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Nierenfunktionsstörungen bei Multiplem Myelom

© iStock.com/Mohammed Haneefa Nizamudeen

Nierenfunktionsstörungen beim Multiplen Myelom

Die Nieren filtern Abfallstoffe aus dem Blut, regulieren den Wasser- und Salzhaushalt und helfen dabei, Medikamente auszuscheiden. Beim Multiplen Myelom können sie besonders belastet sein. Häufige Ursachen sind vermehrte Eiweißbestandteile des Myeloms, sogenannte freie Leichtketten, aber auch ein erhöhter Kalziumwert, Flüssigkeitsmangel, Infektionen oder bestimmte Medikamente. 

Nierenfunktionsstörungen können zu den wichtigen Krankheitszeichen beim Multiplen Myelom gehören. Deshalb werden Nierenwerte wie Kreatinin und eGFR sowie Urinwerte regelmäßig kontrolliert. Die S3-Leitlinie empfiehlt, bei allen Patient:innen mit Multiplem Myelom die Nierenfunktion zu Beginn und im Verlauf zu überwachen. 

Wichtig ist eine frühzeitige Abklärung, wenn sich die Nierenwerte verschlechtern, der Urin schäumt, die Urinmenge deutlich abnimmt, Wassereinlagerungen auftreten oder Beschwerden wie Übelkeit, Verwirrtheit, starke Müdigkeit oder Luftnot hinzukommen. Bei Verdacht auf eine Nierenbeteiligung sollte auch eine nephrologische Mitbeurteilung erfolgen. 

Betroffene sollten ohne Rücksprache keine Schmerzmittel oder anderen Medikamente einnehmen, die die Nieren belasten können. Auch Kontrastmitteluntersuchungen, Flüssigkeitszufuhr und Medikamente sollten bei eingeschränkter Nierenfunktion mit dem Behandlungsteam abgestimmt werden.

Nierenfunktionsstörungen beim Multiplen Myelom

Bei einem relevanten Anteil von Myelom-Patienten ist das akute Nierenversagen das führende klinische Symptom, das zur Diagnosestellung führt. Bis zu 5-10% der Patienten sind bei Erstdiagnose dialysepflichtig. Ein Serum-Kreatinin-Wert von > 2 mg/dl stellt einen Behandlungsgrund nach den sog. „CRAB“-Kriterien dar (Erhöhung des Serum-Kalziums, Kreatinin > 2 mg/dl, Anämie mit Hämoglobin > 2g/dl unter der Norm und Knochenerkrankung im Sinne von Osteolysen oder Knochenbrüchen).

Wie bedroht das Myelom die Niere und was kann man dagegen tun?

Bei bis zu 40% der Myelom-Patienten ist das akute Nierenversagen das führende klinische Symptom, das zur Diagnosestellung führt. Bis zu 10% der Patienten sind bei Erstdiagnose dialysepflichtig.

Hier ein Vortrag von Prof. Dr. med. Stefan Knop auf dem 2. Digitalen Myelom-Forum am 21.11.2020:

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