhärenz: warum „dranbleiben“ wichtig ist – und was dabei hilft

Mit Adhärenz ist gemeint, dass eine Behandlung so umgesetzt wird, wie sie gemeinsam vereinbart wurde (z. B. Einnahme, Termine, Kontrolluntersuchungen). Das ist nicht immer leicht – etwa bei Nebenwirkungen, vielen Tabletten, Stress oder Unsicherheiten. Im Video  geht es darum, typische Hürden zu erkennen und Strategien zu finden, die im Alltag unterstützen (ohne zu bewerten und ohne „Schuld“-Botschaften).

Diagnose Krebs verstehen – Leitfaden für das ärztliche Gespräch

Krebstherapie: gut informiert entscheiden

Bei der Wahl der passenden Krebstherapie spielen verschiedene Faktoren eine Rolle – ein wichtiger Aspekt ist der allgemeine Gesundheitszustand. Denn manche Krebsbehandlungen können anstrengender sein als andere – besonders, wenn bereits gesundheitliche Belastungen bestehen, etwa Begleiterkrankungen, ein veränderter Stoffwechsel oder ein insgesamt geschwächter Allgemeinzustand.

All das kann beeinflussen, wie gut eine Behandlung vertragen wird. Gleichzeitig gilt: Grundsätzlich stehen erst einmal alle modernen Krebstherapien zur Verfügung.

Dieser Gesprächsleitfaden soll dabei unterstützen, gemeinsam mit dem Behandlungsteam die passende Entscheidung zu treffen – für Betroffene und für Angehörige, die sie auf diesem Weg begleiten.

Diagnose Multiples Myelom Was nun?

Die Diagnose Multiples Myelom ist für Patientinnen und Patienten erst einmal ein schwerer Schock. Umso wichtiger ist es in den folgenden Arzt-Patienten-Gesprächen Klarheit über die weiteren Schritte zu bekommen.

Die Patientenorganisationen Arbeitsgemeinschaft Multiples Myelom (AMM-Online), Leukämiehilfe RHEIN-MAIN e.V. und Myelom.Online e.V. haben daher einen Fragenkatalog erarbeitet, der Betroffenen eine Hilfestellung für die weiteren Gespräche mit Ärztinnen und Ärzten geben soll.

Bereiten Sie Ihren Arzttermin anhand des Fragenkatalogs intensiv vor. Scheuen Sie sich nicht, so lange zu fragen, bis Sie Klarheit über die weiteren Schritte haben.

Gutes Arztgespräch beim Multiplen Myelom

Eine gute Kommunikation mit Ihren Ärzt:innen ist wichtig im Behandlungsverlauf bei Multiplem Myelom. Sie kann dazu beitragen, Ihre Lebensqualität und Ihre Therapieergebnisse zu verbessern. Diese Online-Schulung unterstützt Sie bei Ihren Arztgesprächen:

  • Wie bereite ich mich auf das Arztgespräch vor?
  • Welche Themen sollte ich ansprechen?
  • Wie treffe ich eine gute Entscheidung?

Gute Entscheidungen treffen bei Blutkrebs

Welche Therapie ist die für mich Richtige? Woher weiß ich, welche Möglichkeiten der Therapie es gibt? Welchen Einfluss kann ich auf die Entscheidungsfindung nehmen? Und was, wenn die vorgeschlagene Therapie so gar nicht zu meinen Vorstellungen passt? All das sind Fragen, die Sie sich als PatientIn zu Recht stellen können. Blutkrebs hat viele verschiedene Erscheinungsformen und demnach auch viele Möglichkeiten der Therapie. Den Entscheidungsprozess, die für Sie Richtige zu finden, können Sie aktiv mitgestalten, sofern Sie das wollen. Um Sie dabei zu unterstützen, geben wir Ihnen in diesem Kurs praktische Tipps.

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