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Impfungen beim Multiplen Myelom – Empfehlungen und Infektionsschutz

© iStock.com/peterschreiber.media

Menschen mit Multiplem Myelom haben aufgrund ihrer Erkrankung und bestimmter Therapien ein erhöhtes Risiko für Infektionen. Schutzimpfungen sind deshalb ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsvorsorge.

Besonders relevant sind Impfungen gegen Influenza (Grippe), COVID-19, Pneumokokken, RSV und Herpes Zoster (Gürtelrose). Welche Impfungen empfohlen werden, hängt unter anderem vom Alter, dem bisherigen Impfschutz und der aktuellen Myelomtherapie ab.

Auch bei einer Stammzelltransplantation, CAR-T-Zelltherapie oder Behandlung mit bispezifischen Antikörperngelten besondere Empfehlungen zum Impfschutz.

Auch Angehörige, Partner und andere enge Kontaktpersonen können zum Infektionsschutz von Menschen mit Multiplem Myelom beitragen. Ein vollständiger, altersgerechter Impfschutz, insbesondere gegen Influenza (Grippe) und COVID-19, kann das Risiko einer Übertragung bestimmter Infektionen verringern.

Die aktuelle Onkopedia-Leitlinie vom Mai 2026 empfiehlt ausdrücklich einen vollständigen Impfschutz auch für Angehörige und das familiäre Umfeld. Die STIKO empfiehlt zudem die Influenza-Impfung für Personen, die im selben Haushalt lebende oder betreute Risikopersonen gefährden könnten.

Deshalb sollten auch Personen im gemeinsamen Haushalt und Menschen mit regelmäßigem engem Kontakt ihren Impfstatus überprüfen und empfohlene Schutzimpfungen wahrnehmen.

In dieser Kategorie informiert Myelom.Online über aktuelle Impfempfehlungen, geeignete Impfzeitpunkte und Besonderheiten bei Immunschwäche. Grundlage sind die Empfehlungen der STIKO und aktuelle medizinische Leitlinien.

Wichtig: Die individuelle Impfplanung sollte immer mit dem behandelnden hämatologisch-onkologischen Team abgestimmt werden.

Welche Impfungen sind beim Multiplen Myelom wichtig?

Menschen mit Multiplem Myelom haben ein erhöhtes Risiko für Infektionen. Die Erkrankung beeinträchtigt die Funktion des Immunsystems. Auch bestimmte Myelomtherapien können die körpereigene Abwehr zusätzlich schwächen.

Schutzimpfungen sind deshalb ein wichtiger Bestandteil der Infektionsvorsorge beim Multiplen Myelom. Sie können das Risiko bestimmter Infektionskrankheiten und schwerer Krankheitsverläufe verringern.

Welche Schutzimpfungen sind besonders wichtig?

Für Menschen mit Multiplem Myelom sind insbesondere folgende Impfungen relevant:

  • Influenza (Grippe): Die jährliche Impfung schützt vor einer saisonalen Infektionskrankheit, die bei Immunschwäche schwer verlaufen kann.

  • COVID-19: Je nach Immunstatus und bisherigem Impfschutz können zusätzliche Impfungen empfohlen sein.

  • Pneumokokken: Die Impfung schützt vor bestimmten bakteriellen Infektionen, darunter schweren Lungenentzündungen.

  • RSV: Die Impfung kann für ältere und besonders gefährdete Menschen sinnvoll sein.

  • Herpes Zoster (Gürtelrose): Für Menschen mit bestimmten Formen der Immunschwäche besteht eine Impfempfehlung bereits ab 18 Jahren.

Auch der allgemeine Impfschutz, beispielsweise gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten, sollte überprüft werden.

Was gilt bei einer laufenden Myelomtherapie?

Nicht jede Impfung ist zu jedem Zeitpunkt gleichermaßen wirksam. Bestimmte Medikamente können die Immunantwort vermindern.

Besondere Empfehlungen gelten nach einer Stammzelltransplantation, nach CAR-T-Zelltherapien und bei anderen stark immunschwächenden Behandlungen.

Auch zwischen Totimpfstoffen und Lebendimpfstoffen muss unterschieden werden. Letztere sind bei einer ausgeprägten Immunschwäche häufig nicht geeignet.

Individuellen Impfschutz überprüfen lassen

Welche Impfungen notwendig sind, hängt unter anderem vom Alter, bisherigen Impfungen, der Behandlung und dem aktuellen Immunstatus ab.

Unser Tipp: Nehmen Sie Ihren Impfpass zum nächsten Arzttermin mit und besprechen Sie gemeinsam mit Ihrem Behandlungsteam, ob Impfungen fehlen oder ein besonderer Impfplan erforderlich ist.

