Eingabehilfen öffnen

Zum Hauptinhalt springen

Reisen mit Krebs

© stux über Pixabay

Eine Reise kann guttun: Abstand vom Alltag gewinnen, neue Eindrücke sammeln, Zeit mit vertrauten Menschen verbringen oder einfach zur Ruhe kommen. Auch mit einer Krebserkrankung ist Urlaub grundsätzlich möglich – vorausgesetzt, die aktuelle gesundheitliche Situation erlaubt es und die Reise ist gut vorbereitet.

Für Menschen mit Multiplem Myelom ist eine sorgfältige Planung besonders wichtig. Die Erkrankung selbst und manche Therapien können das Immunsystem schwächen. Dadurch können Infektionen leichter auftreten oder schwerer verlaufen. Auch Begleiterscheinungen wie Fatigue, Schmerzen, Polyneuropathie, Nierenfunktionsstörungen oder ein erhöhtes Thromboserisiko können bei der Reiseplanung eine Rolle spielen.

Vor der Reise: ärztlich abklären lassen

Besprechen Sie Ihre Reisepläne frühzeitig mit Ihrem hämatologisch-onkologischen Behandlungsteam. Das gilt besonders, wenn Sie aktuell behandelt werden, kürzlich eine intensive Therapie erhalten haben, eine Stammzelltransplantation oder CAR-T-Zelltherapie hinter sich haben, häufiger Infekte auftreten oder eine Reise ins Ausland geplant ist.

Gemeinsam kann geklärt werden, ob das Reiseziel, die Reisedauer und die Art der Anreise zur aktuellen Situation passen. Auch praktische Fragen lassen sich vorbereiten: Welche Medikamente müssen mit? Sind Bescheinigungen erforderlich? Was tun bei Fieber oder anderen Beschwerden unterwegs? Der Krebsinformationsdienst empfiehlt ebenfalls, geplante Therapiepausen und Reisen mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten abzustimmen. 

Impfungen und Infektionsschutz

Vor Reisen sollte der Impfstatus überprüft werden. Welche Impfungen sinnvoll oder möglich sind, hängt von der Erkrankung, der aktuellen Therapie, dem Reiseziel und dem Zeitpunkt ab. Die Onkopedia-Empfehlungen betonen, dass Impfungen ein wichtiger Baustein der Infektionsvorbeugung bei Tumorpatient:innen sind. Bei Menschen mit hämatologischen Erkrankungen wie dem Multiplen Myelom spielt der Immunschutz eine besondere Rolle. Lebendimpfstoffe sind während einer Krebsbehandlung in der Regel nicht empfohlen; inaktivierte Impfstoffe können grundsätzlich möglich sein, die Impfantwort kann jedoch vermindert sein. 

Bei Auslandsreisen sind zusätzlich die reisemedizinischen Hinweise des Auswärtigen Amts hilfreich. Dort finden sich länderspezifische Informationen zu Gesundheitsrisiken, Impfungen und Vorsorgemaßnahmen. 

Medikamente und Unterlagen

Nehmen Sie wichtige Medikamente möglichst im Handgepäck mit und planen Sie eine ausreichende Reserve ein. Sinnvoll können außerdem ein aktueller Medikamentenplan, ein kurzer Arztbrief, Notfallkontakte, Versicherungsunterlagen und – bei Auslandsreisen – Informationen zur medizinischen Versorgung am Zielort sein.

Wer starke Schmerzmittel oder andere Betäubungsmittel mitführt, sollte sich vorab über die geltenden Regeln informieren. Für Reisen innerhalb des Schengen-Raums ist laut BfArM eine ärztliche Bescheinigung erforderlich, die vor Reiseantritt beglaubigt werden muss. Für Reisen außerhalb des Schengen-Raums gelten je nach Land unterschiedliche Regelungen. 

Reisen möglichst stressarm planen

Wählen Sie ein Reiseziel, das zu Ihrer aktuellen Belastbarkeit passt. Kurze Wege, gute medizinische Versorgung vor Ort, flexible Buchungsmöglichkeiten und ausreichend Pausen können die Reise deutlich erleichtern. Auch Hitze, Höhenlagen, lange Flug- oder Autofahrten, ungewohnte hygienische Bedingungen oder große Menschenmengen sollten in die Planung einbezogen werden.

