Seltene neurologische Komplikationen nach CAR-T-Zelltherapie besser erkennen
Forschende der Uniklinik Köln haben seltene, aber potenziell schwere neurologische Nebenwirkungen nach einer CAR-T-Zelltherapie beim Multiplen Myelom untersucht. Im Mittelpunkt stand die CAR-T-Zelltherapie mit Ciltacabtagene autoleucel, kurz Cilta-cel. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal HemaSphere veröffentlicht.
Bei der CAR-T-Zelltherapie werden körpereigene Immunzellen gentechnisch so verändert, dass sie Krebszellen gezielt erkennen und angreifen können. Neben bekannten frühen Nebenwirkungen können in seltenen Fällen auch verzögert neurologische Beschwerden auftreten – teils erst Wochen bis Monate nach der Behandlung. Dazu zählen zum Beispiel Parkinson-ähnliche Bewegungsstörungen, Hirnnervenlähmungen, Guillain-Barré-ähnliche Syndrome oder Entzündungen des Gehirns.
Die Kölner Arbeitsgruppe wertete Daten von 117 Patientinnen und Patienten mit Multiplem Myelom aus, die mit Cilta-cel behandelt worden waren. Zehn Betroffene, also 8,5 Prozent, entwickelten schwere neurologische Komplikationen. Auf dieser Grundlage entwickelte das Team ein dreistufiges Versorgungskonzept, das helfen soll, Warnzeichen frühzeitig zu erkennen und die Zusammenarbeit zwischen Onkologie und Neurologie zu strukturieren.
Die Autorinnen und Autoren betonen, dass weitere prospektive Registerstudien nötig sind, um Risikofaktoren besser zu verstehen und einheitliche Empfehlungen für die Behandlung solcher Komplikationen zu entwickeln. Für Patientinnen und Patienten bedeutet die Veröffentlichung vor allem: CAR-T-Zelltherapien bleiben wichtige moderne Behandlungsoptionen beim Multiplen Myelom, gleichzeitig ist eine sorgfältige Nachbeobachtung auch nach der akuten Behandlungsphase wichtig. Cilta-cel wird auch in der Onkopedia-Leitlinie als CAR-T-Therapieoption beim rezidivierten oder refraktären Multiplen Myelom aufgeführt.