Forschende des Deutschen Krebsforschungszentrums, des HI-STEM und der Universitätsmedizin Heidelberg haben mit „HemaGuide“ ein KI-gestütztes System entwickelt, das Ärztinnen und Ärzte bei komplexen Therapieentscheidungen für Blutkrebserkrankungen unterstützen soll. Der Assistent wertet unter anderem Arztbriefe, Leitlinien, Fachliteratur und frühere Tumorboard-Fälle aus und erstellt daraus nachvollziehbare Vorschläge für die weitere Behandlung.
Hohe Übereinstimmung mit Expertengremien
In umfangreichen Tests zeigte HemaGuide eine hohe Übereinstimmung mit den Empfehlungen erfahrener Expertengremien. Besonders interessant: Das System kann auch molekulare Tumorinformationen einordnen und könnte damit künftig helfen, spezialisiertes Wissen breiter verfügbar zu machen — etwa auch für kleinere Kliniken.
Die Forschenden betonen jedoch: Die KI soll ärztliche Expertise nicht ersetzen, sondern ergänzen. Die finale Therapieentscheidung bleibt immer beim behandelnden ärztlichen Team.
Was kann das für Patient:innen bedeuten?
Für Patient:innen könnte ein solches KI-System künftig dazu beitragen, dass komplexe Krankheitsinformationen schneller und strukturierter ausgewertet werden. Besonders bei seltenen oder sehr individuellen Blutkrebserkrankungen kann das helfen, spezialisiertes Wissen aus Tumorboards breiter verfügbar zu machen — auch außerhalb großer Zentren.
Ob und wie Patient:innen langfristig konkret davon profitieren, soll jedoch erst in weiteren klinischen Studien untersucht werden.