Die richtige Balance finden: Therapieintensität beim Multiplen Myelom
In der neuen Folge der Reihe „Myelom-Grundlagen“ spricht Prof. Dr. Hartmut Goldschmidt über eine zentrale Frage in der Behandlung des Multiplen Myeloms: Wie intensiv sollte eine Therapie sein? Dabei erklärt er, warum Behandlungsentscheidungen immer individuell getroffen werden müssen und welche Rolle Alter, körperliche Fitness, Begleiterkrankungen, Risikoprofil, Verträglichkeit und Lebensqualität spielen.
Außerdem ordnet Prof. Goldschmidt aktuelle Studiendaten, Leitlinienempfehlungen, moderne Kombinationstherapien, die Hochdosistherapie mit autologer Stammzelltransplantation sowie die Bedeutung von Remissionstiefe und MRD-Negativität ein. Die Folge zeigt: Eine möglichst intensive Therapie ist nicht automatisch für jede Patientin und jeden Patienten die beste Wahl.
Bildgebung beim Multiplen Myelom: genauer hinschauen, besser verstehen
Beim Multiplen Myelom können krankhafte Plasmazellen im Knochenmark ungleichmäßig verteilt sein. Manchmal bilden sie einzelne Herde im Körper, die bei einer üblichen Knochenmarkpunktion nicht immer erfasst werden. Moderne Ganzkörper-Bildgebungen wie MRT, CT und PET-CT können helfen, solche Veränderungen sichtbar zu machen und die Erkrankung genauer einzuschätzen.
Die AG Bildgebung des Heidelberger Myelomzentrums untersucht, wie bildgebende Verfahren noch gezielter genutzt werden können – zum Beispiel, um auffällige Herde genauer zu analysieren und Bildgebungsbefunde mit weiteren biologischen und genetischen Informationen zu verbinden. Ziel ist es, das Multiple Myelom besser zu verstehen und langfristig die Diagnostik und Verlaufsbeurteilung weiter zu verbessern.
Immunzellen beim Multiplen Myelom: neue Hinweise für künftige Immuntherapien
Beim Multiplen Myelom entstehen Krebszellen im Knochenmark aus bestimmten Abwehrzellen, den Plasmazellen. Forschende aus Heidelberg haben nun untersucht, wie T-Zellen – wichtige Zellen des Immunsystems – im Knochenmark auf Myelomzellen reagieren. Das Ergebnis: Bestimmte T-Zellen können Krebszellen grundsätzlich erkennen, sind aber offenbar oft nicht ausreichend „angeschaltet“, um sie dauerhaft zu bekämpfen.
Für Patientinnen und Patienten bedeutet das heute noch keine unmittelbare Änderung der Behandlung. Die Ergebnisse könnten aber künftig helfen, besser vorherzusagen, wer besonders von bestimmten Immuntherapien profitieren könnte – zum Beispiel von Therapien, die T-Zellen gezielt gegen Myelomzellen aktivieren. Außerdem könnten daraus langfristig neue Ansatzpunkte für Therapien entstehen. Bis dahin sind weitere Studien nötig, bevor solche Tests oder Verfahren in der Routineversorgung eingesetzt werden können.
Neues CCC Nord als Onkologisches Spitzenzentrum ausgezeichnet
Die Deutsche Krebshilfe baut ihr Netzwerk der Onkologischen Spitzenzentren weiter aus. Im Mittelpunkt steht dabei die Gründung des Comprehensive Cancer Center Nord, kurz CCC Nord. In dem neuen norddeutschen Konsortium arbeiten das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) mit den Standorten Kiel und Lübeck künftig noch enger zusammen.
Das CCC Nord wurde nach einer Begutachtung durch ein internationales Expertengremium als Onkologisches Spitzenzentrum anerkannt. Für die kommenden vier Jahre erhält der neue Verbund eine Förderung von 4,8 Millionen Euro.
Starke Krebsmedizin für Norddeutschland
Mit dem CCC Nord entsteht ein bundesländerübergreifendes Netzwerk für Krebsmedizin und Krebsforschung in Hamburg und Schleswig-Holstein. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten im Norden unabhängig vom Wohnort einen besseren Zugang zu universitärer Spitzenmedizin, modernen Behandlungskonzepten und klinischen Studien zu ermöglichen.
Das UCC Hamburg wird bereits seit 2009 von der Deutschen Krebshilfe als Onkologisches Spitzenzentrum gefördert. Das UCC Schleswig-Holstein wurde nun erstmals als CCC ausgezeichnet. Gemeinsam wollen beide Zentren die Krebsversorgung und -forschung weiter vernetzen – von Prävention und Diagnostik über personalisierte Behandlung bis hin zu Nachsorge und Leben nach Krebs.
Forschung, Studien und Versorgung enger verbinden
Ein besonderer Schwerpunkt des CCC Nord liegt auf der schnellen Umsetzung neuer Erkenntnisse in klinischen Studien. Außerdem sollen gemeinsame Standards, Forschungsprojekte und regionale Kooperationen weiter ausgebaut werden.
Das neue Konsortium umfasst rund 80 Netzwerkpartnerinnen und Netzwerkpartner und versorgt ein Einzugsgebiet von etwa sieben bis acht Millionen Menschen. Damit soll die onkologische Expertise der universitären Spitzenzentren stärker in die Fläche getragen werden – auch in regionale Kliniken und Facharztpraxen.
Weitere geförderte Onkologische Spitzenzentren
Insgesamt stellt die Deutsche Krebshilfe 35,4 Millionen Euro für die Weiterförderung mehrerer Comprehensive Cancer Center und CCC-Verbünde in den kommenden vier Jahren bereit.
Gefördert werden:
- Aachen/Bonn/Köln/Düsseldorf (CIO ABCD)
- Dresden (UCC/NCT Dresden)
- Hamburg/Kiel/Lübeck (CCC Nord)
- Heidelberg/Mannheim (CCC-Konsortium Heidelberg-Mannheim)
- Leipzig/Jena (Mitteldeutsches Krebszentrum)
- München (CCC MünchenLMU/TUM)
- Würzburg/Erlangen/Regensburg/Augsburg (CCC Allianz WERA)
Mit der Förderung will die Deutsche Krebshilfe die Onkologischen Spitzenzentren als zentrale Strukturen der Krebsmedizin weiter stärken. Dort arbeiten interdisziplinäre Teams, Forschungseinrichtungen und regionale Partner zusammen, damit neue wissenschaftliche Erkenntnisse schneller bei Patientinnen und Patienten ankommen.
Bedeutung für Patientinnen und Patienten
Onkologische Spitzenzentren verbinden spezialisierte Krebsversorgung, Forschung, klinische Studien und regionale Vernetzung. Für Betroffene kann dies bedeuten: mehr Zugang zu Expertise, besser abgestimmte Behandlungswege und mehr Möglichkeiten, sich über innovative Studien und Versorgungsangebote zu informieren.
Die Gründung des CCC Nord ist damit ein wichtiger Schritt für die Krebsversorgung in Norddeutschland – und zugleich Teil eines bundesweiten Ausbaus der onkologischen Spitzenmedizin.
Neue S3-Leitlinie Palliativmedizin Version 3.0 erschienen
Die aktualisierte S3-Leitlinie Palliativmedizin für Menschen mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung liegt in Version 3.0 vor. Sie bietet Orientierung zur Linderung belastender Beschwerden, zur Stärkung der Lebensqualität und zur Unterstützung von Patient und Angehörigen.
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