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Neuigkeiten

Multiples Myelom: Neue Antikörper-Kombination verbessert Ergebnisse der Zweitlinientherapie

Hoffnung nach dem Rückfall: Neue Antikörper-Kombination zeigt starke Wirkung beim Multiplen Myelom

Für Patient:innen mit Multiplem Myelom, bei denen die Erkrankung nach der ersten Behandlung zurückkehrt, gibt es vielversprechende Neuigkeiten: Eine neue Kombination aus den Antikörpern Teclistamab und Daratumumab hat in einer großen Studie deutlich bessere Ergebnisse erzielt als bisherige Standardtherapien in der sogenannten Zweitlinie.

Die Behandlung kann das Fortschreiten der Erkrankung erheblich verzögern – viele Betroffene profitierten über lange Zeit. Besonders positiv: Die Kombination wirkt auch bei unterschiedlichen Patientengruppen und ist als sogenannte „off-the-shelf“-Therapie gut verfügbar – also ohne Wartezeiten wie bei einer aufwändigen Zelltherapie.

Prof. Goldschmidt zur Majes-TEC-3-Studie – Ein möglicher neuer Standard in der Myelomtherapie?

Im Rahmen der Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) 2025 berichtet Prof. Dr. Hartmut Goldschmidt über ein vielbeachtetes Highlight: die Majes-TEC-3-Studie. Diese internationale Phase-3-Studie könnte die Behandlung des rezidivierten oder refraktären Multiplen Myeloms (also bei Rückfall oder Nichtansprechen auf frühere Therapien) nachhaltig verändern.

Untersucht wurde die Kombination des bispezifischen Antikörpers Teclistamab mit dem CD38-Antikörper Daratumumab – verglichen mit bisherigen Standardtherapien wie DPd (Daratumumab, Pomalidomid, Dexamethason) oder DVd (Daratumumab, Bortezomib, Dexamethason). Das Ergebnis: ein bislang unerreichtes progressionsfreies Überleben bei Patient:innen mit ein bis drei Vortherapien.

Nach fast drei Jahren Nachbeobachtung erreichte die Studie ihren primären Endpunkt und könnte somit einen neuen therapeutischen Maßstab setzen.

Was macht diese Kombination so besonders?

Teclistamab ist ein sogenannter bispezifischer Antikörper, der das Immunsystem gezielt gegen Myelomzellen aktiviert – ein innovativer Ansatz, der bereits in späteren Krankheitsstadien eingesetzt wird und nun erstmals in einem früheren Stadium geprüft wurde.

Prof. Goldschmidt: Was hat sich 2025 beim Multiplen Myelom getan?

Im großen Myelom-Jahresrückblick 2025 blickt Prof. Dr. Hartmut Goldschmidt auf die wichtigsten Entwicklungen rund um das Multiple Myelom zurück. Von neuen Therapieansätzen über aktuelle Studien bis hin zu Fortschritten in der Diagnostik – das Video bietet kompakte, verständliche Einblicke in ein bewegtes Jahr der Myelom-Forschung.

Bessere Versorgung für Myelom-Betroffene durch neue ASV-Regelung

Seit Mitte 2025 können Menschen mit Multiplem Myelom und anderen Blutkrebserkrankungen besser im Rahmen der sogenannten ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) behandelt werden. Das bedeutet: Ärztinnen und Ärzte verschiedener Fachrichtungen arbeiten enger zusammen, um die Behandlung noch besser auf die Bedürfnisse der Patient:innen abzustimmen – auch außerhalb von Krankenhäusern.

Ein wichtiger Punkt ist dabei die Art der Therapie: Manche Medikamente werden intravenös (über die Vene), andere subkutan (unter die Haut) verabreicht. Obwohl beide wirksam sind, wird die intravenöse Gabe aktuell besser bezahlt. Das kann in Einzelfällen beeinflussen, welche Form in der Praxis bevorzugt wird – auch wenn subkutane Therapien für viele Patient:innen angenehmer wären. Hier ist also noch Verbesserungsbedarf bei der Vergütung im System.

Neue Erkenntnisse zur Neurotoxizität nach CAR-T-Zell-Therapie

CAR-T-Zell-Therapien gelten als vielversprechende Behandlungsoption bei bestimmten Blutkrebserkrankungen – auch beim Multiplen Myelom. Sie können in einigen Fällen sogar dann noch wirken, wenn andere Therapien ausgeschöpft sind. Allerdings ist diese innovative Therapieform nicht frei von Risiken.

Ein zentrales Thema ist die sogenannte Neurotoxizität – das bedeutet, dass das Nervensystem vorübergehend oder in seltenen Fällen auch schwer beeinträchtigt werden kann. Betroffene erleben zum Beispiel Verwirrtheit, Sprachprobleme oder Konzentrationsstörungen. Forschende arbeiten intensiv daran, die Ursachen besser zu verstehen und diese Nebenwirkungen besser behandeln oder vermeiden zu können.

In einem aktuellen Beitrag im Deutschen Ärzteblatt wurden neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu den zugrunde liegenden Mechanismen vorgestellt. Sie zeigen: Entzündungsreaktionen und Veränderungen an der Blut-Hirn-Schranke könnten eine wichtige Rolle spielen.

 

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