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Bisphosphonate und RANKL-Antikörper

Bisphosphonate sind kleine anorganische Moleküle, die sich an das Kalzium binden und dadurch in den Knochen aufgenommen werden. Sie hemmen die Aktivität der Osteoklasten und unterbrechen den kontinuierlichen osteolytischen Zyklus und somit den verstärkten Knochenabbau. Bisphosphonate haben daher mehrere mögliche positive Auswirkungen, darunter die folgenden:

  • Verhinderung/Verlangsamung weiteren Knochenabbaus, Reduzierung der Knochenschmerzen und des Bedarfs an Schmerzmitteln
  • Verhinderung und Beseitigung von Hyperkalzämie
  • Verringerung der Notwendigkeit einer Strahlentherapie Reduzierung der Wahrscheinlichkeit pathologischer Frakturen, die auf die myelom-bedingten Knochenbeschwerden zurückzuführen sind
  • Verbesserung der Lebensqualität durch Reduzierung der Schmerzen und Erhaltung der Mobilität
  • Erhöhung der Chancen auf Heilung und Wiederherstellung der Knochenfestigkeit

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Neuere Erkenntnisse im Verständnis der Knochenbiologie führten auf die Spur eines – von den Osteoblasten gebildeten – Proteins, des so genannten Receptor Activator of Nuclear Factor Kappa B Ligand (RANKL), der als Signalüberträger von Osteoblasten zu Osteoklasten gilt. RANKL bindet an seinen auf der Oberfläche von Präosteoklasten lokalisierten Rezeptor RANK, einem Mitglied der Tumornekrosefaktor-Rezeptor-Superfamilie, wandelt die Vorläuferzellen in Osteoklasten um und erhöht damit die Aktivität und das Überleben der für die Knochenresorption verantwortlichen Zellen. RANKL stellt demzufolge den primären Mediator von Knochenabbau dar. Knochenabbau führt langfristig zu Osteoporose.

Clodronat (Bonefos®)

Clodronat gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, den sogenannten Bisphosphonaten, die helfen, die Entkalkung der Knochen (Calciumverlust) zu verhindern. Bonefos® wird intravenös angewendet bei erhöhtem Calcium im Blut (Hypercalcämie) infolge von krankhaft gesteigertem Knochenabbau (Osteolyse) als Folge bösartiger Tumorerkrankungen.

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Zulassungsstatus (Stand März 2020):

  • Osteolysen
  • tumorinduzierte Hyperkalzämie

Denosumab (XGEVA® bzw. Prolia®)

Denosumab (Handelsname Prolia® und XGEVA®; Hersteller in beiden Fällen Amgen) ist ein humaner monoklonaler Antikörper, der im Knochenstoffwechsel die Effekte von Osteoprotegerin (OPG) imitiert. Denosumab ist ein IgG2-anti-RANKL-Antikörper, der mit sehr hoher Affinität an RANKL bindet und so dessen Interaktion mit RANK hemmt.

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Ibandronsäure (Ibandronat bzw. Bonviva®)

Ibandronsäure ist ein antiresorptiver Wirkstoff aus der Gruppe der stickstoffhaltigen Bisphosphonate, der für die Behandlung der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen eingesetzt wird. Das Ziel ist eine Erhöhung der Knochendichte und eine Senkung von Brüchen der Wirbelsäule. Bei der oralen Therapie wird einmal pro Monat jeweils am selben Datum eine Tablette morgens nüchtern mit Leitungswasser eingenommen. Die Anweisungen bezüglich der Verabreichung sind genau zu beachten, weil Ibandronat eine sehr tiefe Bioverfügbarkeit hat und die Schleimhäute irritiert. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören ein Hautausschlag, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe und Muskelsteifheit.

Zulassungsstatus (Stand März 2020):

  • tumorinduzierte Hyperkalzämie

Pamidronat (Aredia®)

Pamidronat ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Bisphosphonate, welcher den Knochenabbau hemmt. Es wird zur Behandlung der Knochenauflösung und bei erhöhten Calciumspiegeln im Blut infolge von Tumoren und Metastasen eingesetzt. Pamidronat wird als langsame intravenöse Infusion verabreicht. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören eine Hypokalzämie und eine Hypophosphatämie. Weitere häufige Nebenwirkungen sind Knochen-, Gelenk- und Muskelschmerzen, Verdauungsstörungen und Reaktionen an der Infusionsstelle.

Zulassungsstatus (Stand März 2020)

  • Ergänzung zur chemotherapeutischen Basisbehandlung bei Patienten mit Multiplem Myelom im Stadium III mit osteolytischen Läsionen zur Senkung der skelettbezogenen Morbiditätsrate
  • tumorinduzierte Hyperkalzämie

Zoledronsäure (Zometa®)

Zoledronsäure (auch: Zoledronat) ist ein Arzneistoff, der den Abbau von Knochengewebe hemmt. Er wird in der Behandlung von Erkrankungen des Skeletts wie Osteoporose und der Paget-Krankheit verwendet. Auch zur Vorbeugung gegen Knochenkomplikationen bei Krebspatienten, deren Erkrankung die Knochen beeinträchtigt und zur Behandlung von tumorbedingten, zu hohen Calciumspiegeln im Blut ist Zoledronsäure angezeigt.

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Zulassungsstatus (Stand März 2020)

  • Prävention skelettbezogener Komplikationen bei auf das Skelett ausgedehnter Tumorer­krankung
  • tumorinduzierte Hyperkalzämie

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