Weitere Informationen finden Sie in unseren Beiträgen zu einzelnen Impfungen und zum geeigneten Impfzeitpunkt während einer Myelomtherapie.

Impfungen während der Myelomtherapie

Was ist zu beachten?

Sind Impfungen während einer Behandlung des Multiplen Myeloms möglich? Grundsätzlich können viele Schutzimpfungen auch während einer laufenden Myelomtherapie sinnvoll sein. Entscheidend sind der verwendete Impfstoff, die jeweilige Behandlung und der Zustand des Immunsystems.

Warum ist der Impfzeitpunkt wichtig?

Myelomtherapien können die Fähigkeit des Immunsystems beeinträchtigen, nach einer Impfung ausreichend schützende Antikörper zu bilden.

Wenn möglich, sollte der Impfstatus deshalb bereits vor Beginn einer immunschwächenden Behandlung überprüft werden.

Bei vielen Totimpfstoffen ist ein zeitlicher Abstand von mindestens zwei Wochen vor Therapiebeginn günstig. Das ist jedoch keine starre Voraussetzung für jede Impfung.

Eine notwendige Krebstherapie sollte nicht allein wegen fehlender Impfungen verzögert werden.

Impfungen während einer laufenden Behandlung

Totimpfstoffe enthalten keine vermehrungsfähigen Krankheitserreger. Sie können deshalb grundsätzlich auch bei vielen Menschen mit geschwächtem Immunsystem eingesetzt werden.

Allerdings kann der Impfschutz bei bestimmten Myelomtherapien geringer ausfallen.

Bei Lebendimpfstoffen ist besondere Vorsicht erforderlich. Sie sind bei einer relevanten Immunsuppression häufig kontraindiziert.

Besondere Behandlungssituationen

Nach einer autologen Stammzelltransplantation oder einer CAR-T-Zelltherapie gelten spezielle Impfpläne.

Auch Behandlungen mit bispezifischen Antikörpern können die Immunabwehr erheblich beeinflussen. Deshalb müssen Impfzeitpunkt und mögliche Impfantwort individuell beurteilt werden.

Was sollten Patientinnen und Patienten beachten?

Es ist sinnvoll, den Impfstatus regelmäßig mit dem behandelnden hämatologisch-onkologischen Team zu besprechen.

Wichtig: Eine Myelomtherapie darf wegen einer geplanten Impfung nicht eigenständig verschoben, unterbrochen oder verändert werden.

Atemwegsinfektionen beim Multiplen Myelom: Welche Impfungen schützen?

Atemwegsinfektionen können für Menschen mit Multiplem Myelom besonders gefährlich sein. Durch die Erkrankung und bestimmte Behandlungen ist die Immunabwehr häufig geschwächt.

Impfungen gegen Influenza, COVID-19, Pneumokokken und RSV können einen wichtigen Beitrag zum Schutz vor schweren Atemwegsinfektionen leisten.

Influenza – die echte Grippe

Influenzaviren verursachen die saisonale Grippe. Bei Menschen mit Immunschwäche kann die Erkrankung schwer verlaufen.

Die STIKO empfiehlt für entsprechende Risikogruppen eine jährliche Grippeimpfung.

COVID-19

Eine Infektion mit SARS-CoV-2 kann insbesondere bei Menschen mit ausgeprägter Immunschwäche schwer verlaufen.

Welche COVID-19-Impfungen empfohlen werden, richtet sich nach der bisherigen Immunisierung, dem Alter und der gesundheitlichen Situation.

Pneumokokken

Pneumokokken sind Bakterien, die unter anderem Lungenentzündungen und Blutstrominfektionen auslösen können.

Für Erwachsene mit Immundefizienz empfiehlt die STIKO grundsätzlich eine Impfung mit dem 20-valenten Pneumokokken-Konjugatimpfstoff (PCV20). Bereits erfolgte Impfungen müssen berücksichtigt werden.

RSV – das Respiratorische Synzytial-Virus

RSV verursacht Atemwegsinfektionen, die besonders bei älteren Menschen und Personen mit geschwächter Immunabwehr schwer verlaufen können.

Für bestimmte Alters- und Risikogruppen empfiehlt die STIKO eine RSV-Impfung.

Warum sind mehrere Impfungen sinnvoll?

Die genannten Krankheitserreger unterscheiden sich grundlegend. Eine Impfung gegen Influenza schützt beispielsweise nicht gleichzeitig vor RSV oder Pneumokokken.

Auch ein vollständiger Impfschutz verhindert nicht jede Infektion. Er kann jedoch dazu beitragen, schwere Krankheitsverläufe zu vermeiden.

Unser Hinweis: Lassen Sie sich beraten, welche Schutzimpfungen für Ihre persönliche Behandlungssituation empfohlen werden.

