In zwei intressanten Projekten geht man aktuell der Frage nach, wie man bei Knochenschädigungen durch das Multiple Myelom im Rahmen der Therapie die Knochenstabilität wieder verbessern kann.

Entschlüsselung der Pathogenese, Behandlung und Reversibilität der Knochenerkrankung beim Multiplen Myelom auf Einzelzellebene

In den letzten Jahren wurden die Therapieoptionen für Patienten mit MM verbessert. Jedoch kommt es trotz Erreichens tiefer Remissionen nur selten zur Verbesserung des Knochenphänotyps, was die Lebensqualität einschränkt. Warum es innerhalb der Knochenläsionen nur selten zu einer Rekalzifizierung beim MM kommt, ist noch nicht ausreichend untersucht. Aus diesem Grund soll in einem emeinsamen Forschungsprojekt Dr. Maximilian Merz vom Universitätsklinikum Leipzig und Dr. Heike Weidner vom Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden  den Pathomechanismus der Knochenschädigung vor und nach Therapie an longitudinal gesammelten Proben untersuchen.

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Springen und stampfen für starke Knochen

Das Multiple Myelom ist eine bösartige Erkrankung der Plasmazellen im Knochenmark“, erklärt Franziska Jundt, Professorin für Hämatologie und Internistische Onkologie und Leiterin des Zentrums für das Myelom im Zentrum für Seltene Erkrankungen Nordbayern (ZESE). Franziska Jundt hat vor mehr als 20 Jahren einen Signalweg entdeckt, der auch beim Multiplen Myelom aktiv ist. Seither beschäftigt sie sich mit der Frage: Wie blockiere ich den Signalweg ohne schwerwiegende Nebenwirkungen? Denn leiden müssen die Betroffenen schon genug. „Die Tumorzellen infiltrieren das Skelett und zersetzen die Knochen. Selbst wenn die Tumorzellen abgeräumt wurden, haben die Betroffenen weiter Löcher im Knochen. Diese führen zu zahlreichen schmerzhaften Frakturen. 80 Prozent der Myelom-Patientinnen und -Patienten leiden unter Knochenschmerzen und -frakturen“, verdeutlicht Franziska Jundt. Auf Hochtouren läuft am Uniklinikum Würzburg jetzt bereits das Impact-Training, ein Stampf- und Sprungtraining. Studien haben gezeigt, dass sich diese Art von Krafttraining positiv auf die Knochendichte auswirkt, zum Beispiel bei Osteoropose und Prostatakrebs. „Wir vermuten, dass sich die durch das Springen und Stampfen verbundene Stimulation des muskuloskelettalen Systems die Knochendichte erhöht, die Mobilität von unseren Myelom-Patientinnen und Patienten verbessert und schließlich auch Frakturen vorgebeugt wird. Daher prüfen wir in unserer Machbarkeitsstudie, ob wir dieses Training, das wir in Zusammenarbeit mit Freerk Baumann, Professor für onkologische Bewegungswissenschaften an der Uniklinik Köln, einsetzen, auch unseren Patientinnen und Patienten zumuten können“, erklärt Franziska Jundt.

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