Häufige Abkürzungen im Arztbrief
| Begriff | Abkürzung / Synonym | Patientengerecht erklärt |
|---|---|---|
| Allgemeinzustand | AZ | Allgemeiner körperlicher Zustand. |
| Blutdruck | RR | Abkürzung für Blutdruck; in Studien kann RR auch anderes bedeuten. |
| Ernährungszustand | EZ | Einschätzung des Ernährungszustands. |
| Herzfrequenz | HF | Anzahl der Herzschläge pro Minute. |
| Intravenös | i.v. | Gabe eines Medikaments in eine Vene. |
| Negativ | neg. | Nachweis nicht vorhanden. |
| Ohne Befund | o. B. | Keine auffälligen Befunde. |
| Patient:in | Pat. | Häufige Abkürzung in Arztbriefen. |
| Per os | p.o. | Einnahme über den Mund. |
| Positiv | pos. | Nachweis vorhanden. |
| Sauerstoffsättigung | SpO₂ | Anteil des Sauerstoffs im Blut, meist per Fingerclip gemessen. |
| Subkutan | s.c. | Gabe eines Medikaments unter die Haut. |
| Unauffällig | unauff. | Kein auffälliger Befund. |
| Verdacht auf | V. a. | Ärztliche Abkürzung, wenn eine Erkrankung vermutet wird. |
| Zustand nach | Z. n. | Hinweis auf eine frühere Erkrankung oder Behandlung. |
Laborwerte und Gerinnungswerte
| Begriff | Abkürzung / Synonym | Patientengerecht erklärt |
|---|---|---|
| Albumin | — | Wichtiges Bluteiweiß. Wird auch bei Prognosesystemen berücksichtigt. |
| Alkalische Phosphatase | AP | Laborwert, der unter anderem bei Leber-, Gallen- und Knochenprozessen auffällig sein kann. |
| Beta-2-Mikroglobulin | β2MG | Laborwert, der bei der Stadieneinteilung und Prognoseabschätzung beim Myelom eine Rolle spielt. |
| Bilirubin | — | Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs. Wichtig bei Leber- und Gallenfragen. |
| Blutsenkungsgeschwindigkeit | BSG | Entzündungs- und Eiweißhinweis. Beim Myelom historisch bekannt, heute weniger zentral. |
| C-reaktives Protein | CRP | Entzündungswert. Erhöhte Werte können auf Entzündung oder Infektion hinweisen. |
| D-Dimere | — | Laborwert, der bei Verdacht auf Blutgerinnsel eine Rolle spielen kann. |
| Eisen | — | Spurenelement, wichtig für die Blutbildung. |
| Ferritin | — | Eisenspeicherwert. Kann auch bei Entzündung erhöht sein. |
| Fibrinogen | — | Gerinnungseiweiß im Blut. |
| Folsäure | Folat | Vitamin, das für Zellteilung und Blutbildung wichtig ist. |
| Gamma-GT | GGT | Leber- und Gallenwegswert. |
| Gesamteiweiß | — | Gesamtheit der Eiweiße im Blut. Kann bei monoklonalem Eiweiß verändert sein. |
| Geschätzte glomeruläre Filtrationsrate | eGFR | Berechneter Schätzwert für die Nierenfunktion. |
| Glomeruläre Filtrationsrate | GFR | Wert, der beschreibt, wie gut die Nieren das Blut filtern. |
| Glukose | Blutzucker | Zuckerwert im Blut. Kann unter bestimmten Medikamenten oder Begleiterkrankungen relevant sein. |
| GOT | AST | Leber- und Muskelwert. Kann bei verschiedenen Belastungen erhöht sein. |
| GPT | ALT | Leberwert. Kann Hinweise auf Leberbelastung geben. |
| Haptoglobin | — | Laborwert, der bei Verdacht auf vermehrten Abbau roter Blutkörperchen helfen kann. |
| Harnsäure | — | Stoffwechselwert. Kann bei Zellabbau oder Nierenproblemen erhöht sein. |
| Harnstoff | — | Stoffwechselprodukt, das über die Nieren ausgeschieden wird. Kann bei Nierenfunktionsstörung erhöht sein. |
| HbA1c | Langzeitblutzucker | Laborwert zur längerfristigen Einschätzung des Blutzuckers. |
| INR | Quick/INR | Gerinnungswert, vor allem bei bestimmten Blutverdünnern relevant. |
| Kalium | K | Wichtiger Elektrolyt, unter anderem für Herz und Muskeln. |
| Kalzium | Calcium | Mineralstoff im Blut und in den Knochen. Ein erhöhter Wert kann beim Myelom bedeutsam sein. |
