
©iStock.com/mohd izzuan
Das Glossar A–Z erklärt häufige medizinische Begriffe, Abkürzungen, Laborwerte und Therapiebegriffe rund um das Multiple Myelom. Es richtet sich an Patient:innen, Angehörige und Interessierte, die Befunde, Arztbriefe oder Informationen zur Erkrankung besser verstehen möchten.
Bildgebung
| Begriff | Abkürzung / Synonym | Patientengerecht erklärt |
|---|---|---|
| Computertomographie | CT | Röntgen-Schichtbildverfahren. Beim Myelom wichtig zur Erkennung von Knochenveränderungen. |
| Diffusionsgewichtete Bildgebung | DWI | MRT-Technik, die bestimmte Gewebeveränderungen sichtbar machen kann. |
| FDG | Fluordesoxyglukose | Zuckerähnlicher Stoff, der bei PET-Untersuchungen verwendet wird. |
| FDG-PET | — | PET-Untersuchung mit einem zuckerähnlichen Marker. |
| Ganzkörper-CT | GK-CT | CT-Untersuchung des ganzen Körpers, vor allem zur Suche nach Knochenveränderungen. |
| Ganzkörper-MRT | GK-MRT | MRT-Untersuchung des ganzen Körpers. |
| Magnetresonanztomographie | MRT | Bildgebung ohne Röntgenstrahlung. Zeigt Knochenmark, Weichteile und Herde gut. |
| MY-RADS | — | System zur standardisierten Beurteilung von Myelom-Bildgebung. |
| PET/CT | — | Kombination aus PET und CT. Kann aktive Krankheitsherde zeigen. |
| Positronen-Emissions-Tomographie | PET | Bildgebung, die Stoffwechselaktivität sichtbar machen kann. |
| Röntgen | — | Klassische Bildgebung mit Röntgenstrahlen; beim Myelom heute oft durch CT/MRT ergänzt oder ersetzt. |
| Skelettszintigraphie | — | Nuklearmedizinische Untersuchung des Skeletts. Beim Myelom nur begrenzt geeignet. |
Blutbild und Blutzellen
| Begriff | Abkürzung / Synonym | Patientengerecht erklärt |
|---|---|---|
| Basophile Granulozyten | Basophile | Kleine Untergruppe weißer Blutkörperchen. |
| Blutbild | — | Laboruntersuchung der Blutzellen. Wichtig bei Diagnose, Therapie und Verlaufskontrolle. |
| Eosinophile Granulozyten | Eosinophile | Untergruppe weißer Blutkörperchen, unter anderem bei Allergien und bestimmten Immunreaktionen relevant. |
| Erythrozyten | rote Blutkörperchen | Blutzellen, die Sauerstoff transportieren. |
| Großes Blutbild | Differenzialblutbild | Blutbild mit zusätzlicher Aufschlüsselung der weißen Blutkörperchen. |
| Hämatopoetische Insuffizienz | eingeschränkte Blutbildung | Das Knochenmark bildet nicht ausreichend Blutzellen. |
| Hämoglobin | Hb | Roter Blutfarbstoff in den roten Blutkörperchen. Transportiert Sauerstoff. |
| Leukopenie | — | Verminderung der weißen Blutkörperchen. |
| Leukozyten | weiße Blutkörperchen | Blutzellen der Immunabwehr. |
| Lymphopenie | — | Verminderung der Lymphozyten. |
| Lymphozyten | — | Untergruppe weißer Blutkörperchen, wichtig für die Immunabwehr. |
| Monozyten | — | Untergruppe weißer Blutkörperchen, beteiligt an Immunreaktionen. |
| Myelosuppression | Knochenmarksunterdrückung | Verminderte Blutbildung im Knochenmark, zum Beispiel durch Erkrankung oder Behandlung. |
| Neutropenie | — | Mangel an neutrophilen Granulozyten. Dadurch kann das Infektionsrisiko steigen. |
| Neutrophile Granulozyten | Neutrophile | Wichtige Untergruppe der weißen Blutkörperchen, besonders für die Abwehr bakterieller Infektionen. |
| Panzytopenie | — | Verminderung aller drei Blutzellreihen: rote Blutkörperchen, weiße Blutkörperchen und Blutplättchen. |
| Retikulozyten | junge rote Blutkörperchen | Junge rote Blutkörperchen. Sie zeigen, wie aktiv das Knochenmark rote Blutzellen nachbildet. |
| Thrombozyten | Blutplättchen | Blutzellen, die für Blutgerinnung und Blutstillung wichtig sind. |
| Thrombozytopenie | — | Verminderung der Blutplättchen. Kann die Blutungsneigung erhöhen. |
Diagnose, Verlauf und Krankheitsaktivität
| Begriff | Abkürzung / Synonym | Patientengerecht erklärt |
|---|---|---|
| Albuminurie | Albumin im Urin | Form der Eiweißausscheidung im Urin, die auf eine Nierenschädigung hinweisen kann. |
| Anämie | Blutarmut | Zu wenig roter Blutfarbstoff oder rote Blutkörperchen. Betroffene können müde, schwach oder kurzatmig sein. |
