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Therapie

© iStock.com/Amornrat Phuchom

Das Multiple Myelom verläuft individuell sehr unterschiedlich. In frühen Stadien, zum Beispiel beim smoldering Myelom, bestehen häufig noch keine Beschwerden. Dann wird die Erkrankung meist zunächst regelmäßig kontrolliert. Blut- und Urinuntersuchungen, bildgebende Verfahren und bei Bedarf Knochenmarkuntersuchungen helfen dabei, Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Wenn eine Behandlung notwendig wird, stehen heute verschiedene wirksame Therapien zur Verfügung. Ziel ist es, die Erkrankung möglichst gut zu kontrollieren, Beschwerden zu lindern, Komplikationen vorzubeugen und die Lebensqualität zu erhalten.

Welche Therapie geeignet ist, hängt von vielen persönlichen und medizinischen Faktoren ab. Die Entscheidung sollte deshalb immer gemeinsam mit dem behandelnden hämatologisch-onkologischen Team getroffen werden.

Therapie des Multiplen Myeloms

Die Behandlung des Multiplen Myeloms hat sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt. Heute stehen verschiedene wirksame Medikamente und Therapieverfahren zur Verfügung. Welche Behandlung im Einzelfall geeignet ist, hängt von mehreren Faktoren ab – zum Beispiel vom Alter, dem Allgemeinzustand, Begleiterkrankungen, der Nierenfunktion, den Beschwerden, bestimmten Eigenschaften der Myelomzellen und davon, ob eine Hochdosistherapie mit anschließender autologer Stammzelltransplantation infrage kommt.

Wichtig ist: Es gibt nicht „die eine“ Therapie, die für alle Patientinnen und Patienten gleichermaßen passt. Die Behandlung wird individuell geplant und sollte immer gemeinsam mit dem behandelnden hämatologisch-onkologischen Team besprochen werden.

Ziele der Behandlung

Die Therapie des Multiplen Myeloms verfolgt mehrere Ziele:

1. Stabilisierung der Erkrankung

Zu Beginn der Behandlung steht oft im Vordergrund, den Gesundheitszustand zu stabilisieren. Dazu gehört zum Beispiel, Komplikationen zu behandeln oder zu verhindern – etwa Blutarmut, Infektionen, Knochenschäden, Schmerzen oder Nierenprobleme.

2. Linderung von Beschwerden

Viele Patientinnen und Patienten leiden unter Beschwerden wie Knochenschmerzen, Erschöpfung, Infektanfälligkeit oder Einschränkungen im Alltag. Ein wichtiges Ziel der Therapie ist es daher, Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

3. Zurückdrängen der Erkrankung

Ein weiteres zentrales Ziel ist es, die Zahl der Myelomzellen im Körper möglichst stark zu verringern. Ärztinnen und Ärzte sprechen dabei von einem Ansprechen auf die Therapie oder von einer Remission. Eine Remission bedeutet, dass die Erkrankung deutlich zurückgedrängt wurde. Das Multiple Myelom gilt jedoch meist als chronische Erkrankung, die im Verlauf erneut aktiv werden kann.

Erstlinientherapie: Behandlung nach der Diagnose

Die erste Behandlung nach der Diagnose wird Erstlinientherapie oder Primärtherapie genannt. Sie richtet sich unter anderem danach, ob eine Patientin oder ein Patient für eine Hochdosistherapie mit autologer Stammzelltransplantation geeignet ist.

Bei körperlich fitten Patientinnen und Patienten kann eine intensive Behandlung mit anschließender Rückgabe eigener Blutstammzellen infrage kommen. Dabei werden zunächst Myelomzellen mit einer Kombinationstherapie zurückgedrängt. Anschließend können eigene Blutstammzellen gesammelt und nach einer Hochdosistherapie wieder übertragen werden.

Für Patientinnen und Patienten, bei denen eine solche intensive Therapie nicht geeignet ist, stehen ebenfalls wirksame medikamentöse Kombinationstherapien zur Verfügung. Diese können zum Beispiel Antikörper, Proteasom-Hemmer, Immunmodulatoren und Kortisonpräparate enthalten. Welche Kombination gewählt wird, entscheidet das Behandlungsteam individuell.

Mehr zur Erstlinientherapie ..

Erhaltungstherapie

Nach einer erfolgreichen Erstbehandlung kann eine Erhaltungstherapie empfohlen werden. Ziel ist es, das erreichte Therapieansprechen möglichst lange zu erhalten und ein Fortschreiten der Erkrankung hinauszuzögern. Ob und welche Erhaltungstherapie sinnvoll ist, hängt von der vorherigen Behandlung, dem individuellen Risiko und der Verträglichkeit ab.

Mehr zur Erhaltungstherapie ...

Rezidivtherapie: Behandlung bei Rückfall

Bei vielen Patientinnen und Patienten wird das Multiple Myelom im Verlauf wieder aktiver. Das nennt man Rückfall oder Rezidiv. Ein Rückfall bedeutet nicht, dass keine Behandlungsmöglichkeiten mehr bestehen. Im Gegenteil: Für die Rezidivtherapie stehen heute mehrere Therapieoptionen zur Verfügung.

Welche Behandlung gewählt wird, hängt unter anderem davon ab,

  • welche Therapien bereits eingesetzt wurden,
  • wie lange die vorherige Behandlung gewirkt hat,
  • welche Nebenwirkungen aufgetreten sind,
  • wie belastbar die Patientin oder der Patient ist,
  • und welche persönlichen Ziele und Wünsche bestehen.

Auch moderne Immuntherapien können in bestimmten Situationen eine Rolle spielen, zum Beispiel monoklonale Antikörper, bispezifische Antikörper oder CAR-T-Zell-Therapien. Diese Verfahren sind nicht für alle Patientinnen und Patienten geeignet und müssen sorgfältig mit spezialisierten Behandlungszentren besprochen werden.

Mehr zur Rezidivtherapie ..

Unterstützende Behandlung

Neben der direkten Behandlung der Myelomerkrankung ist die unterstützende Therapie sehr wichtig. Sie kann helfen, Beschwerden zu lindern, Komplikationen vorzubeugen und die Lebensqualität zu erhalten.

Dazu können gehören:

  • Schmerztherapie,
  • Behandlung von Knochenschäden,
  • Infektionsschutz und Impfungen,
  • Behandlung von Blutarmut,
  • Unterstützung der Nierenfunktion,
  • Bewegung, Ernährung und Rehabilitation,
  • psychoonkologische Unterstützung,
  • soziale Beratung und Selbsthilfeangebote.

Sprechen Sie Beschwerden frühzeitig an. Viele Nebenwirkungen oder Begleitprobleme lassen sich besser behandeln, wenn sie rechtzeitig erkannt werden.

Gemeinsam entscheiden

Die Therapie des Multiplen Myeloms ist komplex. Deshalb ist es hilfreich, gut informiert in Arztgespräche zu gehen und Fragen vorzubereiten. Patientinnen und Patienten können zum Beispiel fragen:

  • Welches Ziel hat die vorgeschlagene Therapie?
  • Welche Alternativen gibt es?
  • Welche Nebenwirkungen können auftreten?
  • Wie wird überprüft, ob die Behandlung wirkt?
  • Was kann ich selbst tun, um die Behandlung gut zu unterstützen?
  • Gibt es eine passende klinische Studie?

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Sie sollen helfen, die Grundzüge der Behandlung besser zu verstehen und das Gespräch mit dem Behandlungsteam vorzubereiten.

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