| Korrigiertes Kalzium | — | Kalziumwert, der unter Berücksichtigung des Albuminwertes beurteilt wird. |
| Kreatinin | — | Wichtiger Laborwert zur Einschätzung der Nierenfunktion. |
| Laktatdehydrogenase | LDH | Laborwert, der bei Zellumsatz oder Gewebebelastung erhöht sein kann. Beim Myelom auch prognostisch relevant. |
| Magnesium | Mg | Mineralstoff, wichtig für Muskeln, Nerven und Stoffwechsel. |
| Natrium | Na | Wichtiger Blutsalz-/Elektrolytwert. |
| NT-proBNP | — | Herzmarker. Kann bei Verdacht auf Herzbeteiligung, zum Beispiel bei AL-Amyloidose, relevant sein. |
| Phosphat | — | Mineralstoff, unter anderem wichtig für Knochen und Stoffwechsel. |
| PTT | aPTT | Gerinnungswert zur Einschätzung bestimmter Gerinnungswege. |
| Transferrin | — | Eiweiß, das Eisen im Blut transportiert. |
| Transferrinsättigung | TSAT | Zeigt, wie stark das Eisen-Transporteiweiß mit Eisen beladen ist. |
| Troponin | — | Herzmarker, der bei Herzmuskelschädigung eine Rolle spielt. |
| Vitamin B12 | Cobalamin | Vitamin, das für Blutbildung und Nerven wichtig ist. |
| Vitamin D | — | Vitamin/Hormonvorstufe, wichtig unter anderem für Knochenstoffwechsel. |
Medikamente und Medikamentenklassen
| Begriff | Abkürzung / Synonym | Patientengerecht erklärt |
|---|---|---|
| Alkylanz | Alkylierende Substanz | Klassische Chemotherapiegruppe, die Erbmaterial von Zellen schädigen kann. |
| Antibiotikaprophylaxe | — | Vorbeugende Antibiotikagabe in bestimmten Risikosituationen. |
| Anti-CD38-Antikörper | — | Antikörper gegen CD38, ein Merkmal auf Myelomzellen. |
| Antikörper-Wirkstoff-Konjugat | ADC | Antikörper, der einen Wirkstoff gezielt zu Krebszellen bringen soll. |
| Antivirale Prophylaxe | — | Vorbeugende Behandlung gegen bestimmte Virusreaktivierungen, etwa bei manchen Therapien. |
| BCL-2-Inhibitor | — | Medikamentenklasse, die Überlebenssignale von Zellen beeinflusst. |
| Belantamab Mafodotin | Blenrep® | Antikörper-Wirkstoff-Konjugat gegen BCMA; Zulassungs- und Einsatzstatus muss aktuell geprüft werden. |
| Bendamustin | — | Chemotherapeutikum, in bestimmten Situationen relevant. |
| Bisphosphonate | — | Medikamente zum Schutz der Knochen und zur Verringerung knochenbezogener Komplikationen. |
| Bispezifischer Antikörper | bispezifischer AK | Antikörper, der zwei Ziele gleichzeitig erkennen kann, zum Beispiel eine Myelomzelle und eine Immunzelle. |
| Bortezomib | V, Velcade® | Proteasom-Inhibitor, der in verschiedenen Myelomkombinationen eingesetzt wird. |
| CAR-T-Zelltherapie | CAR-T | Zelltherapie, bei der eigene Immunzellen im Labor verändert werden, damit sie Myelomzellen erkennen können. |
| Carfilzomib | K, Kyprolis® | Proteasom-Inhibitor, der vor allem in bestimmten Kombinationen bei Myelomtherapien vorkommt. |
| Cevostamab | RG6160 | Bispezifischer Antikörper in klinischer Prüfung; nicht als Standardbegriff ohne Aktualitätsprüfung veröffentlichen. |
| Ciltacabtagen autoleucel | Cilta-cel, Carvykti® | CAR-T-Zelltherapie gegen BCMA. |
| Cyclophosphamid | C | Alkylierende Substanz, die in bestimmten Kombinationen vorkommen kann. |
| Daratumumab | Dara, Darzalex® | Monoklonaler Anti-CD38-Antikörper. Wird in verschiedenen Kombinationen beim Myelom eingesetzt. |
| Denosumab | Xgeva® | RANKL-Inhibitor zum Knochenschutz in bestimmten Situationen. |
| Dexamethason | Dex, d | Glukokortikoid, das häufig mit anderen Myelommedikamenten kombiniert wird. |
