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Glossar A–Z zum Multiplen Myelom

©iStock.com/mohd izzuan

Das Glossar A–Z erklärt häufige medizinische Begriffe, Abkürzungen, Laborwerte und Therapiebegriffe rund um das Multiple Myelom. Es richtet sich an Patient:innen, Angehörige und Interessierte, die Befunde, Arztbriefe oder Informationen zur Erkrankung besser verstehen möchten.

Erkrankungen und krankheitsnahe Begriffe

BegriffAbkürzung / SynonymPatientengerecht erklärt
AL-Amyloidose Erkrankung, bei der fehlgefaltete Eiweißbestandteile im Körper abgelagert werden. Sie kann mit Plasmazellerkrankungen zusammenhängen.
Asekretorisches Myelom Myelomform, bei der kaum oder kein messbares M-Protein im Blut oder Urin nachweisbar ist.
B-Zell-Lymphom Krebserkrankung bestimmter Immunzellen. Wichtig als Abgrenzung zu Plasmazellerkrankungen.
Extramedulläres Plasmozytom EMP Plasmazellherd außerhalb des Knochenmarks.
Knochenmark Weiches Gewebe im Inneren vieler Knochen. Dort werden Blutzellen gebildet; beim Multiplen Myelom ist das Knochenmark häufig betroffen.
Leichtkettenmyelom Myelomform, bei der vor allem freie Leichtketten gebildet werden. Diese können besonders für die Nieren wichtig sein.
Monoklonale Gammopathie renaler Signifikanz MGRS Monoklonale Eiweißbildung, die vor allem für die Niere bedeutsam ist, auch wenn nicht unbedingt ein Multiples Myelom vorliegt.
Monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz MGUS Vorstufe oder Vorläuferveränderung, bei der ein monoklonales Eiweiß nachweisbar ist, aber keine Kriterien für ein behandlungsbedürftiges Myelom vorliegen.
Multiples Myelom MM Krebserkrankung bestimmter Abwehrzellen, der Plasmazellen. Sie vermehren sich vor allem im Knochenmark und können Blutbildung, Knochen, Nieren und Immunsystem beeinträchtigen.
Myelomzelle Krankhaft veränderte Plasmazelle. Myelomzellen können sich im Knochenmark vermehren und krankhafte Eiweiße bilden.
Plasmazelle Spezielle Immunzelle, die normalerweise Antikörper bildet. Beim Multiplen Myelom verändern sich Plasmazellen krankhaft.
Plasmazellleukämie PZL Seltene und meist aggressive Form einer Plasmazellerkrankung, bei der viele Plasmazellen im Blut vorkommen.
Plasmozytom Ansammlung krankhafter Plasmazellen. Der Begriff wird teils für einen einzelnen Plasmazellherd und teils im Zusammenhang mit dem Multiplen Myelom verwendet.
POEMS-Syndrom POEMS Seltene Erkrankung im Umfeld von Plasmazellerkrankungen. Der Name steht für typische beteiligte Krankheitszeichen.
Smoldering Myelom SMM, schwelendes Myelom Zwischenform zwischen MGUS und behandlungsbedürftigem Myelom. Es liegen Myelommerkmale vor, aber noch keine typischen Organschäden.
Solitäres Plasmozytom SP Einzelner Plasmazellherd, zum Beispiel in einem Knochen oder außerhalb des Knochenmarks.
Symptomatisches Multiples Myelom behandlungsbedürftiges Myelom Multiples Myelom mit bestimmten Krankheitszeichen oder Risikokriterien, bei dem eine Behandlung notwendig werden kann.

