Forschende unter Beteiligung des Universitätsklinikums Heidelberg haben ein neues Prognose-Werkzeug entwickelt, das Ärzteteams dabei unterstützen soll, Menschen mit schwelendem Multiplem Myelom (SMM) besser zu überwachen.
SMM ist eine Vorstufe des Multiplen Myeloms: Bei manchen Betroffenen bleibt sie über lange Zeit stabil, bei anderen kann sie in ein behandlungsbedürftiges Myelom übergehen.
Das neue Tool heißt PANGEA-SMM. Im Unterschied zu bisherigen Modellen, die oft nur eine Momentaufnahme von Laborwerten bewerten, betrachtet PANGEA-SMM Veränderungen über die Zeit („dynamisch“). Dafür nutzt es Laborwerte/Biomarker, die ohnehin in der Routine-Nachsorge erhoben werden. So soll sich das Risiko, ob die Vorstufe fortschreitet, genauer einschätzen lassen.
In der zugrunde liegenden Studie wurden Daten von 2.344 SMM-Patient:innen aus mehreren internationalen Zentren ausgewertet; Heidelberg stellte mit 447 Personen die größte Validierungskohorte. Das Team berichtet, vier dynamische Biomarker zuverlässig identifiziert zu haben (als Beispiel wird ein Rückgang des Hämoglobins genannt). PANGEA-SMM ordnet das Fortschreitungsrisiko dann individuell als hoch, mittel oder gering ein.