Untersuchungen, Pathologie und Genetik
| Begriff | Abkürzung / Synonym | Patientengerecht erklärt |
|---|---|---|
| Durchflusszytometrie | Immunphänotypisierung | Laborverfahren zur Analyse von Zellmerkmalen. Kann bei Myelomzellen und MRD relevant sein. |
| FISH | Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung | Methode zum Nachweis bestimmter genetischer Veränderungen in Zellen. |
| Histologie | feingewebliche Untersuchung | Untersuchung von Gewebeproben unter dem Mikroskop. |
| Knochenmarkbiopsie | Knochenmarkstanze | Gewebeprobe aus dem Knochenmark. |
| Knochenmarkpunktion | — | Entnahme von Knochenmark, um Zellen genauer zu untersuchen. |
| Molekulargenetik | — | Untersuchung genetischer oder molekularer Merkmale von Zellen. |
| Next-Generation Sequencing | NGS | Moderne Methode zur sehr genauen Analyse genetischer Informationen. |
| PCR | Polymerase-Kettenreaktion | Labormethode zum Nachweis bestimmter Erbinformationen. |
| qPCR | quantitative PCR | PCR-Methode, die zusätzlich Mengen abschätzen kann. |
| Zytogenetik | Chromosomenuntersuchung | Untersuchung von Veränderungen an Chromosomen. |
| Zytologie | Zelluntersuchung | Untersuchung einzelner Zellen unter dem Mikroskop. |
Bildgebung
| Begriff | Abkürzung / Synonym | Patientengerecht erklärt |
|---|---|---|
| Computertomographie | CT | Röntgen-Schichtbildverfahren. Beim Myelom wichtig zur Erkennung von Knochenveränderungen. |
| Diffusionsgewichtete Bildgebung | DWI | MRT-Technik, die bestimmte Gewebeveränderungen sichtbar machen kann. |
| FDG | Fluordesoxyglukose | Zuckerähnlicher Stoff, der bei PET-Untersuchungen verwendet wird. |
| FDG-PET | — | PET-Untersuchung mit einem zuckerähnlichen Marker. |
| Ganzkörper-CT | GK-CT | CT-Untersuchung des ganzen Körpers, vor allem zur Suche nach Knochenveränderungen. |
| Ganzkörper-MRT | GK-MRT | MRT-Untersuchung des ganzen Körpers. |
| Magnetresonanztomographie | MRT | Bildgebung ohne Röntgenstrahlung. Zeigt Knochenmark, Weichteile und Herde gut. |
| MY-RADS | — | System zur standardisierten Beurteilung von Myelom-Bildgebung. |
| PET/CT | — | Kombination aus PET und CT. Kann aktive Krankheitsherde zeigen. |
| Positronen-Emissions-Tomographie | PET | Bildgebung, die Stoffwechselaktivität sichtbar machen kann. |
| Röntgen | — | Klassische Bildgebung mit Röntgenstrahlen; beim Myelom heute oft durch CT/MRT ergänzt oder ersetzt. |
| Skelettszintigraphie | — | Nuklearmedizinische Untersuchung des Skeletts. Beim Myelom nur begrenzt geeignet. |
Stadien, Prognose und Therapieansprechen
| Begriff | Abkürzung / Synonym | Patientengerecht erklärt |
|---|---|---|
| Ansprechrate | Response Rate | Anteil der Patientinnen und Patienten, bei denen eine Behandlung messbar wirkt. |
| Complete Response | CR | Komplettes Ansprechen nach festgelegten Kriterien. |
| ECOG | ECOG-Status | Skala zur Einschätzung der körperlichen Leistungsfähigkeit. |
| Gesamtüberleben | OS | Studienendpunkt: Zeitspanne des Überlebens insgesamt. |
| Hochrisiko | — | Bezeichnung für ungünstigere Risikomerkmale. |
| International Staging System | ISS | System zur Stadieneinteilung und Prognoseabschätzung beim Multiplen Myelom. |
| Karnofsky-Index | KPS | Skala zur Einschätzung von Allgemeinzustand und Selbstständigkeit. |
| Minimal Response | MR | Geringeres, aber messbares Ansprechen. |
| Partial Response | PR | Teilweises Ansprechen auf die Behandlung. |
| Prädiktiver Marker | — | Merkmal, das Hinweise geben kann, ob eine bestimmte Behandlung eher wirksam ist. |
| Progressive Disease | PD | Fortschreiten der Erkrankung. |
| Prognostischer Faktor | — | Merkmal, das statistisch etwas über den möglichen Krankheitsverlauf aussagen kann. |
| Progressionsfreies Überleben | PFS | Zeitspanne in Studien, in der die Erkrankung nicht fortschreitet. |
