Geringes Risiko sekundärer Tumore nach CAR-T-Zell-Therapie
Das Risiko sekundärer Krebserkrankungen nach CAR-T-Zell-Therapie ist einer Auswertung der Uni Stanford zufolge gering. Forschende hatten sich rund 700 Patientinnen und Patienten genauer angeschaut, die seit dem Jahr 2016 eine CAR-T-Zell-Therapie an der Uniklinik in Stanford erhalten hatten. Insgesamt seien in 6,5 % der Fälle sekundäre hämatologische Krebserkrankungen binnen 3 Jahren aufgetreten, schreiben die Fachleute im New England Journal of Medicine (DOI: 10.1056/NEJMoa2401361). Das entspricht laut einer Uni-Mitteilung in etwa der Rate, die auch bei Patienten auftritt, die eine Stammzelltransplantation bekommen.
Die Forschenden hatten sich dem Thema gewidmet, nachdem die US-Arzneimittelbehörde FDA Ende vergangenen Jahres auf Fälle von malignen T-Zell-Erkrankungen hingewiesen hatte. Es bestand der Verdacht, dass die Immuntherapie der Auslöser gewesen war. Dabei geht es auch um CAR-positive T-Zell-Lymphome. Die Zellen dieser Malignome sind aus den im Labor modifizierten Zellen entstanden.
Multiples Myelom: Bald weitere Therapieoptionen?
Die Studien DREAMM 8, IMROZ und CAR-T-ddBCMA geben Anlass zur Hoffnung für weitere Behandlungsmethoden des Multiplen Myeloms (MM). Die Heterogenität der Indikation erfordert eine Bandbreite an Therapieoptionen.
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Belantamab Mafodotin bietet Hoffnung für Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem MM
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Isa-VRd führt zu positiven Ergebnissen bei neu diagnostiziertem MM
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Vielversprechende Ergebnisse für neuartige CAR-T-Zell-Therapie bei MM in Phase-1-Studie
Multiples Myelom: Bericht vom europäische Hämatologenkongress EHA2024
Der europäische Hämatologenkongress EHA2024 fand vom 13. bis 16. Juni 2024 in Madrid statt. Das Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V. (KML) berichtet nun zum siebten Mal von diesem Meeting.
Speziell zum Multiplen Myelom finden Sie hier einen Videobericht von Frau Prof. Dr. med. Katja Weisel, Oberärztin II. Medizinische Klinik und Poliklinik (Onkologie, Hämatologie und Knochenmarktransplantation mit Abteilung Pneumologie) Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf.
Neue S3-Leitlinie Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen Patient*innen
Das Leitlinienprogramm Onkologie hat die S3-Leitlinie Komplementärmedizin aktualisiert. Dabei wurden insgesamt sechs Kapitel überarbeitet und vier Themen neu aufgenommen.
Folgende Kapitel sind neu in die Leitlinie aufgenommen worden: „Methadon“, „Zeolithe (Vulkangestein)“, „Cannabinoide“ sowie die Heilpflanze „Artemisia Annua (Beifuß)“. Der Bereich „Homöopathie“ und fünf Kapitel zu Substanzen in der biologischen Therapie wurden nach einer Aktualisierungsrecherche überarbeitet.
Die S3-Leitlinie finden Sie in einer Kurz- und einer Lang-Version in unserer Rubrik "Komplementärmedizin".
Multiples Myelom: Vierfachtherapie, wenn eine Stammzelltransplantation nicht möglich ist
Wenn bei einer neu diagnostizierten Erkrankung am multiplen Myelom eine Stammzelltransplantation nicht in Frage kommt, ist eine Dreifachtherapie mit einem Proteasomhemmer, einem Immunmodulator und einem Kortikosteroid eine wichtige Behandlungsoption. Dieser Therapie kann ein vierter Wirkstoff hinzugegeben werden, ein sogenannter Anti-CD38-Antikörper, was den Therapieerfolg noch steigert. Das ist das Ergebnis einer Phase 3-Studie, die kürzlich in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde.
446 Personen im Alter von 18 bis 80 Jahren nahmen an der Studie teil. Bei ihnen war ein multiples Myelom diagnostiziert worden, eine Stammzelltransplantation kam aus unterschiedlichen Gründen nicht in Frage. Sie erhielten die dann übliche Dreifachtherapie mit oder ohne Anti-CD38-Antikörper.
Nach rund fünf Jahren Beobachtungszeit waren in der Antikörper-Dreifachtherapiegruppe noch fast zwei Drittel der Patientinnen und Patienten am Leben, ohne dass die Krankheit weiter vorangeschritten war. In der Dreifachtherapiegruppe waren es rund 45 Prozent, der Unterschied war signifikant. Bei signifikant mehr Personen hatte die Zugabe des Antikörpers zur Dreifachtherapiegruppe zu einem kompletten Ansprechen bzw. zu einem besseren Ansprechen geführt, mehr Personen erreichten, dass keine minimale Restkrankheit mehr nachweisbar war.