
Die Diagnose des Multiplen Myeloms ist oft schwierig, da erste Beschwerden wie Müdigkeit, Infektanfälligkeit, Knochenschmerzen oder auffällige Blut- und Urinwerte auch andere Ursachen haben können. In den folgenden Beiträgen erfahren Sie, welche Symptome Hinweise geben können und welche Untersuchungen zur Abklärung wichtig sind.
Diagnose des Multiplen Myeloms
Die Diagnose eines Multiplen Myeloms ist oft nicht einfach. Viele Beschwerden sind zunächst unspezifisch und können auch bei anderen Erkrankungen auftreten. Deshalb vergehen von den ersten Symptomen bis zur endgültigen Diagnose manchmal mehrere Monate.
Häufig berichten Betroffene über Müdigkeit, Abgeschlagenheit, eine erhöhte Infektanfälligkeit oder ungewollten Gewichtsverlust. Auch Nachtschweiß kann vorkommen. Bei vielen Patient:innen machen sich Knochenschmerzen bemerkbar, besonders im Rücken, an den Rippen oder an langen Röhrenknochen wie Oberarm oder Oberschenkel. Diese Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt werden, vor allem wenn sie länger anhalten oder stärker werden.
Weitere mögliche Hinweise auf ein Multiples Myelom sind eine eingeschränkte Nierenfunktion, erhöhte Kalziumwerte im Blut, Blutarmut oder wiederkehrende Infekte. Manche Betroffene bemerken auch schäumenden Urin. Das kann ein Hinweis darauf sein, dass vermehrt Eiweiß über den Urin ausgeschieden wird. Auch Gefühlsstörungen wie Kribbeln, Taubheitsgefühle oder ein verändertes Temperaturempfinden an Händen und Füßen können auftreten.
Welche Untersuchungen sind bei Verdacht auf ein Multiples Myelom wichtig?
Wenn der Verdacht auf ein Multiples Myelom besteht, sind mehrere Untersuchungen notwendig. Sie helfen dabei zu klären, ob tatsächlich ein Myelom vorliegt, wie ausgeprägt die Erkrankung ist und ob Organe oder Knochen betroffen sind.
Dazu gehören meist:
Blutuntersuchungen
Im Blut werden unter anderem das Blutbild, die Nierenwerte, der Kalziumwert, Eiweißwerte und bestimmte Antikörper untersucht. Wichtig ist auch die Suche nach einem sogenannten monoklonalen Protein, auch M-Protein oder Paraprotein genannt. Dieses Eiweiß wird von den veränderten Plasmazellen gebildet.
Urinuntersuchungen
Auch im Urin können krankheitsbedingte Eiweiße nachweisbar sein. Dazu gehören sogenannte freie Leichtketten, die früher häufig als Bence-Jones-Proteine bezeichnet wurden.
Knochenmarkuntersuchung
Für die Diagnose ist meist eine Knochenmarkprobe erforderlich. Dabei wird untersucht, ob sich im Knochenmark vermehrt gleichartige, krankhaft veränderte Plasmazellen befinden. Von einem Multiplen Myelom spricht man in der Regel, wenn mindestens 10 % klonale Plasmazellen im Knochenmark nachgewiesen werden oder ein Plasmozytom durch eine Gewebeprobe bestätigt wurde und zusätzlich bestimmte weitere Kriterien erfüllt sind.
Bildgebende Untersuchungen
Da das Multiple Myelom die Knochen betreffen kann, werden bildgebende Verfahren eingesetzt. Dazu können je nach Situation eine Computertomografie, Magnetresonanztomografie oder PET-CT gehören. Ziel ist es, Knochenschäden, Knochenmarkbefall oder einzelne Herde der Erkrankung zu erkennen.