| Revidiertes International Staging System | R-ISS | Erweiterte Form des ISS, die zusätzliche Faktoren einbezieht. |
| Stable Disease | SD | Stabile Erkrankung ohne klares Fortschreiten und ohne ausreichendes Ansprechen. |
| Standardrisiko | — | Keine bekannten Hochrisikomerkmale. |
| Stringente komplette Remission | sCR | Besonders tiefe Form des kompletten Ansprechens. |
| Very Good Partial Response | VGPR | Sehr gute partielle Remission; die Krankheitszeichen sind stark zurückgegangen. |
Therapiephasen und allgemeine Therapiebegriffe
| Begriff | Abkürzung / Synonym | Patientengerecht erklärt |
|---|---|---|
| Autologe Stammzelltransplantation | ASZT, ASCT | Rückgabe eigener zuvor gesammelter Blutstammzellen. |
| Erhaltungstherapie | Maintenance | Längerfristige Behandlung, um ein erreichtes Ansprechen möglichst lange zu erhalten. |
| Erstlinientherapie | Erstbehandlung | Erste Behandlung nach Diagnose eines behandlungsbedürftigen Myeloms. |
| Fachinformation | — | Offizielle medizinisch-pharmazeutische Information zu einem Arzneimittel. |
| Hochdosistherapie | HD-Therapie | Sehr intensive Therapie, meist vor autologer Stammzelltransplantation. |
| Induktionstherapie | Induktion | Erste intensive Behandlungsphase mit dem Ziel, die Krankheitsaktivität deutlich zu senken. |
| Klinische Studie | Studie | Geplante wissenschaftliche Untersuchung, in der Behandlungen oder Verfahren geprüft werden. |
| Kombinationstherapie | — | Behandlung mit mehreren Medikamenten gleichzeitig. |
| Konditionierung | — | Vorbereitung auf eine Stammzelltransplantation, meist mit intensiver Therapie. |
| Konsolidierung | — | Behandlung nach einer ersten Therapiephase, um das Ansprechen zu vertiefen. |
| Monotherapie | Einzeltherapie | Behandlung mit nur einem Wirkstoff. |
| Off-Label-Use | — | Anwendung eines Medikaments außerhalb der zugelassenen Indikation. |
| Placebo | Scheinmedikament | Mittel ohne eigentlichen Wirkstoff, das in Studien als Vergleich verwendet werden kann. |
| Randomisierung | — | Zufällige Zuteilung zu Behandlungsgruppen in einer Studie. |
| Rezidivtherapie | Rückfalltherapie | Behandlung bei Rückfall oder Fortschreiten. |
| Stammzellmobilisierung | — | Vorbereitung, damit Stammzellen aus dem Knochenmark ins Blut übertreten und gesammelt werden können. |
| Stammzellsammlung | Apherese | Sammlung von Blutstammzellen aus dem Blut. |
| Therapielinie | Linie | Reihenfolge der Behandlungen im Krankheitsverlauf. |
Medikamente und Medikamentenklassen
| Begriff | Abkürzung / Synonym | Patientengerecht erklärt |
|---|---|---|
| Alkylanz | Alkylierende Substanz | Klassische Chemotherapiegruppe, die Erbmaterial von Zellen schädigen kann. |
| Antibiotikaprophylaxe | — | Vorbeugende Antibiotikagabe in bestimmten Risikosituationen. |
| Anti-CD38-Antikörper | — | Antikörper gegen CD38, ein Merkmal auf Myelomzellen. |
| Antikörper-Wirkstoff-Konjugat | ADC | Antikörper, der einen Wirkstoff gezielt zu Krebszellen bringen soll. |
| Antivirale Prophylaxe | — | Vorbeugende Behandlung gegen bestimmte Virusreaktivierungen, etwa bei manchen Therapien. |
| BCL-2-Inhibitor | — | Medikamentenklasse, die Überlebenssignale von Zellen beeinflusst. |
| Belantamab Mafodotin | Blenrep® | Antikörper-Wirkstoff-Konjugat gegen BCMA; Zulassungs- und Einsatzstatus muss aktuell geprüft werden. |
| Bendamustin | — | Chemotherapeutikum, in bestimmten Situationen relevant. |
| Bisphosphonate | — | Medikamente zum Schutz der Knochen und zur Verringerung knochenbezogener Komplikationen. |
| Bispezifischer Antikörper | bispezifischer AK | Antikörper, der zwei Ziele gleichzeitig erkennen kann, zum Beispiel eine Myelomzelle und eine Immunzelle. |
