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Glucocorticoide

© iStock.com/RafaPress

Glukokortikoide (umgangssprachlich oft „Cortison“ genannt) sind Medikamente, die Entzündungen dämpfen und das Immunsystem bremsen. Beim Multiplen Myelom sind sie sehr häufig Bestandteil von Kombinationstherapien – besonders Dexamethason.

Glukokortikoide können beim Myelom:

  • die Wirksamkeit anderer Myelom-Medikamente unterstützen (Teil vieler Kombinationsschemata) 
  • Entzündungsreaktionen und allergische Reaktionen (z. B. bei Antikörper-Infusionen) abschwächen
  • Beschwerden wie Übelkeit oder Schmerzen in bestimmten Situationen lindern (je nach Therapieplan)

Welche Wirkstoffe sind beim Myelom relevant?

Am häufigsten:

  • Dexamethason (Standard in sehr vielen Kombinationstherapien) 

Seltener/je nach Schema:

  • Prednisolon / Prednison (Prednison wird im Körper zu Prednisolon umgewandelt)

Typische Nebenwirkungen:

Glukokortikoide können – je nach Dosis und Dauer – verschiedene Nebenwirkungen auslösen. Häufig sind:

Kurzfristig (Tage/Wochen):

  • Schlafprobleme, Unruhe, „aufgedreht sein“
  • Stimmungsschwankungen
  • Appetitsteigerung, Wassereinlagerungen
  • Blutzuckeranstieg (auch ohne Diabetes möglich)

Bei längerer/ wiederholter Einnahme:

  • erhöhtes Infektionsrisiko (Immunsuppression)
  • Knochenabbau/Osteoporose-Risiko (besonders relevant beim Myelom) 
  • Muskelschwäche
  • Magenbeschwerden (je nach Begleitmedikation)
  • Hautveränderungen (dünnere Haut, Hämatome)

 

Dexamethason

Dexamethason ist ein sehr stark wirksames Glukokortikoid. Beim Multiplen Myelom ist es in sehr vielen Kombinationstherapien enthalten. 

Warum ist es so häufig Teil von Kombinationen?

Dexamethason wird oft kombiniert, weil es:

  • entzündungshemmend wirkt und Immunreaktionen dämpfen kann
  • in vielen Schemata die Gesamtwirksamkeit unterstützt

Häufige Nebenwirkungen

Schlaf & Psyche

  • Einschlafprobleme, „innerer Motor“, Reizbarkeit
  • Stimmungsschwankungen (bis hin zu Depression/Angst)

Stoffwechsel

  • Blutzuckeranstieg (wichtig bei Diabetes)
  • Heißhunger, Gewichtszunahme

Infektionen

  • höhere Infektanfälligkeit durch Immunsuppression

Knochen

  • Osteoporose-Risiko (besonders bei älteren Menschen betont) 
  • Beim Myelom wird Knochenschutz in Leitlinien besonders mitgedacht.

 

Prednison - Prednisolon

Prednison und Prednisolon – was ist der Unterschied?

  • Prednison ist eine Vorstufe (Prodrug) und wird im Körper – vor allem in der Leber – in Prednisolonumgewandelt. 
  • Prednisolon ist die aktive Form.

Rolle beim Multiplen Myelom

Im Myelom-Kontext stehen meist Dexamethason-haltige Schemata im Vordergrund. 
Prednisolon/Prednison können je nach individueller Situation oder Schema eine Rolle spielen – das entscheidet das Behandlungsteam.

Typische Nebenwirkungen (ähnlich wie andere Glukokortikoide)

  • Schlaf, Stimmung, Appetit, Blutzucker
  • Immunsuppression/Infektanfälligkeit
  • Bei längerer Anwendung: Osteoporose-Risiko

 

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