Diagnose, Verlauf und Krankheitsaktivität

BegriffAbkürzung / SynonymPatientengerecht erklärt
Albuminurie Albumin im Urin Form der Eiweißausscheidung im Urin, die auf eine Nierenschädigung hinweisen kann.
Anämie Blutarmut Zu wenig roter Blutfarbstoff oder rote Blutkörperchen. Betroffene können müde, schwach oder kurzatmig sein.
Bence-Jones-Proteinurie Leichtketten im Urin Ausscheidung freier Leichtketten über den Urin. Kann ein Hinweis auf eine Plasmazellerkrankung sein.
Cast-Nephropathie Myelomniere Nierenschädigung durch Ausfällung freier Leichtketten in den Nierenkanälchen.
CRAB-Kriterien CRAB Abkürzung für wichtige Zeichen eines behandlungsbedürftigen Myeloms: erhöhtes Kalzium, Nierenfunktionsstörung, Blutarmut und Knochenveränderungen.
Diagnose Feststellung und Einordnung einer Erkrankung. Beim Myelom gehören dazu meist Blut- und Urinuntersuchungen, Knochenmarkuntersuchung und Bildgebung.
Endorganschaden Organschaden Schädigung eines Organs, die durch die Plasmazellerkrankung verursacht sein kann.
Fokale Läsion Herdbefund Begrenzte auffällige Stelle, zum Beispiel im MRT oder PET/CT.
Hyperkalzämie erhöhtes Kalzium Erhöhter Kalziumwert im Blut. Beim Myelom kann das durch Knochenabbau entstehen.
Hyperviskosität zähflüssigeres Blut Seltene Komplikation, bei der viele Eiweiße das Blut zähflüssiger machen können.
Initialdiagnostik Erstdiagnostik Erste Untersuchungen bei Verdacht auf ein Multiples Myelom.
Knochenläsion Knochenveränderung Auffällige Veränderung im Knochen, zum Beispiel durch Myelomherde.
Krankheitsaktivität Beschreibt, wie aktiv die Erkrankung aktuell ist.
Krankheitsprogression Progress Fortschreiten oder Zunahme der Erkrankungsaktivität.
M-Gradient M-Spike Auffälliger Eiweißgipfel in der Eiweißelektrophorese. Er kann auf ein monoklonales Eiweiß hinweisen.
Minimale Resterkrankung MRD Sehr empfindlicher Nachweis verbliebener Myelomzellen nach Behandlung.
Monoklonal Bedeutet, dass viele gleiche Zellen oder Eiweiße von einer Ursprungszelle abstammen.
Monoklonale Gammopathie Nachweis eines gleichartigen Antikörpers oder Antikörperbestandteils im Blut oder Urin.
Niereninsuffizienz Nierenschwäche Eingeschränkte Nierenfunktion. Beim Myelom können unter anderem freie Leichtketten die Nieren belasten.
Osteolyse Knochenauflösung Knochenabbau oder Knochenzerstörung. Kann Schmerzen und Knochenbrüche begünstigen.
Paraprotein M-Protein Krankhaft vermehrtes, gleichartiges Eiweiß, das von Myelomzellen gebildet werden kann.
Proteinurie Eiweiß im Urin Nachweis von Eiweiß im Urin. Kann auf eine Nierenbeteiligung hinweisen.
Refraktär therapieresistent Die Erkrankung spricht auf eine Behandlung nicht oder nicht mehr ausreichend an.
Remission Rückgang der Erkrankung Die Erkrankung wurde durch eine Behandlung zurückgedrängt. Es gibt verschiedene Tiefen des Ansprechens.
Rezidiv Rückfall Wiederauftreten oder Fortschreiten der Erkrankung nach einer Phase der Kontrolle.
Rezidivdiagnostik Rückfalldiagnostik Untersuchungen bei Verdacht auf Wiederauftreten oder Fortschreiten der Erkrankung.
SLiM-CRAB-Kriterien SLiM-CRAB Erweiterte Kriterien, mit denen beurteilt wird, ob ein Myelom behandlungsbedürftig ist. Dazu gehören Labor-, Knochenmark- und Bildgebungsbefunde.
Tumorlast Krankheitslast Ausmaß der Erkrankung im Körper.
Verlaufsdiagnostik Verlaufskontrolle Wiederholte Untersuchungen, um die Erkrankung und das Ansprechen auf eine Behandlung zu beobachten.

