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Erhaltungstherapie beim Multiplen Myelom

18. Juli 2026

Länger ist nicht immer besser?

Eine aktuelle Auswertung der ENDURANCE-Studie wirft die Frage auf, ob eine Erhaltungstherapie beim neu diagnostizierten Multiplen Myelom immer unbegrenzt fortgeführt werden muss. In der untersuchten Gruppe war eine auf zwei Jahre begrenzte Erhaltungstherapie nicht mit einem schlechteren Gesamtüberleben verbunden als eine unbefristete Behandlung.

Wichtige Einschränkung der Studie

Die Ergebnisse sollten jedoch vorsichtig eingeordnet werden: Eingeschlossen waren ausschließlich Patientinnen und Patienten mit zytogenetischem Standardrisiko, die keine autologe Stammzelltransplantation und keine moderne Vierfach-Induktionstherapie erhalten hatten. Deshalb lässt sich aus der Studie nicht ohne Weiteres ableiten, dass eine zeitliche Begrenzung der Erhaltungstherapie für alle Menschen mit Multiplem Myelom gleichermaßen geeignet ist.

Was empfiehlt die S3-Leitlinie?

Die S3-Leitlinie Multiples Myelom empfiehlt nach Hochdosistherapie und autologer Stammzelltransplantation, allen Patientinnen und Patienten eine Erhaltungstherapie anzubieten. Für Patientinnen und Patienten mit Standardrisiko soll Lenalidomid als Erhaltungstherapie eingesetzt werden. Zur Dauer heißt es in der Leitlinie, dass die Lenalidomid-Erhaltungstherapie mindestens zwei Jahre und – sofern verträglich – bis zum Fortschreiten der Erkrankung fortgeführt werden sollte.

Einordnung für Patientinnen und Patienten

Die neue Auswertung liefert damit einen wichtigen Diskussionsbeitrag, ändert aber nicht automatisch die bisherige Leitlinienempfehlung. Ob und wie lange eine Erhaltungstherapie sinnvoll ist, hängt unter anderem von Risikoprofil, Vorbehandlung, Verträglichkeit, Nebenwirkungen, Lebensqualität und dem individuellen Krankheitsverlauf ab. Diese Entscheidung sollte daher immer gemeinsam mit dem behandelnden hämatologisch-onkologischen Team getroffen werden.

 

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