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Palliativmedizin beim Multiplen Myelom

© iStock.com/Chinnapong

Palliativmedizin unterstützt Menschen mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung dabei, Beschwerden zu lindern, Lebensqualität zu erhalten und die Behandlung gut an die persönlichen Bedürfnisse anzupassen. Beim Multiplen Myelom kann palliative Versorgung bereits früh im Krankheitsverlauf hilfreich sein – auch parallel zu einer myelomspezifischen Therapie.

Im Mittelpunkt stehen nicht nur Schmerzen oder andere körperliche Beschwerden, sondern auch seelische, soziale und spirituelle Fragen. Dazu gehören zum Beispiel Fatigue, Atemnot, Übelkeit, Schlafprobleme, Ängste, Unsicherheit bei Therapieentscheidungen sowie die Unterstützung von Angehörigen.

Palliativversorgung bedeutet nicht aufgeben

Viele Betroffene verbinden Palliativmedizin mit der letzten Lebensphase. Tatsächlich kann sie deutlich früher ansetzen. Ziel ist es, Patient und Angehörige zu entlasten, Symptome bestmöglich zu behandeln und gemeinsam mit dem Behandlungsteam realistische Therapieziele zu besprechen.

Palliativmedizin ersetzt keine Myelomtherapie. Sie kann die Behandlung ergänzen – zum Beispiel durch bessere Symptomkontrolle, vorausschauende Versorgungsplanung, psychosoziale Unterstützung und eine gute Koordination zwischen Hämatologie, Onkologie, Hausarztpraxis, Pflege, Palliativdienst oder SAPV-Team.

Weiterführende Informationen

Auf dieser Seite finden Sie ausgewählte Informationen, Leitlinien, Patientenmaterialien und Beiträge zur Palliativmedizin bei Krebs und beim Multiplen Myelom.

Neue S3-Leitlinie Palliativmedizin Version 3.0

Die neue S3-Leitlinie Palliativmedizin für Menschen mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung ist in Version 3.0 erschienen. Sie gibt Fachpersonen Orientierung, wie Beschwerden gelindert, Lebensqualität erhalten und Patientinnen, Patienten sowie Angehörige bestmöglich begleitet werden können.

Zur Leitlinie stehen eine Kurzversion mit den wichtigsten Empfehlungen und eine Langversion mit ausführlichen Hintergründen, Begründungen und wissenschaftlichen Details bereit. Neu aufgenommen wurden unter anderem die Themen Angehörige und Spiritualität.

Palliativversorgung bedeutet nicht „aufgeben“. Sie kann frühzeitig unterstützen – auch begleitend zu einer Krebstherapie – etwa bei Schmerzen, Atemnot, Erschöpfung, Ängsten oder Fragen zur Versorgung und Behandlungsplanung.

Warum die Leitlinie für Betroffene und Angehörige wichtig ist

Für Betroffene kann die Leitlinie helfen, Palliativversorgung besser zu verstehen und frühzeitig anzusprechen. Viele Menschen verbinden Palliativmedizin nur mit der letzten Lebensphase. Moderne Palliativversorgung kann jedoch viel früher sinnvoll sein – zum Beispiel bei belastenden Symptomen, Unsicherheit über Therapieziele, hohem Unterstützungsbedarf oder Fragen zur Versorgung zu Hause.

Für Angehörige ist die neue Leitlinie ebenfalls wichtig, weil ihre Belastungen und Bedürfnisse nun noch stärker berücksichtigt werden. Unterstützung kann helfen, Überforderung zu vermeiden, Gespräche zu erleichtern und die Begleitung im Krankheitsverlauf besser zu bewältigen.

Wenn der Krebs unheilbar ist - Forschung in der Palliativmedizin

Wie sieht die Versorgung und insbesondere die Forschung aus, wenn der Krebs unheilbar ist? Welche besonderen ethischen und methodischen Herausforderungen gibt es in der Forschung in diesem Bereich?

Lange war die Palliativmedizin gleichgesetzt mit bloßer Sterbebegleitung, doch die Palliativmedizin ist viel mehr als das. Die Palliativversorgung ist ab Erstdiagnose einer nicht heilbaren Erkrankung, in Ergänzung zur Behandlung der Grunderkrankung, enorm wichtig. Hören Sie im Gespräch mit Dr. Rechenmacher was unter dem Begriff Palliativmedizin konkret verstanden wird und warum Forschung auch in diesem Bereich höchst relevant ist. Forschungsaktivitäten und Publikationen im Bereich der Palliativmedizin nehmen stetig zu – gleichzeitig ist hier noch ein großer Bedarf und die Aussagekraft der Literatur in diesem Bereich ist zum Teil noch (etwas) eingeschränkt. Erfahren Sie mehr über aktuelle Projekte und Besonderheiten sowie Herausforderungen (z.B. ethische Bedenken, Langzeitstudien begrenzt durchführbar) in der Palliativmedizin als Forschungsbereich.

Freuen Sie sich auf spannende Inhalte im Gespräch mit Dr. Rechenmacher am Universitätsklinikum Regensburg!

Was ist Palliativmedizin?

Aufgabe der Palliativmedizin ist es, das Leben und die Lebensqualität von Krebserkrankten möglichst lange zu erhalten.

In Deutschland erkranken immer mehr Menschen an Krebs. Das Robert Koch-Institut in Berlin schätzt die Zahl der Neuerkrankungen aktuell auf rund 510.000 pro Jahr. Dank der Fortschritte in der Krebsforschung und -medizin kann heute die Hälfte der Betroffenen dauerhaft geheilt werden. Nach wie vor erleiden aber viele Krebspatienten im Laufe ihrer Krankheit Rückfälle und müssen mit Komplikationen fertig werden. Oft müssen sie dann auch erfahren, dass ihre Krankheit nicht mehr zu heilen ist. In dieser Situation werden die behandelnden Ärzte in Absprache mit dem Kranken alles tun, um sein Leben so lange wie möglich zu erhalten und ihm hierbei gleichzeitig seine Lebensqualität auf möglichst hohem Niveau zu bewahren.

Patientenleitlinie Palliativmedizin

In der Palliativmedizin ist die Begleitung und Unterstützung der Angehörigen genauso wichtig wie die der Patienten selbst. Viele Angehörige kümmern sich sehr intensiv um den oder die Krebskrankte(n). Dies erfordert viel Kraft.

In dieser Patientenleitlinie werden die Themenbereiche Atemnot, Schmerz, Verstopfung, Depression, Gespräch mit dem Behandlungsteam, Sterbephase und palliativmedizinische Betreuungsmöglichkeiten erläutert. Die Patientenleitlinie deckt nur einen Teil der Palliativmedizin ab. Mit weiteren Fragen der Palliativmedizin, zum Beispiel Übelkeit/Erbrechen, Angst, Erschöpfung (Fatigue) oder Sterbewunsch, beschäftigt sich der zweite Teil der Leitlinie, der derzeit erarbeitet wird.

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