Multiples Myelom: Aggressive Tumore früh erkennen
Das Multiple Myelom ist eine der häufigsten Krebserkrankungen der Immunzellen des Knochenmarks. Bis heute gilt sie als unheilbar. Auch wenn eine Therapie zunächst anschlägt, kehrt der Krebs zurück. Um schneller und zielgerichteter eingreifen zu können, haben Berliner Forschende weiteren Partnern die Erkrankung umfassend molekular untersucht. Wie sich besonders aggressive Tumorvarianten frühzeitig erkennen lassen, beschreibt das Team jetzt im Fachmagazin Nature Cancer*. Es zeigt auf, wie sich Veränderungen im Erbgut auf das Protein-Profil der Tumorzellen und damit auf die Krankheitsmechanismen auswirken.
„Die Erkenntnisse werden dazu beitragen, Patientinnen und Patienten künftig besser in Untergruppen einzuteilen und damit die Therapie zu personalisieren“, folgert Prof. Krönke. „Wir haben wichtige Proteine und Signalwege identifiziert, die Grundlage für noch wirksamere und verträglichere Therapien für das Multiple Myelom sein können, zum Beispiel für Immuntherapien wie die CAR-T-Zell-Therapie.“ Welche der gefundenen Zielstrukturen für neue therapeutische Ansätze tatsächlich infrage kommen, werden die Wissenschaftler:innen in weiteren Schritten untersuchen.
Linvoseltamab beim Multiplen Myelom
Phase 1/2 Studie LINKER-MM1: Aktualisierte Daten zu Linvoseltamab zeigen eine weitere Vertiefung des Ansprechens bei Patienten mit stark vorbehandeltem Multiplen Myelom
Regeneron Pharmaceuticals berichtet, dass 14-monatige mittlere Nachbeobachtungsdaten aus der zulassungsrelevanten Phase 1/2 Studie LINKER-MM1 mit Linvoseltamab bei Patienten mit rezidiviertem/refraktärem (R/R) Multiplen Myelom (MM) im Journal of Clinical Oncology veröffentlicht wurden. Diese längerfristigen Ergebnisse zeigen eine Vertiefung des Ansprechens nach den 11- monatigen medianen Nachbeobachtungsdaten, die auf der Jahrestagung der American Association for Cancer Research im April vorgestellt wurden.
Die LINKER-MM1-Daten mit einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 14 Monaten für Linvoseltamab bei Patienten, die mit einer Dosis von 200 mg behandelt wurden (N=117), bestätigen die Beständigkeit und zunehmende Tiefe des Ansprechens, die in früheren Datenschnitten gezeigt wurden.
Linvoseltamab ist ein bispezifischer Antikörper, der das B-Zell-Reifungsantigen (BCMA) auf multiplen Myelomzellen mit CD3 exprimierenden T-Zellen verbinden soll, um die lokale T-Zell-Aktivierung und die Abtötung von Krebszellen zu erleichtern.
Elranatamab (Elrexfio®) bei Multiplem Myelom
Detaillierte Ergebnisse zum Gesamtüberleben (OS) aus der Phase-2-MagnetisMM-3-Studie mit ELREXFIO® (Elranatamab)
Pfizer hat detaillierte Ergebnisse zum Gesamtüberleben (OS) aus der Phase-2-MagnetisMM-3-Studie zu ELREXFIO™ (Elranatamab) bei Patienten mit schwer vorbehandeltem rezidiviertem oder refraktärem Multiplen Myelom (RRMM) veröffentlicht. Die Studie zeigte ein medianes OS von 24,6 (95% CI: 13,4, NE) Monaten in Kohorte A (n=123) der zulassungsrelevanten einarmigen Studie.
Geringes Risiko sekundärer Tumore nach CAR-T-Zell-Therapie
Das Risiko sekundärer Krebserkrankungen nach CAR-T-Zell-Therapie ist einer Auswertung der Uni Stanford zufolge gering. Forschende hatten sich rund 700 Patientinnen und Patienten genauer angeschaut, die seit dem Jahr 2016 eine CAR-T-Zell-Therapie an der Uniklinik in Stanford erhalten hatten. Insgesamt seien in 6,5 % der Fälle sekundäre hämatologische Krebserkrankungen binnen 3 Jahren aufgetreten, schreiben die Fachleute im New England Journal of Medicine (DOI: 10.1056/NEJMoa2401361). Das entspricht laut einer Uni-Mitteilung in etwa der Rate, die auch bei Patienten auftritt, die eine Stammzelltransplantation bekommen.
Die Forschenden hatten sich dem Thema gewidmet, nachdem die US-Arzneimittelbehörde FDA Ende vergangenen Jahres auf Fälle von malignen T-Zell-Erkrankungen hingewiesen hatte. Es bestand der Verdacht, dass die Immuntherapie der Auslöser gewesen war. Dabei geht es auch um CAR-positive T-Zell-Lymphome. Die Zellen dieser Malignome sind aus den im Labor modifizierten Zellen entstanden.
Multiples Myelom: Bald weitere Therapieoptionen?
Die Studien DREAMM 8, IMROZ und CAR-T-ddBCMA geben Anlass zur Hoffnung für weitere Behandlungsmethoden des Multiplen Myeloms (MM). Die Heterogenität der Indikation erfordert eine Bandbreite an Therapieoptionen.
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Belantamab Mafodotin bietet Hoffnung für Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem MM
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Isa-VRd führt zu positiven Ergebnissen bei neu diagnostiziertem MM
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Vielversprechende Ergebnisse für neuartige CAR-T-Zell-Therapie bei MM in Phase-1-Studie