Hilfreich ist eine einfache Reise-Checkliste:

  • Reisepläne mit dem Behandlungsteam besprechen
  • Impfstatus prüfen lassen
  • Medikamente und Unterlagen vorbereiten
  • Notfallkontakte notieren
  • Reiseversicherung und Rücktransport prüfen
  • Pausen und Erholungszeiten einplanen
  • Bei Fieber oder deutlicher Verschlechterung rasch ärztliche Hilfe suchen

Fragen an das Behandlungsteam vor einer Reise

  • Ist mein geplantes Reiseziel aus medizinischer Sicht aktuell geeignet?
  • Gibt es bei meiner Therapie besondere Infektions- oder Thromboserisiken?
  • Sollte mein Impfstatus vor der Reise überprüft oder ergänzt werden?
  • Was soll ich tun, wenn ich unterwegs Fieber, Atemnot, Durchfall, Schmerzen oder andere neue Beschwerden bekomme?
  • Welche Medikamente, Bescheinigungen und Unterlagen sollte ich mitnehmen?
  • Gibt es Warnzeichen, bei denen ich sofort ärztliche Hilfe suchen sollte?

Gut vorbereitet unterwegs

Reisen mit Multiplem Myelom ist nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Entscheidend ist, dass die Reise zur aktuellen gesundheitlichen Situation passt und gut vorbereitet wird. Wer frühzeitig plant, medizinische Fragen klärt und wichtige Unterlagen mitnimmt, kann die Reise entspannter angehen.

Urlaub mit Krebs: Entspannen und erholen trotz Krankheit

Einfach abschalten, am Strand spazieren oder vom Gipfel in die Ferne blicken – eine Reise tut der Seele gut. Die Auszeit kann den Heilungsprozess unterstützen oder dafür sorgen, dass Sie sich nach einer Krebserkrankung schneller erholen. Urlaub mit Krebs ist möglich, er braucht nur etwas mehr Vorbereitung und genauere Planung. Lassen Sie sich davon nicht abschrecken!

Tipps für die Urlaubsplanung mit Krebs

Egal, ob Strand- oder Wanderurlaub, ob Städtetrip oder Kreuzfahrt: mit einer Krebserkrankung ist Reisen kein Tabu. Eine gute Vorbereitung ist dabei besonders wichtig. Die folgenden Tipps und Checkliste verraten dir, was du im Vorfeld organisieren kannst.

Reisen nach einer Krebserkrankung bzw. -therapie: So wird Ihre Auszeit erholsam

Eine Auszeit am Lieblingsreiseziel nach der anstrengenden Krebstherapie, endlich die langersehnte Weltreise von der Bucket List streichen – oder einfach einen ersten Kurztrip in eine pulsierende Stadt wagen. Wie auch immer Ihre Urlaubspläne aussehen: Als Betroffene:r beachten Sie bei der Vorbereitung und während der Reise andere Dinge als vor der Krebserkrankung.

Besonders wichtig ist, Ihre Reisepläne mit Ihren Ärzt:innen zu besprechen. Auch, wenn Sie sich gut und sicher genug fühlen, eine Reise zu unternehmen, sollten Sie sich mit ihnen beraten, was Dauer und Ziel der Reise betrifft, und wie sie Ihre Reisefähigkeit oder auch Flugtauglichkeit einschätzen.

Als Krebspatient:in unterwegs

Mit dem Sommer kommt die Reiselust, egal ob man Krebspatient*in ist oder nicht. Mit der Familie, dem Partner oder auch ganz alleine neue Regionen zu erkunden, fremde Länder zu entdecken oder sich einfach nur in der Sonne zu erholen, lenkt ab und hilft wieder zu Kräften zu kommen. Dennoch erfordert eine Reise vor, während oder nach der Krebstherapieeine besondere Vorbereitung. 

Die Erkrankung und die Therapie schließen prinzipiell keine Reise aus. Trotzdem ist es wichtig, schon vor der Urlaubsplanung mit der behandelnden Ärztin / dem behandelnden Arzt zu sprechen. Dieser kann die Reisetauglichkeit einschätzen, notwendige Maßnahmen erläutern, die in der Planung berücksichtigt werden müssen und bei der Auswahl eines geeigneten Reiseziels helfen.

Reisen mit Betäubungsmitteln

Viele Krebspatient:innen benötigen ein Schmerztherapie mit Betäubungsmitteln. Nach den Bestimmungen der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) darf ein Arzt für Patienten Betäubungsmittel in angemessener Menge verschreiben. Der Patient darf die aufgrund ärztlicher Verschreibung erworbenen Betäubungsmittel in der für die Dauer der Reise angemessenen Menge als Reisebedarf aus- oder einführen.

Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

top