Myelom.Online - Empfehlungen der DGHO zur COVID-19-Schutzimpfung bei Patienten mit Blut- und Krebserkrankungen

Die mRNA-basierten Wirkstoffe haben eine hohe Wirksamkeit. Schwere unerwünschte Ereignisse sind selten. In der Studie zu BNT162b2 waren immunsupprimierte Patienten ausgeschlossen. Langzeitergebnisse liegen nicht vor. Bei den Empfehlungen für eine COVID-19-Schutzimpfung sind sowohl Patienten als auch das Gesundheitspersonal zu berücksichtigen. Unsere Empfehlungen auf dem Stand des derzeitigen Wissens sind:

  • Die Schutzimpfung soll Personen mit einem erhöhten Infektionsrisiko, Personen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19, Personen mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko sowie deren engen Kontaktpersonen angeboten werden. Dazu gehören:
    • Patienten mit malignen hämatologischen Erkrankungen, insbesondere akuten und chronischen Leukämien, malignen Lymphomen und Multiplem Myelom;
    • Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren, deren Erkrankung nicht in Remission ist und deren Remissionsdauer <5 Jahre beträgt, sowie Patienten unter aktueller systemischer Therapie; davon ausgenommen sind Patienten mit ausschließlich antihormoneller Monotherapie.
    • Gesundheitspersonal im Bereich der Onkologie und der Hämatologie mit direktem Patientenkontakt.
  • Bei der patientenindividuellen Entscheidungsfindung über die Durchführung einer COVID-19- Schutzimpfung und den optimalen Zeitpunkt gelten die Grundsätze des Shared Decision Making zwischen dem behandelnden Hämatologen/Onkologen und dem Patienten.
  • Der Schutz einer COVID-19-Impfung kann bei immunsupprimierten Patienten geringer sein. Bei Patienten nach B-Zell-Depletion oder nach hämatopoetischer Stammzelltransplantation empfehlen wir – in Analogie zu anderen Schutzimpfungen – einen zeitlichen Abstand von mindestens 3, besser von >6 Monaten zur letzten Therapie. Spezifische Erkenntnisse zur Wirksamkeit und Sicherheit der Impfstoffe in anderen Therapiesituationen liegen bisher nicht vor.
  • Bei Patienten mit einer anaphylaktischen Reaktion in der Vorgeschichte soll das Risiko einer schweren Nebenwirkung besonders sorgfältig gegenüber dem erwarteten Nutzen abgewogen werden.

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