"Beim Multiplen Myelom gibt es aktuell 2 Patientenpopulationen, deren Behandlung uns am meisten fordert", sagte Prof. Dr. Marc-Steffen Raab, Heidelberg. Zum einen seien dies auf Lenalidomid (Revlimid®) refraktär gewordene Patienten in den frühen Therapielinien 1 und 2.

"Die zweite besonders schwer zu therapierende Gruppe sind RRMM-Patienten ab der 5. Therapielinie, da sich mit jeder weiteren Therapielinie das mediane progressionsfreie Überleben (mPFS) verringert", sagte Raab. Er stellte im Rahmen des EHA 2021 aktuelle Studiendaten der MM-014- und KarMMa-Studie vor.

Lenalidomid-refraktäre Patienten profitieren von DPd (Daratumumab-Pomalidomid-Dexamethason)  in der Zweitlinie
"In Studien mit Pomalidomid (Imnovid®)-basierten Regimes ist ein hoher Anteil Lenalidomid-refraktärer Patienten eingeschlossen, bei denen die unmittelbare Folgetherapie mit Pomalidomid wirksam ist." Die Subgruppenanalyse der Kohorte B der MM-014-Studie hat gezeigt, dass Patienten mit Multiplem Myelom (MM), die Lenalidomid und einen Proteasom-Inhibitor (PI) erhalten haben und eine Lenalidomid-Refraktarität entwickelten, von Daratumumab (Darzalex®), Pomalidomid und Dexametheason (DPd) als Zweitlinientherapie profitieren. "Es ist also nicht notwendig, in dieser Population die immunmodulatorische WIrkstoffklasse zu wechseln", so Raab.

RRMM-Patienten ab der 5. Therapielinie
"Wenn der Patient 4 oder mehr Vortherapien mit Immunmodulation, Proteasom-Inhibitor und CD38-Antikörper hatte, mit Triple- bis Penta-Refraktarität auf die Backbone-Substanzen, wird meist nur noch ein PFS von 1-3 Monaten erreicht", sagte Raab. Er präsentierte aktuelle Daten der KarMMa-Studie mit der Anti-BCMA-CAR-T- Zelltherapie Idecabtagen-vicleucel (Ide-cel), das im März 2021 von der FDA für diese Patientenpopulation ab der 5. Linie zugelassen wurde und für die eine CHMP-Empfehlung der EU für Ende Juni 2021 erwartet wird.

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