| Doxorubicin | — | Chemotherapeutikum aus der Gruppe der Anthrazykline. |
| Elotuzumab | Elo, Empliciti® | Monoklonaler Antikörper gegen SLAMF7. |
| Elranatamab | Elrexfio® | Bispezifischer Antikörper, der BCMA adressiert. |
| Glukokortikoid | Kortisonpräparat | Entzündungshemmende und krebswirksame Medikamentenklasse, häufig Bestandteil von Myelomkombinationen. |
| HDAC-Inhibitor | — | Medikamentenklasse, die die Genregulation in Zellen beeinflusst. |
| Idecabtagen vicleucel | Ide-cel, Abecma® | CAR-T-Zelltherapie gegen BCMA. |
| Immunglobulinsubstitution | IVIG/SCIG | Gabe von Immunglobulinen bei bestimmten Antikörpermangel-Situationen. |
| Immunmodulierende Substanz | IMiD | Medikamentenklasse, die unter anderem das Immunsystem und die Umgebung der Myelomzellen beeinflusst. |
| Isatuximab | Isa, Sarclisa® | Monoklonaler Anti-CD38-Antikörper. |
| Ixazomib | Ixa, Ninlaro® | Proteasom-Inhibitor in Tablettenform. |
| Lenalidomid | R, Revlimid® | Immunmodulierende Substanz, häufig in Kombinationen und in der Erhaltungstherapie verwendet. |
| Melphalan | — | Alkylierendes Medikament, unter anderem bei Hochdosistherapie relevant. |
| Monoklonaler Antikörper | Antikörpertherapie | Zielgerichtete Therapie mit künstlich hergestellten Antikörpern. |
| Pamidronat | — | Bisphosphonat zum Knochenschutz. |
| Panobinostat | Farydak® | HDAC-Inhibitor, früher/relevant in bestimmten Therapiekonstellationen. |
| Pegyliertes liposomales Doxorubicin | — | Spezielle Form von Doxorubicin. |
| Pomalidomid | P, Imnovid® | Immunmodulierende Substanz, vor allem in späteren Therapielinien relevant. |
| Prednison / Prednisolon | — | Kortisonähnliche Medikamente, die in bestimmten Therapiekonzepten vorkommen können. |
| Proteasom-Inhibitor | PI | Medikamentenklasse, die bestimmte Abbauprozesse in Zellen hemmt. Myelomzellen können dadurch geschädigt werden. |
| RANKL-Inhibitor | — | Medikamentenklasse, die Knochenabbau bremsen kann. |
| Selinexor | Nexpovio® | XPO1-Inhibitor, der in bestimmten späteren Therapiesituationen verwendet werden kann. |
| Talquetamab | Talvey® | Bispezifischer Antikörper, der GPRC5D adressiert. |
| Teclistamab | Tecvayli® | Bispezifischer Antikörper, der BCMA adressiert. |
| Thalidomid | T | Ältere immunmodulierende Substanz. |
| Thromboembolieprophylaxe | Gerinnselvorbeugung | Maßnahmen oder Medikamente zur Vorbeugung von Blutgerinnseln. |
| Venetoclax | — | BCL-2-Inhibitor; beim Myelom besonders in speziellen genetischen Situationen diskutiert. |
| XPO1-Inhibitor | — | Medikamentenklasse, die den Zellkern-Transport bestimmter Eiweiße beeinflusst. |
| Zoledronsäure | Zoledronat | Bisphosphonat zum Knochenschutz. |
Nebenwirkungen, Beschwerden und Komplikationen
| Begriff | Abkürzung / Synonym | Patientengerecht erklärt |
|---|---|---|
| Alopezie | Haarausfall | Haarverlust, der bei bestimmten Therapien auftreten kann. |
| Diarrhö | Durchfall | Häufige, dünnflüssige Stühle. Kann durch Erkrankung, Medikamente oder Infektionen entstehen. |
| Emesis | Erbrechen | Entleerung des Mageninhalts über den Mund. |
| Exanthem | Hautausschlag | Hautveränderung, die unter anderem als Nebenwirkung auftreten kann. |
| Fatigue | Erschöpfung | Anhaltende, belastende Müdigkeit und Kraftlosigkeit. |
| Fieber | Pyrexie | Erhöhte Körpertemperatur. Bei Myelom und unter Therapie sollte Fieber ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden. |
| Hand-Fuß-Syndrom | — | Hautreaktion an Händen und Füßen mit Rötung, Schmerzen oder Schwellung. |
