Prof. Hartmut Goldschmidt: Behandlungsindikationen beim Multiplen Myelom
In der zehnten Folge der Reihe „Myelom-Grundlagen“ beleuchtet Prof. Dr. Hartmut Goldschmidt die zentrale Frage der Behandlungsindikation beim Multiplen Myelom. Wann ist der optimale Zeitpunkt, eine Therapie einzuleiten – und welche Kriterien bestimmen die Notwendigkeit einer Behandlung? Anhand aktueller Klassifikationen, diagnostischer Marker und klinischer Merkmale erklärt Prof. Goldschmidt die Unterscheidung zwischen smoldering Myelom und therapiebedürftigem Myelom. Dabei geht er auf etablierte Richtlinien ein, wie die SLiM-CRAB-Kriterien, und erläutert, wie Laborparameter, Bildgebung und Symptome zusammenspielen, um fundierte Therapieentscheidungen zu treffen. Diese Folge bietet sowohl einen Überblick über die aktuellen Standards als auch praktische Hinweise für die klinische Anwendung – ein Muss für alle, die sich mit Diagnostik und Therapie des Multiplen Myeloms befassen.
Die vorherigen Folgen der Reihe "Myelom Grundlagen" finden Sie auch auf unserem YouTube-Kanal.
UCC Hamburg Studie für Angehörige von Krebspatienten
Belastungen und Bedürfnisse von Angehörigen kurativ behandelter und chronisch erkrankter Krebspatient:innen und Krebsüberlebender
Als Partner:innen, Freund:innen, Familienmitglieder oder Verwandte eines an Krebs erkrankten Menschen sind Sie als Angehörige, ebenso wie die Krebspatient:innen in einer sehr belastenden Situation. Gleichzeitig finden die Probleme und Bedürfnisse von Angehörigen nicht immer ausreichend Berücksichtigung in der Versorgung.
In dieser Studie untersucht das Hubertus Wald Tumorzentrum – Universitäres Cancer Center Hamburg (UCC Hamburg) Ihr Erleben als Angehörige an Krebs erkrankter Personen und möchte sich daher mit Ihren Belastungen und Bedürfnissen auseinandersetzen. Durch das Beantworten eines Fragebogens haben Sie dabei die Möglichkeit, Ihr Erlebtes zu reflektieren. Außerdem tragen Sie mit Ihrer Teilnahme dazu bei, dass die Versorgung und Unterstützung von Angehörigen zukünftig verbessert werden kann.
Es wird Ihnen ein digitaler Fragebogen per Mail zugestellt. Auf besonderen Wunsch kann Ihnen der Fragebogen auch in ausgedruckter Form per Post zugesendet werden. In beiden Fällen ist der Fragebogen einmalig auszufüllen und mit keinen Kosten für Sie verbunden.
Sarclisa: Neue Behandlungsoption für transplantationsfähige Myelom-Patient:innen in Sicht
Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat eine Zulassungsempfehlung für Sarclisa (Isatuximab) in Kombination mit einer VRd-Therapie (Velcade®, Revlimid®, Dexamethason) ausgesprochen – speziell für Patient:innen mit neu diagnostiziertem Multiplem Myelom, die für eine Stammzelltransplantation infrage kommen.
Diese Empfehlung beruht auf den Ergebnissen der Phase-3-Studie GMMG-HD7, die gezeigt hat, dass Sarclisa zusammen mit der Standardtherapie nicht nur die Rate der MRD-Negativität (minimale Resterkrankung) deutlich erhöht, sondern auch das progressionsfreie Überleben verlängert – also die Zeit, in der die Erkrankung nicht voranschreitet.
Wird die Zulassung erteilt, wäre dies bereits die vierte Indikation für Sarclisa in der EU und die zweite Anwendung in der Erstlinientherapie weltweit.
Für viele Myelom-Patient:innen ist das ein ermutigender Fortschritt, da eine frühzeitige und individuell angepasste Behandlung wesentlich zum Therapieerfolg beitragen kann.
EHA 2025 Mailand - Neuigkeiten zum Multiplen Myelom
Der 30. Europäische Hämatologenkongress EHA2025 wird vom 12. bis 15. Juni 2025 in Mailand (Italien) und darüber hinaus als virtuelle Veranstaltung ausgerichtet. Das Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V. (KML) berichtet nun zum achten Mal von diesem Meeting und informiert Ärztinnen und Ärzte über den aktuellen Wissenszuwachs bei verschiedenen Lymphomentitäten.
In der folgenden Video-Aufzeichnung bereichtet Frau Prof. Dr, med. Katja Weisel (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) über die aktuelle Entwicklung beim Multiplen Myelom.
CAR-T als Medikament von der Stange
Eine CAR-T-Zelltherapie gilt längst nicht mehr als exotische Option in der Klinik. Dennoch ist ihr Einsatz aufwendig und extrem kostspielig. Denn CAR-T-Zellen leiten sich von T-Zellen ab, die dem zu behandelnden Patienten entnommen werden. Im Labor werden die Zellen dann mit neuen Funktionen ausgestattet und dann dem Patienten wieder reinfundiert. Jetzt zeichnen sich deutliche Vereinfachungen ab.
Damit die im Labor veränderten T-Zellen nicht selbst vom Immunsystem angegriffen werden, müssen sie allerdings aus dem Blut des Patienten, der die Therapie erhalten soll, isoliert und exklusiv für diesen Patienten modifiziert werden. Um Platz für die Vermehrung der modifizierten Zellen zu schaffen, erhalten die Patienten vor der CAR-T-Behandlung zudem eine Chemotherapie, um unbearbeitete T-Zellen zu eliminieren.
Das könnte sich ändern, wie die Journalistin Cassandra Willyard aktuell in einem Beitrag im Wissenschaftsjournal »Nature« schreibt. Demnach zeichnet sich ein neuer Trend ab, CAR-T-Zellen nicht mehr im Labor herzustellen, sondern direkt im Körper des zu behandelnden Patienten zu generieren. Dies gelingt, indem die Bauanleitung für den artifiziellen T-Zell-Rezeptor den Immunzellen zugeführt wird, sodass diese das Protein synthetisieren und in die Zellmembran integrieren können.