Cevostamab (auch: RG6160, BFCR4350A) ist ein bispezifischer Antikörper (T-Zell-Engager), der beim Multiplen Myelom untersucht wird. Er ist derzeit noch nicht als Medikament zugelassen (weder EU noch USA) und wird ausschließlich im Rahmen klinischer Studien eingesetzt.
Wie wirkt Cevostamab?
Cevostamab bindet gleichzeitig an zwei Strukturen:
- FcRH5 (Fc receptor-homolog 5) auf Myelomzellen
- CD3 auf T-Zellen (Abwehrzellen)
Dadurch werden T-Zellen in direkten Kontakt mit der Myelomzelle gebracht und können diese gezielter angreifen. Ein wichtiger Punkt: FcRH5 ist ein anderes Ziel als BCMA – daher wird Cevostamab auch bei Patient:innen erforscht, die bereits BCMA-gerichtete Therapien erhalten haben.
Entwicklungsstand und Studien (Auswahl)
Für Cevostamab gibt es eine Orphan-Drug-Designation (Arzneimittel für seltene Erkrankungen) in der EU – das ist keine Zulassung, erleichtert aber die Entwicklung.
Aktuell laufen mehrere Studienprogramme, u. a.:
- CAMMA 1 (u. a. Monotherapie und Kombinationen) – klinische Studien zu Sicherheit und Wirksamkeit bei r/r Myelom.
- CAMMA 2 – u. a. für Patient:innen, die bereits BCMA-Therapien erhalten haben.
- Es wird außerdem eine subkutane (unter die Haut) Anwendung untersucht.