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Impfungen beim Multiplen Myelom – Empfehlungen und Infektionsschutz

Gürtelrose-Impfung beim Multiplen Myelom: Schutz vor Herpes Zoster

Menschen mit Multiplem Myelom haben aufgrund ihrer eingeschränkten Immunabwehr ein erhöhtes Risiko, an Gürtelrose (Herpes Zoster) zu erkranken.

Die Impfung gegen Gürtelrose ist deshalb eine wichtige Maßnahme zum Infektionsschutz beim Multiplen Myelom.

Was ist Gürtelrose?

Gürtelrose wird durch das Varizella-Zoster-Virus verursacht. Dieses Virus löst bei einer erstmaligen Infektion Windpocken aus und verbleibt anschließend im Körper.

Wenn die Immunabwehr nachlässt, kann das Virus erneut aktiv werden und Gürtelrose verursachen.

Typisch sind ein schmerzhafter Hautausschlag und Bläschenbildung. Eine mögliche Komplikation sind länger anhaltende Nervenschmerzen, die als postherpetische Neuralgie bezeichnet werden.

Ab welchem Alter wird die Gürtelrose-Impfung empfohlen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Gürtelrose-Impfung grundsätzlich ab 60 Jahren.

Seit November 2025 besteht zusätzlich eine Empfehlung für Menschen ab 18 Jahren mit bestimmten gesundheitlichen Risikofaktoren, insbesondere bei angeborener oder erworbener Immundefizienz.

Damit ist die Empfehlung auch für viele Menschen mit Multiplem Myelom relevant.

Welcher Impfstoff wird verwendet?

Für die Impfung wird ein rekombinanter Totimpfstoff eingesetzt. Dieser enthält keine vermehrungsfähigen Varizella-Zoster-Viren.

Die Impfung besteht aus einer Impfserie. Die zeitliche Planung richtet sich nach den geltenden Empfehlungen und der individuellen Behandlungssituation.

Was gilt während der Myelomtherapie?

Bestimmte Myelomtherapien können das Immunsystem stark beeinträchtigen. Deshalb sollte der geeignete Zeitpunkt der Impfung individuell festgelegt werden.

Eine Gürtelrose-Impfung ersetzt außerdem nicht automatisch eine möglicherweise notwendige antivirale Infektionsprophylaxe während bestimmter Behandlungen.

Unser Hinweis: Lassen Sie Ihren Impfschutz gegen Gürtelrose mit Ihrem behandelnden Team überprüfen.

Impfungen nach Stammzelltransplantation und CAR-T-Zelltherapie beim Multiplen Myelom

Nach einer autologen Stammzelltransplantation oder einer CAR-T-Zelltherapie kann das Immunsystem über längere Zeit geschwächt sein.

Deshalb benötigen Menschen mit Multiplem Myelom nach diesen Behandlungen häufig einen speziell angepassten Impfplan.

Warum können erneute Impfungen notwendig sein?

Bestimmte intensive Therapien beeinflussen nicht nur die Myelomerkrankung, sondern auch die Immunzellen, die für den Schutz vor Krankheitserregern verantwortlich sind.

Dadurch kann ein zuvor vorhandener Impfschutz teilweise verloren gehen oder unzureichend sein.

Ein erneuter Aufbau des Impfschutzes kann deshalb notwendig werden.

Impfungen nach autologer Stammzelltransplantation

Bei einer autologen Stammzelltransplantation werden zuvor gewonnene körpereigene Blutstammzellen nach einer hochdosierten Chemotherapie zurückgegeben.

Anschließend erholt sich das blutbildende System. Auch der Immunschutz muss sich neu aufbauen.

Für diese Behandlungssituation enthalten medizinische Leitlinien besondere Empfehlungen, unter anderem zu Impfungen gegen Pneumokokken, Influenza, COVID-19 und weitere Infektionskrankheiten.

Impfungen nach CAR-T-Zelltherapie

Bei einer CAR-T-Zelltherapie werden körpereigene Immunzellen gezielt gegen Krebszellen eingesetzt.

Nach der Behandlung kann die Antikörperbildung über längere Zeit eingeschränkt sein.

Die aktuelle Onkopedia-Leitlinie enthält deshalb einen eigenen Impfplan für Menschen nach CAR-T-Zelltherapie.

Was gilt bei bispezifischen Antikörpern?

Auch bispezifische Antikörper können die Immunabwehr stark beeinflussen.