Blutbild und Blutzellen

BegriffAbkürzung / SynonymPatientengerecht erklärt
Basophile Granulozyten Basophile Kleine Untergruppe weißer Blutkörperchen.
Blutbild Laboruntersuchung der Blutzellen. Wichtig bei Diagnose, Therapie und Verlaufskontrolle.
Eosinophile Granulozyten Eosinophile Untergruppe weißer Blutkörperchen, unter anderem bei Allergien und bestimmten Immunreaktionen relevant.
Erythrozyten rote Blutkörperchen Blutzellen, die Sauerstoff transportieren.
Großes Blutbild Differenzialblutbild Blutbild mit zusätzlicher Aufschlüsselung der weißen Blutkörperchen.
Hämatopoetische Insuffizienz eingeschränkte Blutbildung Das Knochenmark bildet nicht ausreichend Blutzellen.
Hämoglobin Hb Roter Blutfarbstoff in den roten Blutkörperchen. Transportiert Sauerstoff.
Leukopenie Verminderung der weißen Blutkörperchen.
Leukozyten weiße Blutkörperchen Blutzellen der Immunabwehr.
Lymphopenie Verminderung der Lymphozyten.
Lymphozyten Untergruppe weißer Blutkörperchen, wichtig für die Immunabwehr.
Monozyten Untergruppe weißer Blutkörperchen, beteiligt an Immunreaktionen.
Myelosuppression Knochenmarksunterdrückung Verminderte Blutbildung im Knochenmark, zum Beispiel durch Erkrankung oder Behandlung.
Neutropenie Mangel an neutrophilen Granulozyten. Dadurch kann das Infektionsrisiko steigen.
Neutrophile Granulozyten Neutrophile Wichtige Untergruppe der weißen Blutkörperchen, besonders für die Abwehr bakterieller Infektionen.
Panzytopenie Verminderung aller drei Blutzellreihen: rote Blutkörperchen, weiße Blutkörperchen und Blutplättchen.
Retikulozyten junge rote Blutkörperchen Junge rote Blutkörperchen. Sie zeigen, wie aktiv das Knochenmark rote Blutzellen nachbildet.
Thrombozyten Blutplättchen Blutzellen, die für Blutgerinnung und Blutstillung wichtig sind.
Thrombozytopenie Verminderung der Blutplättchen. Kann die Blutungsneigung erhöhen.

