Multiples Myelom: GMMG-HD9/DSMM XVIII – Studienteilnahme jetzt für mehr Betroffene möglich
In der klinischen Studie GMMG-HD9/DSMM XVIII wird eine Erhaltungstherapie (Maintenance) nach Hochdosistherapie und autologer Stammzelltransplantation beim neu diagnostizierten Multiplen Myelomuntersucht. Verglichen werden zwei Ansätze: Iberdomid allein versus Iberdomid plus Isatuximab (zusätzlicher Antikörper, unter die Haut gespritzt). Ziel ist herauszufinden, ob die Kombination zu einem tieferen Ansprechen und längerer krankheitsfreier Zeit führen kann.
Wichtiges Update (seit Anfang Dezember 2025):
Die Studie steht nun auch Patientinnen und Patienten offen, die ihre Quadruplet-Induktionstherapie und die autologe Stammzelltransplantation außerhalb der Vorgängerstudie GMMG-HD8/DSMM XIX erhalten haben.Damit können mehr Betroffene grundsätzlich für eine Teilnahme in Frage kommen – vorausgesetzt, die Vorbehandlung entsprach den genannten Kriterien (Quadruplet-Schema, in der Regel 4–6 Zyklen, ggf. mit kurzer Konsolidierung).
Wenn Sie sich für die Studie interessieren: Sprechen Sie Ihr behandelndes Zentrum an, ob die Teilnahme zeitlich und anhand Ihrer Vorbehandlung möglich ist.
Prof. Goldschmidt: Prophylaxe von Krankheiten beim Multiplen Myelom
Wer am Multiplen Myelom erkrankt ist, hat ein erhöhtes Risiko für Infektionen und andere Begleiterkrankungen. Prof. Hartmut Goldschmidt erklärt im folgenden Video, welche vorbeugenden Maßnahmen Patientinnen und Patienten schützen können. Von Impfungen über die Vermeidung von Infektionsquellen bis hin zur frühzeitigen Erkennung von Komplikationen – die richtige Prophylaxe kann die Lebensqualität deutlich verbessern und den Therapieerfolg unterstützen.
Multiples Myelom: Etabliertes Krebsmedikament könnte Immuntherapie wieder wirksam machen
Forschende der Technische Universität München (TUM) berichten über einen vielversprechenden Ansatz in der Krebsbehandlung: Ein bereits zugelassenes Krebsmedikament (Carfilzomib) kann offenbar dazu beitragen, dass Immuntherapien wieder besser wirken.
Immuntherapien unterstützen das eigene Abwehrsystem dabei, Krebszellen gezielt zu erkennen und zu bekämpfen. Allerdings entwickeln Tumorzellen im Laufe der Erkrankung häufig Strategien, um sich vor dem Immunsystem zu „verstecken“ oder es zu bremsen. Die Forschenden konnten nun zeigen, dass ein bekanntes Medikament diese Schutzmechanismen teilweise aufheben kann.
Besonders interessant: Da das Medikament bereits zugelassen ist, könnten Kombinationstherapien möglicherweise schneller in klinischen Studien geprüft werden.
Auch für Patientinnen und Patienten mit Multiplem Myelom ist diese Forschung von Bedeutung, da Immuntherapien – wie Antikörpertherapien, CAR-T-Zellen oder bispezifische Antikörper – zunehmend eine wichtige Rolle spielen.
Wichtig zu wissen: Die Ergebnisse stammen aus der Forschung. Ob und wann solche Therapieansätze in der Praxis eingesetzt werden, muss in weiteren Studien geprüft werden.
Multiples Myelom: Immunzellen im Knochenmark beeinflussen Prognose
Das Immunsystem im Knochenmark spielt eine größere Rolle beim Multiplen Myelom, als bisher angenommen.
Eine aktuelle wissenschaftliche Studie zeigt: Nicht nur die Eigenschaften der Myelomzellen selbst, sondern auch die Zusammensetzung der Immunzellen im Knochenmark kann beeinflussen, wie die Erkrankung verläuft.
Forschende haben das Knochenmark von Myelom-Patient:innen sehr genau untersucht und festgestellt, dass bestimmte Immunzellen mit einer besseren oder schlechteren Prognose zusammenhängen. Das bedeutet: Wie „fit“ oder verändert das Immunsystem im Knochenmark ist, kann Auswirkungen auf das Rückfallrisiko und die Überlebenschancen haben.
Diese Erkenntnisse helfen, das Multiple Myelom besser zu verstehen. Langfristig könnten sie dazu beitragen, die Erkrankung genauer einzuschätzen und neue Behandlungsansätze zu entwickeln, die gezielt auch das Immunsystem stärken.
👉 Was das konkret für Patient:innen bedeutet und warum diese Forschung so wichtig ist, erklären der Beitrag im Deutschen Ärzteblatt.
Podcast: Multiples Myelom – Highlights vom ASH 2025
In diesem Podcast von Journal Onkologie berichtet Prof. Katja Weisel im Gespräch mit Antje Blum über die wichtigsten Studienergebnisse zum Multiplen Myelom vom amerikanischen Hämatologiekongress ASH 2025. Es geht darin von der PERSEUS-Studie, CARTITUDE-1, AQUILA, GEM-CESAR und dreamm-9 über GMMG-HD7, LINKER-MM4, COBRA, MIDAS und die iMMagine-1-Studie bis hin zu den "Late-Breakern" MajesTEC-3 und inMMyCAR. Hören Sie rein!