Wenn Antikörper aus dem Gleichgewicht geraten
Fluch oder Segen? Neben ihrer schützenden Funktion können Antikörper auch schädigende Mechanismen entwickeln. In Episode 15 der Podcast-Reihe "Multiples zum Myelom" beleuchten Prof. Dr. Leo Rasche und Prof. Dr. Stefan Knop das Thema Antikörper. Prof. Dr. Knop ist Klinischer Leiter der Medizinischen Klinik 5 für Hämatologie, Onkologie und Stammzelltransplantation des Klinikums Nürnberg. Die Myelom-Experten haben in der Vergangenheit bereits zusammengearbeitet und sprechen in der aktuellen Podcast-Folge über die derzeit bekannten Schädigungsmechanismen von Antikörpern. Sie erläutern eingängig die Erkrankungen Cast-Nephropathie, Proteinurische Polyneuropathie und die Amyloidose sowie die Kälteagglutininerkrankung und das Multiple Myelom. Aufgezeigt wird auch, warum Patient*innen mit Morbus Gaucher häufig auch an einem Multiplen Myelom erkranken.
Nach Stammzelltransplantation keine minimale Restkrankheit mehr: Ein gutes Zeichen bei multiplem Myelom
Wenn bei multiplem Myelom ein Jahr nach der autologen Stammzelltransplantation und Erhaltungstherapie mit einem Immunmodulator noch immer keine minimale Restkrankheit nachweisbar ist, sind die Chancen für ein Langzeitüberleben hoch. Zu diesem Schluss kommt ein Untersuchungsbericht in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology.
An der Studie nahmen 435 Personen mit multiplem Myelom teil, die sich einer autologen Stammzelltransplantation, verbunden mit Therapien vor und nach diesem Eingriff unterzogen. In der Nachsorge wurde unter anderem untersucht, ob minimale Restkrankheit wieder auftauchte oder nicht.
Schleimhautpflege ist auch Immunschutz
Sowohl eine klassische Chemo- und Strahlentherapie als auch orale Antitumortherapeutika können die Schleimhäute großflächig schädigen. Da sich die Zellen der Schleimhaut rasch teilen, reagieren sie besonders empfindlich auf die Krebsbehandlung. Deshalb ist die Prävalenz einer Schleimhautentzündung im Mund (Stomatitis) und im gesamten Magen-Darm- und Urogenitaltrakt (Mukositis) unabhängig von der Tumorart relativ hoch. Die Prävalenz der oralen Mukositis beträgt bei der Verabreichung von Standardchemotherapien 40 Prozent, bei Hochdosistherapien z.B. im Rahmen der Melphalan-Hochdosis-Therapie bei einer autologen Stammzelltransplantation sogar bis zu 80 Prozent. Es kann bis zu vier Wochen dauern, bis die Entzündung nach der letzten Einheit eines Chemo- oder Strahlentherapiezyklus abheilt.
Die Kühlung der Mundhöhle mithilfe von Eiswasserspülungen oder Lutschen von Eiswürfeln während der Infusionen ist in der Lage, das Ausmaß und die Schwere der Läsionen zu begrenzen, heißt es etwa in der S3-Leitlinie Mukositis. Durch die Minderdurchblutung der Mundschleimhaut, so die Überlegung, verringere sich die Konzentration toxischer Substanzen in diesem Gewebe, und entzündliche Reaktionen werden unterdrückt.
Das große Problem dabei: Aufgrund des langen und intensiven Kältereizes - die Kältetherapie sollte bereits vor der Infusion beginnen und bis etwa eine halbe Stunde nach deren Ende fortgesetzt werden – ist sie eher schwierig zu handhaben. Angenehmer als die mitunter scharfkantigen Eiswürfel empfinden viele Patienten das Lutschen tiefgefrorener Fruchtwürfel oder -kugeln, etwa aus Ananas, Papaya oder auch Salbeitee. Auch eisgekühlte Butterkügelchen oder gekühlte Aloe-vera-Mundspüllösungen finden oft die Akzeptanz der Patienten.
German Cancer Survivors Week 2024
Die German Cancer Survivors Week 2024 steht unter dem Motto „Mehr Teilhabe für Krebsbetroffene“ und startet am Dienstag, dem 4. Juni, mit einer Online-Veranstaltung. Mit dabei in diesem Jahr: die Krebsgesellschaften in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hamburg sowie im Saarland.
In täglich wechselnden Online-Veranstaltungen werden in der Zeit vom 4. bis zum 10. Juni Themen aufgegriffen, die Cancer Survivors bewegen. Zum Beispiel: Wo finden selbstständig oder freiberuflich Tätige mit einer Krebserkrankung Hilfe zur Existenzsicherung? Wer hilft bei Fragen zu Rehabilitationsleistungen? Wie können Betroffene ihre Lebensqualität durch Bewegungsangebote verbessern? Was, wenn sich die Krebserkrankung auf das Familienleben, besonders auf die Kinder auswirkt?
Die einzelnen Veranstaltungen finden Sie in unseren Veranstaltungshinweisen.
EMA erteilt Zulassung für CARVYKTI® (Ciltacabtagen Autoleucel; Cilta-cel) nach einer Vortherapie
CARVYKTI® (Ciltacabtagen Autoleucel; Cilta-cel) ist die erste von der Europäischen Kommission zugelassene BCMA-gerichtete Therapie für die Behandlung von Patienten mit rezidiviertem und refraktärem Multiplem Myelom, die mindestens eine vorherige Therapielinie erhalten haben.
Die Zulassung wurde basierend auf den Ergebnissen der PHASE-III-Studie CARTITUDE-4 erteilt, in der die Behandlung mit Cilta-cel bei 1-3 vorangegangenen Therapielinien das Risiko der Krankheitsprogression oder des Todes im Vergleich zu Standardtherapien um 74 Prozent senkte.