| Bence-Jones-Proteinurie | Leichtketten im Urin | Ausscheidung freier Leichtketten über den Urin. Kann ein Hinweis auf eine Plasmazellerkrankung sein. |
| Cast-Nephropathie | Myelomniere | Nierenschädigung durch Ausfällung freier Leichtketten in den Nierenkanälchen. |
| CRAB-Kriterien | CRAB | Abkürzung für wichtige Zeichen eines behandlungsbedürftigen Myeloms: erhöhtes Kalzium, Nierenfunktionsstörung, Blutarmut und Knochenveränderungen. |
| Diagnose | — | Feststellung und Einordnung einer Erkrankung. Beim Myelom gehören dazu meist Blut- und Urinuntersuchungen, Knochenmarkuntersuchung und Bildgebung. |
| Endorganschaden | Organschaden | Schädigung eines Organs, die durch die Plasmazellerkrankung verursacht sein kann. |
| Fokale Läsion | Herdbefund | Begrenzte auffällige Stelle, zum Beispiel im MRT oder PET/CT. |
| Hyperkalzämie | erhöhtes Kalzium | Erhöhter Kalziumwert im Blut. Beim Myelom kann das durch Knochenabbau entstehen. |
| Hyperviskosität | zähflüssigeres Blut | Seltene Komplikation, bei der viele Eiweiße das Blut zähflüssiger machen können. |
| Initialdiagnostik | Erstdiagnostik | Erste Untersuchungen bei Verdacht auf ein Multiples Myelom. |
| Knochenläsion | Knochenveränderung | Auffällige Veränderung im Knochen, zum Beispiel durch Myelomherde. |
| Krankheitsaktivität | — | Beschreibt, wie aktiv die Erkrankung aktuell ist. |
| Krankheitsprogression | Progress | Fortschreiten oder Zunahme der Erkrankungsaktivität. |
| M-Gradient | M-Spike | Auffälliger Eiweißgipfel in der Eiweißelektrophorese. Er kann auf ein monoklonales Eiweiß hinweisen. |
| Minimale Resterkrankung | MRD | Sehr empfindlicher Nachweis verbliebener Myelomzellen nach Behandlung. |
| Monoklonal | — | Bedeutet, dass viele gleiche Zellen oder Eiweiße von einer Ursprungszelle abstammen. |
| Monoklonale Gammopathie | — | Nachweis eines gleichartigen Antikörpers oder Antikörperbestandteils im Blut oder Urin. |
| Niereninsuffizienz | Nierenschwäche | Eingeschränkte Nierenfunktion. Beim Myelom können unter anderem freie Leichtketten die Nieren belasten. |
| Osteolyse | Knochenauflösung | Knochenabbau oder Knochenzerstörung. Kann Schmerzen und Knochenbrüche begünstigen. |
| Paraprotein | M-Protein | Krankhaft vermehrtes, gleichartiges Eiweiß, das von Myelomzellen gebildet werden kann. |
| Proteinurie | Eiweiß im Urin | Nachweis von Eiweiß im Urin. Kann auf eine Nierenbeteiligung hinweisen. |
| Refraktär | therapieresistent | Die Erkrankung spricht auf eine Behandlung nicht oder nicht mehr ausreichend an. |
| Remission | Rückgang der Erkrankung | Die Erkrankung wurde durch eine Behandlung zurückgedrängt. Es gibt verschiedene Tiefen des Ansprechens. |
| Rezidiv | Rückfall | Wiederauftreten oder Fortschreiten der Erkrankung nach einer Phase der Kontrolle. |
| Rezidivdiagnostik | Rückfalldiagnostik | Untersuchungen bei Verdacht auf Wiederauftreten oder Fortschreiten der Erkrankung. |
| SLiM-CRAB-Kriterien | SLiM-CRAB | Erweiterte Kriterien, mit denen beurteilt wird, ob ein Myelom behandlungsbedürftig ist. Dazu gehören Labor-, Knochenmark- und Bildgebungsbefunde. |
| Tumorlast | Krankheitslast | Ausmaß der Erkrankung im Körper. |
| Verlaufsdiagnostik | Verlaufskontrolle | Wiederholte Untersuchungen, um die Erkrankung und das Ansprechen auf eine Behandlung zu beobachten. |
Eiweißdiagnostik und Immunologie
| Begriff | Abkürzung / Synonym | Patientengerecht erklärt |
|---|---|---|
| 24-Stunden-Sammelurin | — | Urinsammlung über 24 Stunden, zum Beispiel zur Eiweißmessung. |
| Antikörpermangel | Hypogammaglobulinämie | Verminderte Bildung normaler Antikörper. Kann das Infektionsrisiko erhöhen. |
| Eiweißelektrophorese | SPE | Laboruntersuchung, die auffällige Eiweißmuster im Blut sichtbar machen kann. |
| Freie Leichtketten | FLC | Kleine Bestandteile von Antikörpern. Beim Myelom können sie vermehrt gebildet werden. |
| Immunglobulin | Ig | Antikörper. Bestandteil des Immunsystems. |
