Multiples Myelom: Tumorheterogenität und Immunescape außerhalb des Knochenmarks
Wenn Myelomzellen aus dem Knochen ausbrechen und sich außerhalb des Knochenmarks vermehren, entsteht eine große Vielfalt von Tumorzellen, begleitet von einer deutlich veränderten Immunreaktion, die heute weitgehend entschlüsselt werden kann. Diese Erkenntnisse könnten wesentlich für die Weiterentwicklung von Diagnostik und Therapie sein.
Die Einführung neuartiger Immuntherapien einschließlich monoklonaler und bispezifischer Antikörper hat in den letzten Jahren die Ansprechraten bei der malignen Plasmazellerkrankung Multiples Myelom (MM) deutlich verbessert). So wurden etwa in der GMMG-HD10/DSMM-XX (MajesTEC-5), einer gemeinsamen Studie der beiden großen deutschen Myelom-Studiengruppen, bisher unerreichte Remissionstiefen erzielt.
In dieser Studie wird bei neudiagnostizierten MM-Patienten der bispezifische Antikörper Teclistamab in Kombination mit dem CD38-Antikörper Daratumumab sowie Lenalidomid und Dexamethason als Induktionstherapie getestet, und zwar mit oder ohne Bortezomib. Bereits nach 3 Zyklen konnte bei allen ausgewerteten Patienten keine minimale Resterkrankung (MRD) mehr nachgewiesen werden.
Diese Fortschritte nähren die Hoffnung, das MM langfristig kontrollieren zu können. Wegen der ausgeprägten Tumorheterogenität muss jedoch weiterhin davon ausgegangen werden, dass die Tumorzellen nicht vollständig eliminiert werden und ein Rezidiv bei den meisten Patienten unvermeidlich bleibt.