Viele Menschen mit Krebs möchten selbst etwas dazu beitragen, ihre Behandlung zu unterstützen und ihr Wohlbefinden zu stärken. Dabei interessieren sich viele Patientinnen und Patienten für komplementärmedizinische Verfahren – zum Beispiel Bewegung, Entspannungsverfahren, Ernährung, pflanzliche Präparate oder andere ergänzende Angebote.
Die Patientenleitlinie „Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen Patientinnen und Patienten“richtet sich an erwachsene Menschen mit einer Krebserkrankung sowie an Angehörige. Sie erklärt in verständlicher Sprache, welche komplementärmedizinischen Methoden es gibt, wie sie bewertet werden und worauf Patientinnen und Patienten achten sollten.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen komplementärer und alternativer Medizin: Komplementäre Verfahren können eine Krebstherapie ergänzen. Sie ersetzen jedoch nicht die medizinisch notwendige Behandlung. Alternative Verfahren, die anstelle einer wirksamen Krebstherapie eingesetzt werden sollen, können gefährlich sein.
Die Patientenleitlinie basiert auf der S3-Leitlinie „Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen PatientInnen“. Die ärztliche Leitlinie wurde 2024 aktualisiert und ist bis 2029 gültig. Das Leitlinienprogramm Onkologie stellt dazu auch Informationen und Materialien für Patientinnen und Patienten bereit.
Die Patientenleitlinie informiert unter anderem über:
- Bewegung und körperliche Aktivität
- Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel
- Entspannungsverfahren und Mind-Body-Verfahren
- pflanzliche und sogenannte natürliche Mittel
- Akupunktur und weitere Verfahren
- mögliche Wechselwirkungen mit Krebstherapien
- den sicheren Umgang mit komplementärmedizinischen Angeboten
Gerade bei Nahrungsergänzungsmitteln, pflanzlichen Präparaten oder hochdosierten Vitaminen ist Vorsicht wichtig. Auch „natürliche“ Mittel können Nebenwirkungen haben oder die Wirkung von Krebsmedikamenten beeinflussen. Deshalb sollten ergänzende Maßnahmen immer mit dem behandelnden Ärzteteam besprochen werden.
Die Patientenleitlinie kann helfen, Informationen besser einzuordnen und sich auf Gespräche mit Ärztinnen, Ärzten oder anderen Fachkräften vorzubereiten. Sie ersetzt keine individuelle medizinische Beratung.