RSV-Impfung beim Multiplen Myelom: Wer sollte sich impfen lassen?

Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist ein häufiger Erreger von Atemwegsinfektionen. Während RSV bei gesunden Erwachsenen häufig nur erkältungsähnliche Beschwerden verursacht, kann die Infektion bei älteren oder immungeschwächten Menschen schwer verlaufen.

Menschen mit Multiplem Myelom können ein erhöhtes Risiko für schwere RSV-Infektionen haben, insbesondere bei ausgeprägter Immunschwäche oder unter bestimmten Therapien.

Für wen empfiehlt die STIKO eine RSV-Impfung?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt:

  • Eine einmalige RSV-Impfung als Standardimpfung für Menschen ab 75 Jahren.

  • Eine einmalige RSV-Impfung für Menschen zwischen 60 und 74 Jahren mit bestimmten schweren Grunderkrankungen oder bei Leben in einer Pflegeeinrichtung.

Zu den relevanten Erkrankungen können auch schwere hämato-onkologische Erkrankungen gehören.

Was gilt für Myelompatientinnen und -patienten unter 60 Jahren?

Auch jüngere Menschen mit Multiplem Myelom können ein erhöhtes Infektionsrisiko aufweisen.

Medizinische Fachgesellschaften wie die DGHO weisen darauf hin, dass eine RSV-Impfung bei hämatologischen Risikopatientinnen und -patienten individuell sinnvoll sein kann.

Eine allgemeine STIKO-Impfempfehlung für Erwachsene unter 60 Jahren besteht derzeit jedoch nicht.

Muss die RSV-Impfung jährlich wiederholt werden?

Nach der derzeitigen STIKO-Empfehlung handelt es sich um eine einmalige Impfung. Ob zukünftig Auffrischimpfungen notwendig werden, ist noch nicht abschließend geklärt.

Wer übernimmt die Kosten?

Die Kostenübernahme hängt unter anderem davon ab, ob die Impfung innerhalb der regulären Empfehlungen erfolgt. Bei individuellen Impfentscheidungen außerhalb der STIKO-Empfehlung sollte die Kostenübernahme vorab geklärt werden.

Unser Hinweis: Besprechen Sie mit Ihrem hämatologisch-onkologischen Behandlungsteam, ob eine RSV-Impfung für Sie infrage kommt.

Grippeimpfung beim Multiplen Myelom: Warum ist sie wichtig?

Die saisonale Grippe (Influenza) kann für Menschen mit Multiplem Myelom eine ernsthafte gesundheitliche Belastung darstellen. Durch die Erkrankung und bestimmte Behandlungen ist das Immunsystem häufig geschwächt.

Die jährliche Grippeimpfung gehört deshalb zu den wichtigen Schutzmaßnahmen für Menschen mit Multiplem Myelom.

Warum ist Influenza bei Immunschwäche gefährlich?

Eine echte Grippe ist nicht mit einer gewöhnlichen Erkältung gleichzusetzen.

Influenzaviren können hohes Fieber, ausgeprägtes Krankheitsgefühl und Atemwegsbeschwerden verursachen. In schweren Fällen können Komplikationen wie eine Lungenentzündung auftreten.

Menschen mit eingeschränkter Immunabwehr haben ein erhöhtes Risiko für schwerere Krankheitsverläufe.

Warum wird jedes Jahr eine neue Grippeimpfung empfohlen?

Influenzaviren verändern sich fortlaufend. Deshalb wird die Zusammensetzung der Grippeimpfstoffe regelmäßig an die erwarteten Virusvarianten angepasst.

Die STIKO empfiehlt Menschen mit relevanten chronischen Erkrankungen oder Immunschwäche eine jährliche Influenza-Impfung.

Wann sollte die Grippeimpfung erfolgen?

In Deutschland wird die Impfung üblicherweise im Herbst durchgeführt, möglichst bevor die Grippewelle beginnt.

Auch eine spätere Impfung kann je nach Infektionslage noch sinnvoll sein.

Grippeimpfung während der Myelomtherapie

Bestimmte Medikamente können die Impfantwort vermindern. Dennoch kann eine Grippeimpfung dazu beitragen, das Risiko schwerer Erkrankungsverläufe zu reduzieren.

Wann die Impfung im Verlauf einer Behandlung am günstigsten ist, sollte individuell besprochen werden.

Können Angehörige zum Schutz beitragen?

Auch ein vollständiger Impfschutz enger Kontaktpersonen ist sinnvoll. Dadurch kann das Risiko einer Übertragung von Influenzaviren im persönlichen Umfeld verringert werden.

Unser Tipp: Lassen Sie den jährlichen Grippeimpftermin rechtzeitig mit Ihrem Behandlungsteam abstimmen.

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