| Bortezomib | V, Velcade® | Proteasom-Inhibitor, der in verschiedenen Myelomkombinationen eingesetzt wird. |
| CAR-T-Zelltherapie | CAR-T | Zelltherapie, bei der eigene Immunzellen im Labor verändert werden, damit sie Myelomzellen erkennen können. |
| Carfilzomib | K, Kyprolis® | Proteasom-Inhibitor, der vor allem in bestimmten Kombinationen bei Myelomtherapien vorkommt. |
| Cevostamab | RG6160 | Bispezifischer Antikörper in klinischer Prüfung; nicht als Standardbegriff ohne Aktualitätsprüfung veröffentlichen. |
| Ciltacabtagen autoleucel | Cilta-cel, Carvykti® | CAR-T-Zelltherapie gegen BCMA. |
| Cyclophosphamid | C | Alkylierende Substanz, die in bestimmten Kombinationen vorkommen kann. |
| Daratumumab | Dara, Darzalex® | Monoklonaler Anti-CD38-Antikörper. Wird in verschiedenen Kombinationen beim Myelom eingesetzt. |
| Denosumab | Xgeva® | RANKL-Inhibitor zum Knochenschutz in bestimmten Situationen. |
| Dexamethason | Dex, d | Glukokortikoid, das häufig mit anderen Myelommedikamenten kombiniert wird. |
| Doxorubicin | — | Chemotherapeutikum aus der Gruppe der Anthrazykline. |
| Elotuzumab | Elo, Empliciti® | Monoklonaler Antikörper gegen SLAMF7. |
| Elranatamab | Elrexfio® | Bispezifischer Antikörper, der BCMA adressiert. |
| Glukokortikoid | Kortisonpräparat | Entzündungshemmende und krebswirksame Medikamentenklasse, häufig Bestandteil von Myelomkombinationen. |
| HDAC-Inhibitor | — | Medikamentenklasse, die die Genregulation in Zellen beeinflusst. |
| Idecabtagen vicleucel | Ide-cel, Abecma® | CAR-T-Zelltherapie gegen BCMA. |
| Immunglobulinsubstitution | IVIG/SCIG | Gabe von Immunglobulinen bei bestimmten Antikörpermangel-Situationen. |
| Immunmodulierende Substanz | IMiD | Medikamentenklasse, die unter anderem das Immunsystem und die Umgebung der Myelomzellen beeinflusst. |
| Isatuximab | Isa, Sarclisa® | Monoklonaler Anti-CD38-Antikörper. |
| Ixazomib | Ixa, Ninlaro® | Proteasom-Inhibitor in Tablettenform. |
| Lenalidomid | R, Revlimid® | Immunmodulierende Substanz, häufig in Kombinationen und in der Erhaltungstherapie verwendet. |
| Melphalan | — | Alkylierendes Medikament, unter anderem bei Hochdosistherapie relevant. |
| Monoklonaler Antikörper | Antikörpertherapie | Zielgerichtete Therapie mit künstlich hergestellten Antikörpern. |
| Pamidronat | — | Bisphosphonat zum Knochenschutz. |
| Panobinostat | Farydak® | HDAC-Inhibitor, früher/relevant in bestimmten Therapiekonstellationen. |
| Pegyliertes liposomales Doxorubicin | — | Spezielle Form von Doxorubicin. |
| Pomalidomid | P, Imnovid® | Immunmodulierende Substanz, vor allem in späteren Therapielinien relevant. |
| Prednison / Prednisolon | — | Kortisonähnliche Medikamente, die in bestimmten Therapiekonzepten vorkommen können. |
| Proteasom-Inhibitor | PI | Medikamentenklasse, die bestimmte Abbauprozesse in Zellen hemmt. Myelomzellen können dadurch geschädigt werden. |
| RANKL-Inhibitor | — | Medikamentenklasse, die Knochenabbau bremsen kann. |
| Selinexor | Nexpovio® | XPO1-Inhibitor, der in bestimmten späteren Therapiesituationen verwendet werden kann. |
| Talquetamab | Talvey® | Bispezifischer Antikörper, der GPRC5D adressiert. |
| Teclistamab | Tecvayli® | Bispezifischer Antikörper, der BCMA adressiert. |
| Thalidomid | T | Ältere immunmodulierende Substanz. |
| Thromboembolieprophylaxe | Gerinnselvorbeugung | Maßnahmen oder Medikamente zur Vorbeugung von Blutgerinnseln. |
| Venetoclax | — | BCL-2-Inhibitor; beim Myelom besonders in speziellen genetischen Situationen diskutiert. |
| XPO1-Inhibitor | — | Medikamentenklasse, die den Zellkern-Transport bestimmter Eiweiße beeinflusst. |
| Zoledronsäure | Zoledronat | Bisphosphonat zum Knochenschutz. |
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