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Bispezifischer Antikörper

© iStock.com/Meletios Verras

Ein bispezifischer Antikörper (Abkürzung: BsMAb von engl. bispecific monoclonal antibody), auch als Hybrid-Antikörper bezeichnet, ist ein Immunkonjugat, das aus Bestandteilen von zwei unterschiedlichen monoklonalen Antikörpern aufgebaut sind. Bispezifische Antikörper sind ein potenzielles Therapiekonzept in der Krebsimmuntherapie und Gegenstand von klinischen Studien.

Die Besonderheit des Antikörpers besteht in der Modifikation der Antigenbindungsstellen, die aus zwei scFv-Fragmenten bestehen. Jedes dieser Fragmente verfügt über je eine variable Domäne auf seiner leichten (VL) und seiner schweren (VH) Kette. Die vier Domänen sind über Peptidbrücken miteinander verbunden und bilden dadurch eine einzige Aminosäurekette. Die Bispezifizität drückt sich durch die Möglichkeit der Bindung des einzelnen Fragments an zwei unterschiedliche Zielstrukturen aus. 

 

Cevostamab

Cevostamab ist ein neuer bispezifischer Antikörper, der bei stark vorbehandelten Patient:innen mit refraktärem oder rezidiviertem Multiplen Myelom (r/r MM) zu einem dauerhaften und tiefen Ansprechen führt, wie die aktualisierten Ergebnisse einer laufenden Phase-1-Studie zeigen. Die Gesamtansprechrate (ORR) war von der Höhe der Zieldosis abhängig, nicht jedoch die Rate des Zytokinfreisetzungs-Syndroms (Cytokine Release Syndrome=CRS). Bei der Aufdosierung in 2 Schritten zeigte sich im Vergleich zu einer Aufdosierung in einem Schritt ein Trend für ein verbessertes Sicherheitsprofil im ersten Zyklus.

Elranatamab

Elranatamab ist ein bispezifischer Antikörper, der an BCMA, das auf der Oberfläche von multiplen Myelomzellen stark exprimiert wird, und an den CD3-Rezeptor auf der Oberfläche von krebsbekämpfenden T-Zellen bindet und so eine Brücke zwischen beiden bildet, um eine Immunantwort zu aktivieren.

Die Bindungsaffinität zu BCMA und CD3 wurde optimiert, um eine potentiell stärkere T-Zell-vermittelte Anti-Myelom-Aktivität auszulösen. Die subkutane Verabreichung von Elranatamab soll höhere Dosen als die intravenöse Verabreichung ermöglichen, ohne dass es zu vermehrten unerwünschten Ereignissen kommt.

Zulassungsstatus (Stand Dezember 2021)

Talquetamab

Talquetamab ist ein neuartiger bispezifischer Prüfantikörper, der sowohl auf GPRC5D, ein neues Target für multiples Myelom, als auch CD3, den T-Zell-Rezeptor abzielt. CD3 ist an der Aktivierung von T-Zellen beteiligt und GPRC5D ist auf Zellen von multiplem Myelom stark exprimiert. Ergebnisse aus präklinischen Studien in Mausmodellen zeigen, dass Talquetamab ein durch T-Zellen ausgelöstes Töten von GPRC5D-exprimierenden Zellen von multiplem Myelom durch die Rekrutierung und Aktivierung von CD3-positiven T-Zellen einleitet und die Bildung und das Wachstum von Tumoren hemmt.

Talquetamab wird derzeit in einer klinischen Phase-I/II-Studie zur Behandlung von wiederkehrendem oder refraktärem multiplen Myelom untersucht (NCT03399799) und wird darüber hinaus in Kombinationsstudien erforscht (NCT04586426).

Teclistamab (Tecvayli®)

Teclistamab (Tecvayli®) ist ein handelsüblicher, T-Zell-umleitender, bispezifischer Antikörper, der sowohl auf BCMA- als auch auf CD3-Rezeptoren abzielt. BCMA wird in hohen Konzentrationen auf multiplen Myelomzellen exprimiert. Teclistamab leitet CD3-positive T-Zellen zu BCMA-exprimierenden Myelomzellen um, um das Abtöten von Tumorzellen zu induzieren. Ergebnisse aus präklinischen Studien zeigen, dass Teclistamab Myelomzelllinien und aus dem Knochenmark stammende Myelomzellen von stark vorbehandelten Patienten abtötet.

Die Johnson & Johnson-Tochter Janssen Pharmaceutical Cos hat am im Dezember 2021 bei der US-Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung ihres Krebsmedikamentes Teclistamab zur Behandlung von Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplem Myelom beantragt.

Der Zulassungsantrag stütze sich auf Daten aus einer offenen, multizentrischen klinischen Studie, in der die Sicherheit und Wirksamkeit von Teclistamab bei Erwachsenen untersucht wurde, teilte Janssen mit. Das Unternehmen prüft Teclistamab, einen bispezifischen Antikörper zur Umleitung von T-Zellen, derzeit in mehreren Monotherapie- und Kombinationsstudien.

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