| Hypogammaglobulinämie | Antikörpermangel | Verminderte Menge normaler Antikörper im Blut. |
| ICANS | Immuneffektorzell-assoziierte Neurotoxizität | Neurologische Nebenwirkung, die bei bestimmten Zell- und Immuntherapien auftreten kann. |
| Infektanfälligkeit | Infektneigung | Erhöhte Anfälligkeit für Infektionen, zum Beispiel durch Antikörpermangel oder Therapie. |
| Infusionsreaktion | — | Reaktion während oder nach einer Infusion, zum Beispiel mit Fieber, Schüttelfrost oder Atembeschwerden. |
| Kieferosteonekrose | ONJ | Seltene, aber wichtige Kieferknochenkomplikation, besonders im Zusammenhang mit Knochenschutzmedikamenten. |
| Mukositis | Schleimhautentzündung | Entzündung der Schleimhäute, zum Beispiel im Mund. |
| Nausea | Übelkeit | Gefühl, sich erbrechen zu müssen. |
| Neurotoxizität | Nervenschädigung | Schädigung oder Reizung des Nervensystems durch Erkrankung oder Behandlung. |
| Obstipation | Verstopfung | Erschwerte oder seltene Darmentleerung. |
| Orale Mukositis | Mundschleimhautentzündung | Schleimhautentzündung im Mund, oft schmerzhaft. |
| Periphere Neuropathie | PNP | Nervenschädigung außerhalb von Gehirn und Rückenmark. |
| Polyneuropathie | Neuropathie | Nervenschädigung, die Kribbeln, Taubheit, Brennen oder Schmerzen verursachen kann. |
| Pruritus | Juckreiz | Juckende Haut, möglich bei Erkrankungen oder Medikamenten. |
| Thromboembolie | Blutgerinnsel | Blutgerinnsel in einem Gefäß. |
| Venöse Thromboembolie | VTE | Blutgerinnsel in einer Vene, zum Beispiel Beinvenenthrombose oder Lungenembolie. |
| Zytokin-Freisetzungssyndrom | CRS | Entzündungsreaktion, die vor allem bei bestimmten Immuntherapien auftreten kann. |
Stadien, Prognose und Therapieansprechen
| Begriff | Abkürzung / Synonym | Patientengerecht erklärt |
|---|---|---|
| Ansprechrate | Response Rate | Anteil der Patientinnen und Patienten, bei denen eine Behandlung messbar wirkt. |
| Complete Response | CR | Komplettes Ansprechen nach festgelegten Kriterien. |
| ECOG | ECOG-Status | Skala zur Einschätzung der körperlichen Leistungsfähigkeit. |
| Gesamtüberleben | OS | Studienendpunkt: Zeitspanne des Überlebens insgesamt. |
| Hochrisiko | — | Bezeichnung für ungünstigere Risikomerkmale. |
| International Staging System | ISS | System zur Stadieneinteilung und Prognoseabschätzung beim Multiplen Myelom. |
| Karnofsky-Index | KPS | Skala zur Einschätzung von Allgemeinzustand und Selbstständigkeit. |
| Minimal Response | MR | Geringeres, aber messbares Ansprechen. |
| Partial Response | PR | Teilweises Ansprechen auf die Behandlung. |
| Prädiktiver Marker | — | Merkmal, das Hinweise geben kann, ob eine bestimmte Behandlung eher wirksam ist. |
| Progressive Disease | PD | Fortschreiten der Erkrankung. |
| Prognostischer Faktor | — | Merkmal, das statistisch etwas über den möglichen Krankheitsverlauf aussagen kann. |
| Progressionsfreies Überleben | PFS | Zeitspanne in Studien, in der die Erkrankung nicht fortschreitet. |
| Revidiertes International Staging System | R-ISS | Erweiterte Form des ISS, die zusätzliche Faktoren einbezieht. |
| Stable Disease | SD | Stabile Erkrankung ohne klares Fortschreiten und ohne ausreichendes Ansprechen. |
| Standardrisiko | — | Keine bekannten Hochrisikomerkmale. |
| Stringente komplette Remission | sCR | Besonders tiefe Form des kompletten Ansprechens. |
| Very Good Partial Response | VGPR | Sehr gute partielle Remission; die Krankheitszeichen sind stark zurückgegangen. |
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