Bei der Bewertung der Eignung für eine Hochdosistherapie mit autologer Stammzelltransplantation ist es wichtig einzuschätzen, ob der Patient ggf. nach Ansprechen auf die Therapie einen transplantationsfähigen Zustand erreichen kann. Unterschieden wird dabei zwischen einer Kontraindikation zur Transplantation aufgrund der Grundkrankheit des Multiplen Myeloms oder unabhängiger Komorbidität. Eine Myelom-bedingte Niereninsuffizienz ist kein Ausschlusskriterium für eine Hochdosistherapie. Bei Patienten, die aufgrund von Komorbidität nicht für eine Hochdosistherapie mit autologer Stammzelltransplantation geeignet sind, gibt es eine Vielzahl von möglichen Zweifach- und Dreifachkombinationen.

Kombinationen aus drei Arzneimitteln unter Verwendung eines Immunmodulators, eines Proteasom-Inhibitors und Dexamethason sind Zweifachkombinationen überlegen und daher bei Patienten im guten Allgemeinzustand zu empfehlen.

Kombinationstherapie

Anmerkungen

Bortezomib, Cyclophosphamid, Dexamethason

Diese Kombination führt gegenüber Bortezomib, Dexamethason zu höheren Ansprechraten. Sie wird von der DSMM- und der GMMG-Studiengruppe als Standardtherapie eingesetzt. Zu den relevanten Nebenwirkungen gehören Neutropenie, Thrombozytopenie, Anämie und Polyneuropathie.

Bortezomib, Melphalan, Prednison

Die Kombination führt gegenüber Melphalan, Prednison zu einer Verlängerung der progressionsfreien und der Gesamtüberlebenszeit. Zu den relevanten Nebenwirkungen gehören Neutropenie, Thrombozytopenie, Anämie und Polyneuropathie. Bei vielen Patienten ist aufgrund der Hämatotoxizität eine Dosisanpassung erforderlich.

Lenalidomid, Dexamethason niedrigdosiert

Diese Zweifachkombination führt gegenüber Melphalan, Prednison, Thalidomid zu einer Verlängerung der progressionsfreien und der Gesamtüberlebenszeit. Zu den relevanten Nebenwirkungen gehören Neutropenie, Thrombozytopenie und Thrombembolien.

Bortezomib, Lenalidomid, Dexamethason

Diese Kombination führt in der Erstlinientherapie gegenüber Lenalidomid, Dexamethason zu einer Verlängerung der progressionsfreien und der Gesamtüberlebenszeit, siehe auchMultiples Myelom ZulassungsstatusDie Rate hämatologischer und nicht-hämatologischer Nebenwirkungen ist etwa gleich, die Rate schwerer Polyneuropathien höher.

Quelle: Onkopedia-Leitlinie "Multiples Myelom"