Laborwerte und Gerinnungswerte

BegriffAbkürzung / SynonymPatientengerecht erklärt
Albumin Wichtiges Bluteiweiß. Wird auch bei Prognosesystemen berücksichtigt.
Alkalische Phosphatase AP Laborwert, der unter anderem bei Leber-, Gallen- und Knochenprozessen auffällig sein kann.
Beta-2-Mikroglobulin β2MG Laborwert, der bei der Stadieneinteilung und Prognoseabschätzung beim Myelom eine Rolle spielt.
Bilirubin Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs. Wichtig bei Leber- und Gallenfragen.
Blutsenkungsgeschwindigkeit BSG Entzündungs- und Eiweißhinweis. Beim Myelom historisch bekannt, heute weniger zentral.
C-reaktives Protein CRP Entzündungswert. Erhöhte Werte können auf Entzündung oder Infektion hinweisen.
D-Dimere Laborwert, der bei Verdacht auf Blutgerinnsel eine Rolle spielen kann.
Eisen Spurenelement, wichtig für die Blutbildung.
Ferritin Eisenspeicherwert. Kann auch bei Entzündung erhöht sein.
Fibrinogen Gerinnungseiweiß im Blut.
Folsäure Folat Vitamin, das für Zellteilung und Blutbildung wichtig ist.
Gamma-GT GGT Leber- und Gallenwegswert.
Gesamteiweiß Gesamtheit der Eiweiße im Blut. Kann bei monoklonalem Eiweiß verändert sein.
Geschätzte glomeruläre Filtrationsrate eGFR Berechneter Schätzwert für die Nierenfunktion.
Glomeruläre Filtrationsrate GFR Wert, der beschreibt, wie gut die Nieren das Blut filtern.
Glukose Blutzucker Zuckerwert im Blut. Kann unter bestimmten Medikamenten oder Begleiterkrankungen relevant sein.
GOT AST Leber- und Muskelwert. Kann bei verschiedenen Belastungen erhöht sein.
GPT ALT Leberwert. Kann Hinweise auf Leberbelastung geben.
Haptoglobin Laborwert, der bei Verdacht auf vermehrten Abbau roter Blutkörperchen helfen kann.
Harnsäure Stoffwechselwert. Kann bei Zellabbau oder Nierenproblemen erhöht sein.
Harnstoff Stoffwechselprodukt, das über die Nieren ausgeschieden wird. Kann bei Nierenfunktionsstörung erhöht sein.
HbA1c Langzeitblutzucker Laborwert zur längerfristigen Einschätzung des Blutzuckers.
INR Quick/INR Gerinnungswert, vor allem bei bestimmten Blutverdünnern relevant.
Kalium K Wichtiger Elektrolyt, unter anderem für Herz und Muskeln.
Kalzium Calcium Mineralstoff im Blut und in den Knochen. Ein erhöhter Wert kann beim Myelom bedeutsam sein.
Korrigiertes Kalzium Kalziumwert, der unter Berücksichtigung des Albuminwertes beurteilt wird.
Kreatinin Wichtiger Laborwert zur Einschätzung der Nierenfunktion.
Laktatdehydrogenase LDH Laborwert, der bei Zellumsatz oder Gewebebelastung erhöht sein kann. Beim Myelom auch prognostisch relevant.
Magnesium Mg Mineralstoff, wichtig für Muskeln, Nerven und Stoffwechsel.
Natrium Na Wichtiger Blutsalz-/Elektrolytwert.
NT-proBNP Herzmarker. Kann bei Verdacht auf Herzbeteiligung, zum Beispiel bei AL-Amyloidose, relevant sein.
Phosphat Mineralstoff, unter anderem wichtig für Knochen und Stoffwechsel.
PTT aPTT Gerinnungswert zur Einschätzung bestimmter Gerinnungswege.
Transferrin Eiweiß, das Eisen im Blut transportiert.
Transferrinsättigung TSAT Zeigt, wie stark das Eisen-Transporteiweiß mit Eisen beladen ist.
Troponin Herzmarker, der bei Herzmuskelschädigung eine Rolle spielt.
Vitamin B12 Cobalamin Vitamin, das für Blutbildung und Nerven wichtig ist.
Vitamin D Vitamin/Hormonvorstufe, wichtig unter anderem für Knochenstoffwechsel.

Eiweißdiagnostik und Immunologie

BegriffAbkürzung / SynonymPatientengerecht erklärt
24-Stunden-Sammelurin Urinsammlung über 24 Stunden, zum Beispiel zur Eiweißmessung.
Antikörpermangel Hypogammaglobulinämie Verminderte Bildung normaler Antikörper. Kann das Infektionsrisiko erhöhen.
Eiweißelektrophorese SPE Laboruntersuchung, die auffällige Eiweißmuster im Blut sichtbar machen kann.
Freie Leichtketten FLC Kleine Bestandteile von Antikörpern. Beim Myelom können sie vermehrt gebildet werden.
Immunglobulin Ig Antikörper. Bestandteil des Immunsystems.
Immunglobulin A IgA Antikörperklasse, die beim Myelom ebenfalls als monoklonales Eiweiß vorkommen kann.
Immunglobulin D IgD Seltene Antikörperklasse, die bei bestimmten Myelomformen vorkommen kann.
Immunglobulin E IgE Sehr seltene Antikörperklasse im Zusammenhang mit Plasmazellerkrankungen.
Immunglobulin G IgG Häufige Antikörperklasse. Beim Myelom kann IgG als monoklonales Eiweiß vermehrt sein.
Immunglobulin M IgM Antikörperklasse. Beim Myelom seltener, aber wichtig zur Abgrenzung anderer Erkrankungen.
Immunfixation IFE Genauere Laboruntersuchung zur Bestimmung monoklonaler Eiweiße im Blut oder Urin.
Kapillarzonenelektrophorese CZE Labormethode zur Untersuchung von Eiweißen im Blut.
Kappa-Leichtkette κ Eine Form der Leichtkette von Antikörpern.
Kappa/Lambda-Ratio FLC-Ratio, rFLC Verhältnis von Kappa- zu Lambda-Leichtketten. Ein auffälliges Verhältnis kann auf monoklonale Bildung hinweisen.
Lambda-Leichtkette λ Zweite wichtige Form der Leichtkette von Antikörpern.

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