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Komplementärmedizin

Ernährung, Bewegung u. Naturheilverfahren — Was kann ich selber tun?

Die beiden Begriffe komplementäre und alternative Medizin werden oft in einem Atemzug genannt und nicht unterschieden. Patienten mit einer Krebserkrankung fragen nach alternativer Medizin, wenn sie auf der Suche nach “natürlichen“, sanften Heilmitteln sind, die ihnen helfen können. Dabei suchen sie meist eine begleitende Therapie zur Krebsbehandlung durch den Onkologen - also eine komplementäre, ergänzende Therapie. Das Bedürfnis der Patienten, selber aktiv zu werden und so zu einem guten Gelingen der Therapie beizutragen, ist nicht nur verständlich, sondern wichtig. Selber aktiv sein heißt, sein Schicksal in die Hand zu nehmen. Dabei geht es vor allem darum, die Zeit der Behandlungen und die anschließende Erholungszeit besser zu durchleben. Leider treffen Patienten manchmal bei den sie behandelnden Onkologen auf wenig Wissen und Zeit zu dem Thema und geraten damit immer wieder zu unseriösen Anbietern. Hier werden Heilsversprechen gemacht, die auf Methoden beruhen, für die keine Wirksamkeit nachgewiesen ist, für die teilweise sogar Risiken und Schäden bestehen. Solche Methoden gehören zur alternativen Medizin.

In dieser Broschüre gibt Frau Prof. Dr. med. Jutta Hübner - Stiftungsprofessur für Integrative Onkologie der Stiftung Deutsche Krebshilfemöchten  - Patientinnen und Patienten einen Wegweiser in die Welt der komplementären und alternativen Medizin.

Video: "Komplementäre Medizin in der Onkologie"

Das Video zeigt ein Gespräch zur komplementären und begleitenden Therapie bei Krebs. Die beiden Begriffe komplementäre und alternative Medizin werden oft in einem Atemzug genannt. Patienten mit einer Krebserkrankung fragen nach alternativer Medizin, wenn sie auf der Suche nach „natürlichen“, sanften Heilmitteln sind, die ihnen helfen können. Dabei suchen sie meist eine begleitende Therapie zur Krebsbehandlung durch den Onkologen - also eine komplementäre, ergänzende Therapie.
Zu Wort kommt Martina Kiehl vom Hautkrebs-Netzwerk Deutschland e.V. und Frau Prof. Dr. Jutta Hübner von der Universitätsklinik Jena, Expertin für Komplementäre Onkologie.

Naturheilkunde bei Krebs

Naturheilkunde ist ein Überbegriff für viele verschiedene Methoden. Einige davon sind nachweislich wirksam, für andere gilt dies nicht.

In den im unten verlinkten Beitrag aufgeführten Faktenblättern (von A wie Akupunktur bis Z wie Zink) wird für alle von Patienten mit Krebs in Deutschland häufig angewendeten Naturheilkundemethoden beschrieben, ob und wenn ja wobei sie wirken.

Auch wird beschrieben, was man über Neben- und Wechselwirkungen weiß. Denn jede Therapie, die im Körper etwas bewirkt, kann auch Nebenwirkungen haben. Wechselwirkungen entstehen dann, wenn zwei Medikamente im Körper zusammen kommen. So kann ein Extrakt einer Heilpflanze mit einem Chemotherapiemittel oder einem anderen Krebsmedikament wechselwirken und so die Wirkung des Krebsmedikamentes abschwächen oder dessen Nebenwirkungen sogar verstärken. Beides ist gefährlich.

Deshalb wird Patienten, die Naturheilkunde anwenden wollen, dringend empfohlen, immer mit ihrem Onkologen darüber zu sprechen.

Cannabis bei Krebs – Ein fester Platz in der Schmerztherapie?

Seit März 2017 dürfen in Deutschland gesetzlich cannabisbasierte Arzneimittel und medizinisches Cannabis verschrieben werden. Durch die Festlegung des Gesetzgebers werden die Kosten nach Prüfung eines Antrags auf Genehmigung durch die Krankenkassen übernommen. Die Anträge dürfen nur in begründeten Ausnahmefällen abgelehnt werden. Seit dieser Änderung erfolgte die Verordnung von Cannabis hauptsächlich bei chronischen Schmerzen (60-70%).

Teilweise wird, besonders in sozialen Medien, von einer möglichen Krebsheilung durch Cannabis berichtet. „Studien die dazu existieren, sind nur Zellexperimente, in denen Cannabinoide lediglich das Wachstum von Tumorzellen gehemmt haben. Sie haben keinerlei Aussagekraft für die menschliche Situation“, erläutert Jutta Hübner, Professorin für Integrative Onkologie vom Uniklinikum in Jena. Trotz des breiten öffentlichen Interesses herrscht durch fehlende anerkannte Leitlinien eine gewisse Unsicherheit bei Patient*innen und Mediziner*innen. So gehört zu den typischen Fragen, wer diese Arzneien verschreiben und verschrieben bekommen darf, wie aktuelle klinische Studiendaten zu interpretieren sind und wie die Verschreibung im Praxisalltag tatsächlich aussieht.

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