| Immunglobulin A | IgA | Antikörperklasse, die beim Myelom ebenfalls als monoklonales Eiweiß vorkommen kann. |
| Immunglobulin D | IgD | Seltene Antikörperklasse, die bei bestimmten Myelomformen vorkommen kann. |
| Immunglobulin E | IgE | Sehr seltene Antikörperklasse im Zusammenhang mit Plasmazellerkrankungen. |
| Immunglobulin G | IgG | Häufige Antikörperklasse. Beim Myelom kann IgG als monoklonales Eiweiß vermehrt sein. |
| Immunglobulin M | IgM | Antikörperklasse. Beim Myelom seltener, aber wichtig zur Abgrenzung anderer Erkrankungen. |
| Immunfixation | IFE | Genauere Laboruntersuchung zur Bestimmung monoklonaler Eiweiße im Blut oder Urin. |
| Kapillarzonenelektrophorese | CZE | Labormethode zur Untersuchung von Eiweißen im Blut. |
| Kappa-Leichtkette | κ | Eine Form der Leichtkette von Antikörpern. |
| Kappa/Lambda-Ratio | FLC-Ratio, rFLC | Verhältnis von Kappa- zu Lambda-Leichtketten. Ein auffälliges Verhältnis kann auf monoklonale Bildung hinweisen. |
| Lambda-Leichtkette | λ | Zweite wichtige Form der Leichtkette von Antikörpern. |
Erkrankungen und krankheitsnahe Begriffe
| Begriff | Abkürzung / Synonym | Patientengerecht erklärt |
|---|---|---|
| AL-Amyloidose | — | Erkrankung, bei der fehlgefaltete Eiweißbestandteile im Körper abgelagert werden. Sie kann mit Plasmazellerkrankungen zusammenhängen. |
| Asekretorisches Myelom | — | Myelomform, bei der kaum oder kein messbares M-Protein im Blut oder Urin nachweisbar ist. |
| B-Zell-Lymphom | — | Krebserkrankung bestimmter Immunzellen. Wichtig als Abgrenzung zu Plasmazellerkrankungen. |
| Extramedulläres Plasmozytom | EMP | Plasmazellherd außerhalb des Knochenmarks. |
| Knochenmark | — | Weiches Gewebe im Inneren vieler Knochen. Dort werden Blutzellen gebildet; beim Multiplen Myelom ist das Knochenmark häufig betroffen. |
| Leichtkettenmyelom | — | Myelomform, bei der vor allem freie Leichtketten gebildet werden. Diese können besonders für die Nieren wichtig sein. |
| Monoklonale Gammopathie renaler Signifikanz | MGRS | Monoklonale Eiweißbildung, die vor allem für die Niere bedeutsam ist, auch wenn nicht unbedingt ein Multiples Myelom vorliegt. |
| Monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz | MGUS | Vorstufe oder Vorläuferveränderung, bei der ein monoklonales Eiweiß nachweisbar ist, aber keine Kriterien für ein behandlungsbedürftiges Myelom vorliegen. |
| Multiples Myelom | MM | Krebserkrankung bestimmter Abwehrzellen, der Plasmazellen. Sie vermehren sich vor allem im Knochenmark und können Blutbildung, Knochen, Nieren und Immunsystem beeinträchtigen. |
| Myelomzelle | — | Krankhaft veränderte Plasmazelle. Myelomzellen können sich im Knochenmark vermehren und krankhafte Eiweiße bilden. |
| Plasmazelle | — | Spezielle Immunzelle, die normalerweise Antikörper bildet. Beim Multiplen Myelom verändern sich Plasmazellen krankhaft. |
| Plasmazellleukämie | PZL | Seltene und meist aggressive Form einer Plasmazellerkrankung, bei der viele Plasmazellen im Blut vorkommen. |
| Plasmozytom | — | Ansammlung krankhafter Plasmazellen. Der Begriff wird teils für einen einzelnen Plasmazellherd und teils im Zusammenhang mit dem Multiplen Myelom verwendet. |
| POEMS-Syndrom | POEMS | Seltene Erkrankung im Umfeld von Plasmazellerkrankungen. Der Name steht für typische beteiligte Krankheitszeichen. |
| Smoldering Myelom | SMM, schwelendes Myelom | Zwischenform zwischen MGUS und behandlungsbedürftigem Myelom. Es liegen Myelommerkmale vor, aber noch keine typischen Organschäden. |
| Solitäres Plasmozytom | SP | Einzelner Plasmazellherd, zum Beispiel in einem Knochen oder außerhalb des Knochenmarks. |
| Symptomatisches Multiples Myelom | behandlungsbedürftiges Myelom | Multiples Myelom mit bestimmten Krankheitszeichen oder Risikokriterien, bei dem eine Behandlung notwendig werden kann. |
Themen
Ihre Spende hilft!
Unterstützen Sie unsere Arbeit zur Aufklärung von Patient:innen und Angehörigen über das Multiple Myelom.