Die Impfantwort kann unter solchen Behandlungen vermindert sein. Deshalb sind die individuelle Risikoabwägung und die Abstimmung mit dem spezialisierten Behandlungsteam besonders wichtig.

Wer erstellt den Impfplan?

Der Impfplan sollte durch das behandelnde Transplantationszentrum oder hämatologisch-onkologische Team festgelegt werden.

Dabei werden unter anderem die bisherige Impfgeschichte, die Behandlung und die Erholung des Immunsystems berücksichtigt.

Wichtig: Impfungen nach einer intensiven Myelomtherapie dürfen nicht ausschließlich nach allgemeinen Impfkalendern geplant werden. Die speziellen Empfehlungen des behandelnden Zentrums sind entscheidend.

Informationsstand: Oktober 2026. Grundlage: Onkopedia-Leitlinie „Impfungen bei malignen Erkrankungen und Immunsuppression“, Mai 2026.

Aktuelle Impfempfehlungen bei Multiplem Myelom: STIKO und Onkopedia

Welche Impfungen Menschen mit Multiplem Myelom benötigen, hängt von verschiedenen medizinischen Faktoren ab.

Wichtige wissenschaftliche Grundlagen liefern die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut und die medizinischen Onkopedia-Leitlinien.

STIKO – Impfempfehlungen in Deutschland

Die STIKO entwickelt wissenschaftlich begründete Impfempfehlungen für die Bevölkerung in Deutschland.

Sie berücksichtigt dabei unter anderem das Alter, bestehende Grunderkrankungen und besondere gesundheitliche Risikofaktoren.

Für Menschen mit geschwächtem Immunsystem gelten teilweise zusätzliche Impfempfehlungen.

Die jeweils aktuellen Empfehlungen sind auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts verfügbar.

Onkopedia – Impfungen bei Krebs und Immunschwäche

Die Onkopedia-Leitlinie „Impfungen bei malignen Erkrankungen und Immunsuppression“ wurde im Mai 2026 aktualisiert.

Sie berücksichtigt die besonderen Anforderungen an Schutzimpfungen bei Menschen mit Krebserkrankungen und eingeschränkter Immunabwehr.

Dazu gehören auch Empfehlungen für Menschen mit hämatologischen Erkrankungen wie dem Multiplen Myelom.

Eigene Abschnitte behandeln Impfungen während der Krebstherapie, nach autologer Stammzelltransplantation und nach CAR-T-Zelltherapie.

Warum sind beide Quellen wichtig?

Die STIKO gibt die grundlegenden Impfempfehlungen für Deutschland heraus.

Die medizinischen Fachleitlinien ergänzen diese durch besondere Empfehlungen für Patientinnen und Patienten mit komplexen Erkrankungen und Behandlungssituationen.

Unser Hinweis: Nutzen Sie aktuelle Leitlinien zur Orientierung und besprechen Sie individuelle Impfentscheidungen mit Ihrem behandelnden hämatologisch-onkologischen Team.

Infektionen beim Multiplen Myelom: Ursachen und Schutz – Podcast

Warum treten Infektionen bei Menschen mit Multiplem Myelom häufiger auf? Welche Rolle spielen die Erkrankung selbst und die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten?

In der Podcastreihe „Multiples zum Myelom“ erläutert Prof. Dr. Leo Rasche die Hintergründe des erhöhten Infektionsrisikos bei Multiplem Myelom.

Warum ist das Infektionsrisiko erhöht?

Das Multiple Myelom beeinträchtigt die Funktion bestimmter Immunzellen. Dadurch kann die körpereigene Abwehr gegen Krankheitserreger geschwächt sein.

Zusätzlich können Myelomtherapien das Immunsystem beeinflussen.

Infektionsschutz ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Begleitung von Menschen mit Multiplem Myelom.

Informationen zum Anhören

Der Podcast bietet einen verständlichen Zugang zum Thema Infektionen und Immunschwäche.

Er richtet sich an Menschen mit Multiplem Myelom, Angehörige und weitere Interessierte, die mehr über die Erkrankung erfahren möchten.

Ergänzend zum Podcast finden Sie auf Myelom.Online aktuelle Informationen zu Schutzimpfungen, Impfzeitpunkten und besonderen Behandlungssituationen.

Hinweis: Medizinische Aussagen eines Podcasts spiegeln den Wissensstand zum Zeitpunkt der Aufnahme wider. Für aktuelle Impfempfehlungen beachten Sie bitte die Informationen der STIKO und die gültigen medizinischen Leitlinien.

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